Erste Prototypen auf der IAA

IAA: Fahrspaß mit Lithium-Ionen

Die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt setzt einmal mehr auf Öko-Themen. Ein Hauptgesprächsthema der Messe sind die Elektroautos. Hersteller wie Audi, oder Opel präsentieren nahezu marktreife Konzepte.

Audi E-Tron
Audi E-Tron: Elektrogetriebener Supersportwagen mit 313 PS. (Bild: Audi)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1E-Tron: Supersportwagen von Audi
  2. 2Opel Ampera: Benzinmotor produziert Strom
  3. 3VW Käfer mit Akku
  4. 4Kein Patentrezept für Stromautos

Neben Supersportwagen, Luxus-Limousinen und Design-Studien bietet die diesjährige IAA ein weiteres Highlight: das Elektroauto. Der Trend zur Ökologie ist auf der IAA so stark wie nie zuvor. Zwar ist das Thema nicht wirklich neu; neu ist aber, dass die Hersteller versuchen, ihre E-Mobile vom Image des biederen Öko-Wägelchens zu befreien. So sind jetzt auch rassige Sportwagen mit Batterieantrieb zu sehen. Tesla lässt grüßen.

E-Tron: Supersportwagen von Audi

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Das beste Beispiel bietet der E-Tron aus dem Hause Audi. Der Supersportwagen, der so aussieht und heißt, als käme er geradewegs aus einem Computerspiel, arbeitet mit vier Elektromotoren. Die je zwei Aggregate an Vorder- und Hinterachse sorgen für beachtliche Fahrleistungen: Das Fahzeug beschleunigt dank 313 PS in 4,8 Sekunden von Null auf 100 Kilometer pro Stunde.

Angaben von Audi zufolge stellt der Lithium-Ionen-Akku 42,4 Kilowattstunden bereit und erlaubt eine Reichweite von etwa 248 Kilometern. Da die vier Elektromotoren jeweils individuell regelbar sind, soll der E-Tron "ein ungeahntes Maß an Agilität und Präzision in den Kurven" aufweisen. Ein Vorteil der Elektromotoren ist auch ihr im Vergleich zu Benzinmotoren höherer Wirkungsgrad.

Der Lithium-Ionen-Renner soll aber mehr sein als ein Auto mit Elektromotor. Audi spricht von einem "ganzheitlichen Ansatz", bei dem alle Fahrzeugkomponenten auf die Ziele Effizienz, Reichweite und Praxistauglichkeit ausgerichtet sind. Komfort und Sicherheit sollen dabei mindestens auf Stand der besten Serienfahrzeuge liegen.

Opel Ampera: Benzinmotor produziert Strom

Derzeit sind in Deutschland nach Aussagen aus dem Hause Audi weniger als 1.500 Elektrofahrzeuge zugelassen. Wann Hightech-Geschosse wie der E-Tron als straßentaugliche Version diese magere Statistik aufbessern können, ist noch völlig unklar. Möglicherweise kommt aber schon 2011 der Opel Ampera auf den Markt. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht um ein reines Elektroauto.

Opel Ampera
Opel Ampera: Reichweite bis 500 Kilometer dank Zusammenspiel von Verbrennungsmotor und Elektro-Aggregat. (Bild Opel)

Der 160 km/h schnelle Ampera hat neben dem Elektroaggregat einen kleinen Verbrennungsmotor, der zusätzlich Strom generiert. Damit steigt die Reichweite des Fahrzeugs auf bis zu 500 Kilometer. Der Elektroantrieb allein kommt nur auf 60 Kilometer, das reicht für die tägliche Fahrt zur Arbeit und zurück. Abends holt sich der Lithium-Ionen-Akku an jeder haushaltsüblichen 230-Volt-Steckdose neue Energie.

Auch VW, Ford und Mercedes basteln an Elektrokonzepten. Beim Blue Tec Hybrid von Mercedes Benz arbeiten ein - angeblich besonders sauberer - Diesel- und ein Elektromotor zusammen. Neben dem üblichen Lithium-Ionen-Akku nutzt das Auto auch die Bremsenergie, um Strom zu erzeugen. Ab dem Jahr 2011 sollen mit der Technik ausgestattete Fahrzeige der E-Klasse auf Deutschlands Straßen rollen, 2012 wird dann der GLK 300 Blue Tec Hybrid folgen.

VW Käfer mit Akku

Ein Jahr später soll der E-Up! von VW erhältlich sein. Einen Prototypen des 3,19 Meter kurzen City-Flitzers stellt VW auf der IAA vor. Das Design erinnert an den VW Käfer. Der Lithium-Ionen-Akku ist laut VW für eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern gut. Aufgeladen wird die Batterie nach dem VW-Konzept entweder über die heimische Steckdose oder künftig über City-Stromsäulen.

VW E-Up
VW E-Up!: Reichweite bis 300 Kilometer, Steckdose als Ladestation. (Bild: VW)

Wenig Schlagzeilen machte in letzter Zeit Ford. Allerdings ist auch dieser Hersteller mit einem Batterie-Elektro-Fahrzeug (BEV) in Frankfurt vertreten. Der Prototyp des batteriegetriebenen Ford Focus soll mit einer Batterieladung bis zu 120 Kilometer weit kommen und eine Spitzengeschwindigkeit von 136 Kilometern pro Stunde erreichen. Nach sechs bis acht Stunden ist der Akku wieder vollständig aufgeladen. Der Elektromotor stammt von Magna.

E-Mobil Ford Focus
"Elektroausgabe" des Ford Focus: 120 Kilometer Reichweite, Höchstgeschwindigkeit 136 Kilometer pro Stunde. (Bild: Ford)

Kein Patentrezept für Stromautos

Das große Akku-Wunder ist auch auf der IAA noch nicht dabei, Reichweite und lange Ladezeiten für die Akkus stellen beim derzeitigen Stand der Technik immer noch ein Problem dar. Fraglich bleibt auch, ob es den Herstellern gelingen wird, die E-Mobile zu konkurrenzfähigen Preisen anzubieten. Doch umweltbewusste Autokäufer können sich trotzdem freuen, dass die Frankfurter Autoschau mit den E-Autos ein weiteres Highlight hinzubekommen hat - neben Supersportwagen, Luxus-Limousinen und Designstudien.

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