Smartphone für soziale Netzwerke
Motorola Dext und LG GW620: Neue Android-Smartphones
Soziale Netzwerke erobern die Mobiltelefone. Jüngstes Beispiel sind Motorolas neues Smartphone "Dext" und der damit verbundene Onlinedienst "Motoblur". Dieser sammelt von Diensten wie Facebook, MySpace oder Twitter alle Nachrichten, Fotos oder Statusmeldungen ein und schickt das ganze Paket via Internet an das Smartphone weiter. Über ein Widget auf dem Display greift der Anwender von unterwegs auf Updates und Nachrichten aus seinen sozialen Netzwerken zu.
Zusätzlich holt Motoblur auch die E-Mails der verschiedenen Postfächer des Anwenders. Der Anwender sieht alle Neuigkeiten aus seinem sozialen Netzwerk in einem einzigen Stream und muss sich dafür nicht mehr in mehrere Webseiten einloggen. Praktisch ist, dass Motoblur auch eine Backup-Funktion im Web anbietet. Alle eingegangenen Nachrichten sowie Log-ins und Kontaktdaten werden auf einem Motorola-Server gespeichert. Wer sein Handy verliert, kann diese also schnell wieder rekonstruieren.
Motorola setzt auf Google Android
Das Handy basiert auf Googles Betriebssystem Android, nach Presseberichten will Motorola künftig ganz auf das Open-Source-Betriebssystem setzen. Vorteil des Betriebssystems ist, dass der Hersteller die Software ganz auf seine Bedürfnisse anpassen kann. Für den Nutzer bedeutet dies, dass er auch die anderen Google-Anwendungen wie Maps, Gmail, Youtube, Picasa oder Google Calendar im direkten Zugriff hat. Auch die Synchronisation mit Apples iTunes oder dem Windows Media Player ist möglich.
Für Vieltipper und Internetnutzer: Das Motorola Dext bietet einen 3,1-Zoll-Touchscreen und eine ausziehbare Tastatur. (Bild: Motorola)
Rein äußerlich und von der Technik her bietet das Mobiltelefon ein ähnliches Format und Leistungsdaten wie etwa das HTC Touch Pro 2 oder das Nokia N97. 3,1-Zoll-Display mit Touchscreen-Funktion, ausziehbare QWERTZ-Tastatur, Fünf-Megapixel-Kamera und GPS-Funktion sind die wichtigsten Eckpunkte des Motorola Dext. Ein Kopfhörer kann über 3,5-Millimeter-Klinke an das Smartphone angeschlossen werden.
Mit dem neuen Dext und Motoblur will der Mobilfunk-Pionier Marktanteile zurückgewinnen, die Motorola in den letzten Jahren verloren hatte. Bei den Smartphones ist der US-Hersteller nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner nicht einmal mehr unter den Top 5. Hier dominieren Hersteller wie Nokia, Research in Motion (RIM), Apple und HTC. Auf dem Gesamtmarkt ist Motorola mit einem Marktanteil von sechs Prozent auf Platz vier zurückgefallen, hinter Nokia, Samsung und LG.
Motorola will sich mit Motoblur zu einem der Vorreiter des Trends zur mobilen Nutzung der sozialen Netzwerke aufschwingen. Allerdings war Nokia schneller. Schon Anfang September hatte der finnische Mobiltelefon-Gigant mit "Lifecasting with Ovi" ein ähnliches Konzept vorgestellt. Der Dienst verknüpft Status- und Standortmeldungen vom Handy an die Facebook-Freunde. Nutzbar wird der Service auf dem Nokia N97 mini. Auch die HTC-Handys mit der Oberfläche Touchflo wie beispielsweise das Touch Pro 2 haben ein Widget auf dem Start-Bildschirm, das SMS-Nachrichten und E-Mails zusammenfasst. Allerdings ist der direkte Zugriff auf die sozialen Netzwerke noch nicht möglich.
Marktstart in Deutschland noch nicht angekündigt
Das Motorola Dext ist vorerst nur für die USA - dort wird es von T-Mobile als Cliq vermarktet - und in Europa für England und Spanien angekündigt. Ob und wann Dext auch in Deutschland in den Handel kommen soll, will Motorola noch nicht verraten. Auf Anfrage von netzwelt erklärte eine Sprecherin lediglich, dass Motorola in diesem Jahr noch ein weiteres Gerät ankündigen werde.
GW620: Das erste Android-Handy von LG. (Bild: LG)
Bis dahin wird auch die Konkurrenz weiter aktiv bleiben. So bringt gerade LG mit dem GW620 sein erstes Android Handy auf den Markt. Ebenfalls ein Smartphone mit Drei-Zoll-Touchscreen und ausziehbarer QWERTZ-Tastatur. Das GW620 ist laut LG "voraussichtlich im vierten Quartal 2009" erhältlich. Beim Preis hält sich der Hersteller noch bis zum Schluss alle Optionen offen.

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