Netzwelt-Wissen: Speicherkarten
MicroSD: Fingernagelgroßer Handy-Speicher
Daneben steht vor allem für Handys und Smartphones die fingernagelgroße SD-Variante "MicroSD" in den Regalen. Mit Karten des modernsten Standards MicroSDHC lässt sich der Speicher in Mobiltelefonen um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Mittels Adapter passen MicroSD-Karten auch in Kartenlesegeräte für die "großen" SD-Karten.
Compact Flash (CF): Platzhirsch im Profibereich
Speicherkarten des Typs Compact Flash (CF) waren lange Zeit Marktführer im Digitalkamerabereich. In den letzten Jahren übernahmen die SD-Karten die Spitzenposition. Inzwischen verwenden die Kamerahersteller Compact Flash-Karten nur noch in digitalen Spiegelreflexkameras oberhalb der Einsteiger-Kategorie.
Gegenüber den SD-Karten zeichnen sich sich die CF-Karten durch eine größere Speicherkapazität und höhere Geschwindigkeit bei der Datenübertragung aus. Theoretisch bieten CF-Medien Platz für 128 Gigabyte Daten und übertragen diese mit bis zu 133 Megabyte in der Sekunde. Die neuen SDXC-Speicherkarten stellen aber auch im Profibereich eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die Compact Flash-Technik dar.
Memory Stick (MS): Der Sony-Standard
Sony führte den Memory Stick-Standard im Jahr 1998 ein und hat ihn inzwischen mehrmals weiter entwickelt. Eine höhere Speicherkapazität zeichnet die Karten mit dem Namenszusatz "Pro" aus, während ein "Duo" im Namen auf eine verkleinerte Bauform hinweist. Die derzeit leistungsfähigste verfügbare Variante trägt den Namen "Memory Stick Pro-HG Duo" und verfügt über eine Kapazität von bis zu 32 Gigabyte.
Das japanische Unternehmen setzt das Speichermedium in seiner gesamten Produktpalette ein. Dazu zählen Camcorder, Digitalkameras und MP3-Player genauso wie Vaio Notebooks und E-Book-Lesegeräten, die Playstation Portable und sogar der Roboterhund Aibo.
In Sony Ericsson-Handys arbeitet eine kleinere Karten-Variante namens Memory Stick Micro. Andere Elektronikhersteller nutzen den Standard dagegen nur selten, wodurch die Karten im Vergleich zu den in größeren Stückzahlen hergestellten SD-Karten deutlich teurer ausfallen.
Die Spezifikationen für die neueste Variante Memory Stick XC sehen eine maximale Speicherkapazität von zwei Terabyte sowie eine maximale Datenübertragungsrate von 60 Megabyte pro Sekunde vor.
xD Picture Card (xD): Langsam und teuer
Die Kamerahersteller Olympus und Fujifilm stellten die xD Picture Card 2002 vor. Die Nachfolgetechnik der Smart-Media-Speicherkarten ist vor allen für den Einsatz in Digitalkameras gedacht. Im Gegensatz zu allen anderen relevanten Speicherkarten befindet sich auf einer xD-Karte kein Controller, dieser muss folglich in der Kamera eingebaut sein. Die Karten sind mit einer Schreibgeschwindigkeit von drei Megabyte pro Sekunde und einer Lesegeschwindigkeit von fünf Megabyte pro Sekunde vergleichsweise langsam.
Die xD-Speicherkarten weisen den höchsten Preis pro Gigabyte der aktuell gebräuchlichen Speicherkarten auf. Zusätzlich nimmt die Unterstützung der Hersteller für den Standard ab. Während Olympus noch an der Technik festhält und nur bei Spiegelreflexkameras wie der E-620 zusätzlich das Einlegen von CF-Karten erlaubt, liefert Fujifilm schon lange Digitalkameras aus, die ihre Bilder nur auf SD-Karten speichern.
Multimedia Card (MMC): Überbleibsel vergangener Tage
Den Standard für Multimedia Cards (MMC) entwickelte die Siemenstochter Ingentix im Jahr 1997 zusammen mit dem Speicherkartenhersteller Sandisk. Die theoretisch mögliche Kapazität liegt bei 128 Gigabyte, produziert wurden bisher aber nur Karten mit maximal acht Gigabyte Speicherplatz. Die Variante MMCplus zeichnet sich durch eine höhere Lese- und Schreibgeschwindigkeit aus.
Eine Weiterentwicklung des MMC-Standards sind die schnelleren SD-Karten, die ihre Vorgänger inzwischen fast vom Markt verdrängt haben. Die alten MMC-Karten passen aber in der Regel in SD-Steckplätze und können von Kartenlesegeräten noch gelesen werden. 2005 stellte die Multimedia Card Association (MMCA) zwar die Spezifikationen für MMC-Micro-Speicherkarten vor, diese konnten aber durchsetzen. Die MMCA löste sich im September 2008 auf. Die Überwachung ihrer Standards übertrug sie der JEDEC Solid State Technology Association.
