Britische Studie zu Paid Content im Internet
Online-Nachrichten gegen Bares: Nur jeder Zwanzigste will zahlen
Gerade einmal fünf Prozent der englischen Online-Nutzer wären bereit, für Nachrichten im Web zu bezahlen. 75 Prozent würden ihrer Lieblingsseite sogar den Rücken kehren und zu einem anderen, kostenlosen Online-Angebot wechseln. Das ist das Ergebnis einer britischen Internet-Studie.
"Die Tage des kostenlosen Internets sind gezählt" und "Qualitätsjournalismus kostet Geld", sagte Medien-Mogul Rupert Murdoch im Juli dieses Jahres. Der Gründer der News Corporation, die große Anteile an renommierten Zeitungen wie dem "Wall Street Journal" oder der "Times" hält, gilt als Vorreiter des so genannten "Paid Content". Geht es nach Medienunternehmern wie Murdoch oder dem Springer-Verlagschef Mathias Döpfner, führt an einer Bezahlung von Online-Inhalten kein Weg vorbei.
Keine guten Aussichten für Bezahl-Modelle im Netz
Das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Großbritannien dürfte daher weder Murdoch noch Döpfner gefallen. Das Marktforschungsunternehmen Harris Interactive befragte zwischen dem 26. August und 2. September dieses Jahres 1.188 britische Internet-Nutzer im Alter von 16 bis 64 Jahren nach ihrem Umgang mit kostenpflichtigen Angeboten im Netz.
Die nun veröffentlichte Auswertung zeigt: Gerade einmal fünf Prozent der Befragten wären bereit, für Online-Nachrichten zu bezahlen. Acht Prozent würden im Falle einer Umstellung auf Bezahlinhalte dazu übergehen, nur noch die Überschriften der Nachrichten zu lesen. Zwölf Prozent der Befragten waren sich nicht sicher, wie und ob sie ihr Online-Leseverhalten ändern würden.
Geld wichtiger als Lieblingsseite
Dreiviertel, und damit die große Mehrheit der Studienteilnehmer, lehnen Paid Content strikt ab. Sie würden sofort zu einem anderen Nachrichtenportal wechseln, sobald sie auf ihrer Lieblingsseite für Inhalte bezahlen müssten. Mit Blick auf den Paid-Content-Vorstoß von Murdoch und die eindeutigen Umfrageergebnisse sagt Andrew Freeman von Harris Interactive, dass die Resultate der Umfrage "keine guten Nachrichten für ein Bezahl-Modell in einem stark umkämpften Umfeld" dartstellten. "Solange es kostenlose Alternativen gebe, werden sich die Konsumenten diesen zuwenden, um sich mit Nachrichten zu versorgen."
Wären Sie bereit für Nachrichten im Internet zu bezahlen? Uns interessiert Ihre Meinung. Sagen Sie uns und unseren Lesern im Forum, wie Sie zum Thema Paid Content stehen.

Hallo, ich bezahle für die Printausgaben lieber. Den INternetcontent bezahle ich ungern, sehe es aber auch ein. Denn eines darf man nicht vergessen, das es einer irrer Arbeit bedarf gute Nachrichten und...
Da sollen sich doch die Verlage mal etwas anderes einfallen lassen. Auch mit Werbeeinblendungen im web läßt sich Geld verdienen. Warum soll ich z.B. für ein Ct´Magazin 6,80 ausgeben, wenn ich...
Tja, das Problem ist, dass die Paid-Content-Idee viel zu spät kommt. Mittlerweile hat es sich eben so "eingebürgert", dass sich die Leute ihre Infos kostenlos aus dem Netz holen, anstatt sich z.B. Print-Produkte zu...
Die Frage ist, ob es etwas für Geld gibt und daneben noch ein kostenloser Anbieter steht oder nicht. Ich denke aber, daß auch für den Fall, daß alles kostenpflichtig wäre, nicht alle bezahlen würden. Und viele...
Wieso soll man was bezahlen wenn man es wo anderst umsonst bekommt ? Die Firmen verdienen ja genug an der Werbung.. Wenn sie Ihr Informationen gut "verkaufen". Informationen und News wir es immer umsonst...