Neuer Nachrichten-Dienst in den USA gestartet
Google Labs: Zeitung online lesen mit Fast Flip
Suchmaschinengigant Google startete in der Testplattform Google Labs einen neuen Online-Nachrichtendienst mit dem Namen "Fast Flip". Nutzer der Webseite werden anhand einer zeitungsähnlichen Struktur durch die Nachrichten verschiedener Medien geleitet. Neben einer im Vergleich zu Google News übersichtlicheren Darstellung arbeitet der Konzern beim Fast Flip-Projekt auch enger mit Zeitungen und Magazinen zusammen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Online-Magazine wie Zeitungen lesen
- 2Vorteile aus Online- und Offline-Welt
- 3Kritik von Verlegern
Online-Magazine wie Zeitungen lesen
Google Fast Flip enthält derzeit Nachrichten von etwa 50 US-Zeitungen und Magazinen. Darunter befinden sich unter anderen die "New York Times", "Washington Post", "Newsweek", aber auch Blogs wie "Techcrunch". Dabei stellt Fast Flip einzelne Artikel der Online-Medien ähnlich wie Zeitungsseiten als Vorschau-"Blätter" nebeneinander dar.
Die Übersichtsseite bereitet in mehreren Reihen verschiedene Nachrichtenquellen grafisch auf. Die Reihen sind nach den populärsten Beiträgen, einzelnen Sparten und Inhalten geordnet. Wer durch Beiträger einer einzigen Webseite blättern möchte, findet in der unteren Reihe außerdem noch den Link zum Medium. Durch Blättern erhält der Nutzer weitere Einträge.
Mit dem Klick auf eines der Vorschaubilder gelangt der Anwender auf eine Browser füllende Vorschau. Mithilfe von zwei Pfeiltasten und einer ausklappbaren Seitennavigation kann der Leser die Online-Medien wie eine Zeitung durchblättern. Um den gesamten Artikel zu lesen, genügt ein weiterer Klick auf die Textquelle.
Google bietet auch eine mobile Version der Fast Flip-Webseite für das iPhone und Android-Handys an. Auf dem iPhone kann der Anwender die Webseite dabei direkt über Multitouch-Gesten nutzen. So wird das Blättern durch die einzelnen Seiten über das Streichen des Fingers über das Display ausgelöst. Beim einmaligen Tippen zeigt Fast Flip Details zum Eintrag an, der wiederum zum entsprechenden Medium führt.
Vorteile aus Online- und Offline-Welt
"Fast Flip vereinigt die Vorteile der Online- und der Offline-Welt. Man kann schnell wie in einem Magazin durch die ausgewählten Artikel blättern, aber auch suchen oder eine individuelle Vorauswahl treffen", sagte Google-News-Manager auf einer Konferenz des amerikanischen Blogs Techcrunch.
So können sich die Leser ihr eigenes Magazin schaffen, indem sie sich verschiedene Lesequellen zusammenstellen. Google News bietet bislang nur die Möglichkeit, Themenbereiche zu abonnieren, eine Auswahl nach Medium steht nicht zur Verfügung. Außerdem soll sich für Fast Flip-Anwender die Lesegeschwindigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Print- und Online-Medien erhöhen. Anders als bei Google News muss der Nutzer nämlich nicht mehr auf einen Link klicken, um einen Beitrag zu lesen.
Kritik von Verlegern
Google News wurde zuletzt in Deutschland von Verlagsmanagern scharf kritisiert: Zahlreiche Verleger warfen dem Unternehmen vor, mit den Inhalten der Verlage Geld durch Werbung zu verdienen, ohne dass die Verlage in angemessener Weise davon profitierten. In der so genannten "Hamburger Erklärung" forderten deutsche Verleger bereits Ende Juni einen besseren Schutz des geistigen Eigentums.
Google will einem erneuten Aufbranden der Kritik im Rahmen des Fast Flip-Projekts frühzeitig begegnen. Daher arbeitet der Konzern beim Aufsetzen des Fast Flip-Dienstes mit den Medienunternehmen zusammen - und will die einzelnen Verlage an den Werbeeinnahmen beteiligen. Ob die Aufnahme von Webseiten in den neuen News-Dienst einer Zustimmung bedarf, ist allerdings noch nicht bekannt.
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