Qualitätsfernsehen per Satellit, Kabel, IPTV und Stream
HDTV: So klappt der HD-Empfang im Wohnzimmer
Um hochauflösende Filme und Fernsehprogramme zu empfangen, bieten sich derzeit vier Übertragungswege an: Satellit, Kabel, Internet-Fernsehen und Streaming. Am besten schneidet der HD-Empfang per Satellit ab, weil die meisten Programme zur Verfügung stehen. Aber auch per Kabel kommt inzwischen ein gutes Angebot an hochwertigem Videomaterial ins Haus. Netzwelt stellt vier HD-Empfangsarten vor - und erklärt, welche Geräte der Zuschauer benötigt.
Inhaltsverzeichnis
- 1DVB-S: Satellitenempfang bietet besten Weg für HDTV
- 2Private Sender: Astra-Plattform HD+
- 3Lizenzierte Empfangsgeräte auf dem Markt
- 4Receiver-Beschränkung bei HD+
- 5DVB-C: Weniger HD-Programme als per Satellit
- 6Empfangsgeräte vom Netzbetreiber oder aus dem Handel
- 7Internet: Hochauflösendes Fernsehen per IPTV
- 8Filme im Web-Browser: Scharfe Bilder über YouTube
- 9Ohne Flachbildfernseher geht nichts
DVB-S: Satellitenempfang bietet besten Weg für HDTV
Voraussetzung für den Empfang von HDTV per Satellit ist eine Antenne mit digitalem Satellitenempfang. An jeder Satelliten-Antenne sorgt eine elektronische Einheit - der so genannte "Low Noise Block Converter" (LNB) - für die Wandlung und Übertragung der Funkwellen auf Koaxialkabel. Wenn der LNB nicht für digitalen Empfang geeignet ist, muss die Einheit ausgewechselt werden - erst dann klappt die HDTV-Übertragung. Anschließend gelangt das Bildsignal per Kabel in das heimische Wohnzimmer.
Das Kabel der Satellitenantenne schließt der Anwender an einen digitalen Satellitenreceiver an, der die Daten für das Fernsehgerät aufbereitet. Wichtig: Das Gerät muss den Standard DVB-S2 unterstützen. Einfache Receiver stehen ab 130 Euro in den Regalen, rund 700 Euro werden für Alleskönner-Geräte mit integrierter Festplatte fällig. Als Alternative zum separaten Empfangsgerät bietet sich ein Fernseher mit integriertem HDTV-Tuner an. Bei beiden Varianten tauchen in der Regel keine Probleme bei unverschlüsselten HD-Sendungen auf, die beispielsweise von ARD und ZDF, Arte oder Anixe HD ausgestrahlt werden.
Private Sender: Astra-Plattform HD+
Anders sieht es bei privaten Sendern aus, denn RTL und Prosiebensat1 haben sich entschieden, hochauflösende Signale verschlüsselt über die Astra-Plattform HD+ in die Haushalte zu schicken. Für den Empfang ist ein Satellitenreceiver mit einem "Common Interface-Schacht" (CI) vonnöten, in den ein "Conditional Access Module", auch CAM genannt, gesteckt wird. Die CAM-Steckkarte sorgt für die Dekodierung des verschlüsselten HD-Signals.
Für HD+ hat Astra aber inzwischen den Zugangsstandard CI+ entwickelt. Wegen der neuen Technologie hatten Verbraucherschützer vor einer Fehlinvestition gewarnt. Sie befürchteten, dass zurzeit im Handel erhältliche Satellitenreceiver mit dem herkömmlichen CI-Modul künftig nicht für den Empfang von HD-Sendungen zu gebrauchen sind. Allerdings steht jetzt fest, dass namhafte Receiver-Hersteller wie Technisat, Kathrein oder Humax CAM-Module für Altgeräte auf den Markt bringen und damit CI+-kompatibel werden.
Lizenzierte Empfangsgeräte auf dem Markt
Receiver und Fernseher, für die die Betreiberplattform HD+ Module verkauft, listet die Seite HD Plus Modul auf. Die Steckkarten sind ab Mitte dieses Jahres für 99 Euro erhältlich, enthalten ist auch eine Smartcard für den Hd+-Empfang über 12 Monate. Da es für jeden Receiver ein spezifisches CAM-Modul gibt, muss der Kunde für mehrere Receiver auch mehrere Steckkarten anschaffen. Für Empfangsgeräte mit CI+-Slot soll im zweiten Quartal dieses Jahres ein CI+-CAM-Modul mit HD+-Karte erscheinen und nach Angaben von HD+ weniger als 100 Euro kosten.
An bereits erhältlichen Neugeräten für HD+ steht etwa der Receiver "TT-micro S835 HD+" von Technotrend für rund 200 Euro zum Verkauf. Des Weiteren bietet Humax den Festplattenreceiver "iCord HD+" für 650 und Technisat die Set-Top-Box "Digit HD8+" für 330 Euro an. In der Regel liegt den Neugeräten eine HD+-Smartcard bei, mit der die Astra-Nutzungsgebühren für die ersten zwölf Monate entfallen.
Receiver-Beschränkung bei HD+
Bei den Standards HD+ und CI+ sollten Verbraucher bedenken, dass die Technologie den Sendern eine stärkere Reglementierung ermöglicht. So können die Sendeanstalten etwa bestimmen, ob ein Film oder eine Sendung aufgenommen werden darf oder dass ein aufgenommener Spielfilm nach sieben Tagen gelöscht wird. Zudem lässt sich das Vorspulen bei Werbung und das "Timeshifting" unterbinden, also die zeitlich versetzte Aufnahme von Sendungen.
Wer auch die HD-Kanäle von Sky empfangen möchte, benötigt dafür einen vom Pay-TV-Sender lizenzierten Receiver. Zusätzlich fallen Nutzungsgebühren für das Programm an. Ob Sky auch auf die Zugangstechnologie CI+ setzt, steht derzeit noch nicht fest. Sollte es aber zu einer Kooperation zwischen dem Pay-TV-Sender und Astra kommen, könnte Sky anstelle eigener Receiver in Zukunft spezielle CI+-Karten zur Entschlüsselung des Empfangssignals herausgeben.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 8 Beiträge
Bei Kabelanschluss steht dir diese Wahl auch weiterhin offen. So ist laut einer aktuellen Pressemitteilung der ANGA (Verband deutscher Kabelnetzbetreiber) keine komplette Umstellung auf digital im Jahr 2012...
Habe innerhalb 14 Tagen 3 HDMI Kabelreceiver gehabt, alle 3 Schrott! Jeder hatte eine andere Macke. Bleibe bei Analog.
Hallo würde mich sehr freuen wenn ihr weiterbehilflich seien könnt es geht um mein neu gekauften hd+plus Reciever von humax hd fox+ ich kann nur bestimmte kanäle empfangen wie pro7 sat1 oder kabel eins aber kann...
Gibt keine DVB-S2-tauglichen LNB´s!Nur Digital oder analog!! Digitales LNB=HDTV-Empfang möglich!!
Hi, habe mal irgendwo gelesen, dass der LNB nicht einfach nur "digital" tauglich sein soll, sondern auch für DVB-S2 geeignet. Stimmt es?