Schottische Psychologin nimmt Web-Nutzung unter die Lupe

Studie: Facebook-Nutzer schlauer als Twitter-Anwender

Studie: Facebook-Nutzer schlauer als Twitter-Anwender Eine schottische Wissenschaftlerin will herausgefunden haben, dass Facebook die Intelligenz seiner Nutzer fördert. Nutzer des Mikroblogging-Diensts Twitter hingegen treten ihrer Ansicht nach mental auf der Stelle. Die Thesen stammen von der Psychologin Tracy Alloway von der University of Stirling in Schottland.

Alloway hat sich mit dem so genannten "Arbeitsgedächtnis" des Menschen beschäftigt, das für die zwischenzeitliche Speicherung und die Verarbeitung von Informationen zuständig ist. Einem Bericht der britischen Zeitung "Telegraph" zu Folge untersuchte die Schottin den Einfluss von interaktiven Internet-Seiten auf diesen Teil des Gehirns. Sie kam zu dem Schluss, dass die Nutzung bestimmter Internet-Plattformen die Entwicklung des Arbeitsgedächtnisses fördert. Andere Web-Angebote hingegen stünden der schnellen Informationsverarbeitung im Wege.

Werbung

"Aktive"-Portale fördern die Denkleistung

Soziale Netzwerke wie Facebook haben nach Angaben der Psychologin einen positiven Einfluss auf den Nutzer, weil das Gehirn aktiv arbeiten und sich Herausforderungen stellen muss. So sei ein Facebook-Nutzer immer mit der Kontaktaufnahme zu Freunden beschäftigt - und durch die Chat-Funktion von Facebook aktiv in Kommunikationsprozesse eingebunden. Sudoku-Rätsel und Strategiespiele gehören nach Ansicht der Forscherin ebenfalls zu den "intelligent machenden" Computer-Beschäftigungen und erhöhen die Denkleistung.

Twitter und Youtube sind nach Einschätzung von Alloway eindimensionale Kommunikationsmittel und für die Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses eher abträglich. Ein Tweet, also eine Twitter-Nachricht oder ein Video, benötigten nicht zwingend eine Reaktion und beanspruchten den Nutzer daher weniger als "aktive" Plattformen.

"Aussagen viel zu pauschal"

Die Ergebnisse der schottischen Forscherin stoßen unter Wissenschaftlern nicht nur auf Anerkennung. "Twitter ist eine Kommunikationsform wie jede andere. Es kommt immer auf den Kontext an, in dem ein Kommunikationsmittel eingesetzt wird, aber grundsätzlich ist der Dienst sicherlich positiv zu bewerten", sagt Medienpsychologe Jo Groebel, Direktor des Deutschen Digitalen Instituts, gegenüber dem Nachrichtendienst Pressetext. "Generell finde ich diese Aussagen viel zu pauschal und kann ihnen daher wenig abgewinnen. Es kommt schließlich immer darauf an, in welchem Zusammenhang die Kommunikationsmittel zum Einsatz kommen", kritisiert der Medienpsychologe.

Forum

Eigenen Kommentar schreiben