HDTV: So klappt der HD-Empfang im Wohnzimmer

DVB-C: Weniger HD-Programme als per Satellit

Wer über Kabelnetz HDTV empfängt, erhält weniger Programme mit Qualitätssignal als per Satellit. Die Kabelnetzbetreiber speisen zwar die öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und Arte in Hochauflösung ein. Aber die HDTV-Sender der Privaten sind per Kabel mit Ausnahme von Tele Columbus nicht zu empfangen: Dort erhalten Kunden immerhin RTL HD und VOX HD. Und bei einigen Netzbetreibern werden zudem die gebührenpflichtigen HD-Sender von Sky und Anixe HD angeboten.

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Für den Empfang von HD-Signalen per Kabelnetz wird zunächst ein digitaler Anschluss benötigt. Wer diesen noch von Analog- auf Digitalempfang umstellen muss, sollte sich bei seinem Betreiber - etwa Kabel Deutschland, Kabel BW oder Unitymedia - über die Bedingungen einer Umrüstung informieren.

Empfangsgeräte vom Netzbetreiber oder aus dem Handel

Vom Netzanbieter erhält der Kunde bei Abschluss eines Vertrages auch ein digitales Empfangsgerät, etwa einen einfachen DVB-C-Receiver mit HDMI-Anschluss. Häufig bieten die Betreiber auch digitale Videorekorder an. Alternativ sind HD-fähige Kabel-Receiver im Handel erhältlich. Auch Flachbildfernseher mit eingebautem DVB-C Tuner taugen für den HD-Empfang per Kabel.

Die Preise für die Receiver liegen zwischen 150 Euro für die günstigsten Empfangsgeräte und 500 Euro für höherwertige Modelle, die neben einem Empfangsteil eine Festplatte besitzen und netzwerk- sowie aufnahmetauglich sind. Sinnvoll ist bei Geräten mit Videorekorder-Funktion auch ein "Twin Tuner", mit dem der Zuschauer ein Programm sehen und gleichzeitig ein anderes aufzeichnen kann.

Kabelkunden benötigen zusätzlich auch eine Smartcard zum Empfang oder zur Aufnahme des HD-Empfangssignals am Flachbildfernseher. Die Netzbetreiber legen diese Smartcard in der Regel ihren HD-Paketen bei. Da auch die Kabelnetzbetreiber über den Einsatz von CI+ nachdenken, bleibt abzuwarten, welche Neuerungen in Zukunft auf den Kunden zukommen.

Internet: Hochauflösendes Fernsehen per IPTV

Eine Alternative zum HD-Empfang per Satellit oder Kabel stellt das Internetfernsehen dar, auch IPTV genannt. Um Qualitätssignale per Web auf den Fernseher zu bekommen, muss ein Vertrag mit einem entsprechenden Provider abgeschlossen werden. Marktführer ist die Deutsche Telekom mit rund 800.000 IPTV-Kunden. Beim IPTV-Angebot "Entertain" des rosa Riesen zahlt der Kunde für den günstigsten HD-Tarif 37,95 Euro monatlich. Inklusive ist ein Festnetzanschluss zum Telefonieren mit Minutentarif, allerdings fehlt eine separate Internet-Leitung zum Surfen im Netz.

An Gratis-Inhalten in HD bietet die Telekom das Erste, ZDF, Arte und Anixe in HD sowie Serien, Spielfilme oder Dokumentationen aus ihrem Videoload-Archiv an. Wer die Bundesliga in Hochauflösung erleben will, bucht das HD-Angebot "Liga Total" für zusätzliche 20 Euro im Monat. Das zur Aufbereitung des Internetsignals nötige Empfangsgerät ist im Falle der Telekom eine HD-fähige IPTV-Settop-Box mit Rekorderfunktion. Für die Miete des Gerätes zahlt der Kunde eine monatliche Gebühr in Höhe von 5,95 Euro monatlich, wobei das Gerät dank Rabattstaffelung bereits nach einer Nutzungsdauer von zehn Monaten günstiger wird.

Filme im Web-Browser: Scharfe Bilder über YouTube

Wer keinen Wert auf HD-Material der Öffentlich-Rechtlichen, Privaten, von Sky oder der Telekom legt, muss nicht in die Röhre schauen: Auch im Internet liegen einige legale HD-Quellen bereit - zum Beispiel auf der Videoplattform Youtube.

Dort lässt sich beispielsweise der Kinofilm "Home" von Yann Arthus-Bertrand mit dem HD-Button unten rechts in Hochauflösung darstellen. Wer nach den Stichworten "HD", "720p" oder "1080p" sucht, findet zusätzliche Videos in Hochauflösung.

Zur optimalen Darstellung der Filme per Internetbrowser wird neben einem schnellen Rechner auch Bandbreite satt benötigt: Eine DSL-Leitung mit einer Geschwindigkeit von bis zu 16.000 Megabit pro Sekunde ist anzuraten.

Ohne Flachbildfernseher geht nichts

Das hochauflösende Empfangssignal ist nichts ohne eine entsprechendes HD-fähiges Fernsehgerät. Im Wohnzimmer sollte deshalb mindestens ein Flachbildfernseher mit dem "HD ready"-Logo stehen. Solche Fernseher verfügen über eine Auflösung von 1.280 x 720 Bildpunkten und einen digitalen DVI- oder HDMI- Anschluss.

Damit sind diese TV-Geräte bestens vorbereitet für die HD-Ausstrahlung der Öffentlich-Rechtlichen, denn ARD und ZDF senden ihre scharfen Bilder unverschlüsselt im 720p-Format. Das entspricht einer Auflösung von 1.280 x 720 Bildpunkten. RTL dagegen plant, HDTV im 1080i-Standard mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auszustrahlen, liefert hochauflösende Sendungen allerdings nur in Halbbildern.

Die Folge ist eine schlechtere Bewegungsdarstellung im Vergleich zum 720p-Format. Zur optimalen Darstellung des hochauflösenden RTL-Programms muss der Flachbildfernseher Full-HD-fähig sein, sprich eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten besitzen. Bei einem "Full HD"-Fernseher werden zudem Blu-ray-Filme in der bestmöglichen Qualität dargestellt.

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