Vorbelastete Laufwerke im Handel entdeckt

Seagate: Gebrauchte Festplatten als Neuware verkauft

Seagate: Gebrauchte Festplatten als Neuware verkauft Gebrauchte Festplatten des Herstellers Seagate sind als Neuware gekennzeichnet in den Handel gelangt. Betroffen sind 400-Gigabyte-Festplatten mit IDE-Schnittstelle und der Modellbezeichnung ST3400832A. Das teilt das Computermagazin "c't" heute mit.

Die 400-Gigabyte-Modelle der Seagate-Festplatten befinden sich schon seit längerer Zeit nicht mehr in Produktion. Die Speichermedien standen im Handel für Preise von 40 bis 60 Euro zum Verkauf. Da die IDE-Schnittstelle kaum noch genutzt wird, gehören die Geräte zu den wenigen noch lieferbaren IDE-Festplatten mit hoher Kapazität.

Ein Verbraucher hatte anlässlich eines Festplattendefekts festgestellt, dass das Gerät eine deutlich zu hohe Betriebszeit aufwies. Kurz entschlossen teilte er das Problem der "c't" mit. Das Magazin kaufte daraufhin mehrere angeblich neue Festplatten vom gleichen Seagate-Modell.

Werbung

Im anschließenden Labortest stellte das Magazin fest, dass es sich bei allen Testmodellen um gebrauchte Produkte handelt. Die Laufwerke wurden bereits im Jahr 2005 produziert und hatten stellenweise mehr als 20.000 Arbeitsstunden hinter sich.

Verpackung liefert ersten Hinweis

Käufer vom Seagate-Festplatten-Modell ST3400832A erhalten schon beim Blick auf die Verpackung erste Hinweise, ob es sich bei ihrer Festplatte um ein gebrauchtes Laufwerk handelt. Eine geöffnete Antistatik-Hülle weist darauf hin, dass sich die Platte schon im Einsatz befunden hat. Ein weiteres Indiz liefert der Datums-Code auf dem Laufwerk: Fängt die Zahlenreihe mit den Ziffern "05" oder "06" an, wurde die Festplatte schon vor Jahren gefertigt.

Wer genaue Informationen zu seinem Seagte-Datenspeicher sucht, greift am besten zur Software "SeaTools". Das Programm liest die SMART-Information der Festplatte aus. Da jede IDE-Festplatte einen integrierten Betriebsstundenzähler aufweist, gestattet das Programm die genaue Ermittlung der Betriebszeit.

Händler in der Verantwortung

Gegenüber der "c't" bestätigte Regina Israel von der Seagate-Presseabteilung, dass wieder aufgearbeitete Seagate-Festplatten in den Handel gelangen können. Diese müssten aber deutlich gekennzeichnet sein. Seagate und autorisierte Wiederaufarbeitungspartner seien dazu verpflichtet, entsprechende Festplatten mit einem Typenschild zu versehen. Auf diesem steht "refurbished", auf Deutsch "wiederaufgearbeitet".

Nach Angaben der "c't" sind deutsche Händler dazu verpflichtet, Ersatz zu liefern oder dem Käufer den Kaufpreis zu erstatten, wenn sie gebrauchte Geräte als Neuware verkaufen. Das gilt dem Magazin zufolge auch dann, wenn der Händler nicht wusste, dass das beanstandete Gerät keine Neuware war.

Links zum Thema

Beiträgeinsgesamt 11 Beiträge

Gegen ne neue 500-er Platte hätte ich nichts dagegen. Mir wäre das jedenfalls lieber, als ne alte IDE-Platte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bald ausfällt.

Händler, Hersteller alles dasselbe :) Sicherlich hast du recht bzgl. zurückschicken. Ich bezweifle, aber das Seagate mir diese Platte umtauschen kann. Diese Festplatte wurde vor Jahren produziert und...

Na ja, wieso an den Händler schicken? Soweit ich weiss, kann man die Platten auch direkt an Seagate schicken. Garantie prüfen und Rücksendung abschicken | Seagate Seagate wird die Platte...

Über das ärgere ich mich auch, aber zurückschicken Geld wieder zurückverlangen und eine neue IDE-Festplatte suchen die zum selben Preis weggeht. Das ist der Aufwand nicht wert. Es war wie oben schon geschrieben...

Ich würde an Deiner Stelle die Platte dem Hersteller um die Ohren hauen. Trotz des Preises ist es eigentlich schon eine Frechheit, dieses Produkt als NEU zu verkaufen.

Kommentieren