Großrechner verbraucht Strommenge von 1.000 Einfamilienhäusern

Klimasünder Supercomputer: Wettervorhersage schadet der Umwelt

Klimasünder Supercomputer: Wettervorhersage schadet der Umwelt Der britische Wetterdienst steht in der Kritik. Dessen neuer Supercomputer verbraucht zu viel Strom - und produziert dadurch zu viel Kohlendioxid. Anstatt nur das Wetter vorher zu sagen und Klimamodelle zu berechnen, trägt er gehörig zum Klimawandel bei. Dies melden britische Medien.

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Im Mai freuten sich die Wissenschaftler des britischen Wetterdiensts Met Office, den leistungsstärksten Supercomputer des Landes in ihrem Hauptquartier in Exeter in Betrieb zu nehmen. Bis 2011 soll die Leistung des umgerechnet rund 34 Millionen Euro teuren IBM-Rechners auf eine Billiarde Rechenschritte pro Sekunde ausgebaut werden, das entspricht einem Petaflop. 400 Wissenschaftler nutzen den High Performance Computer (HPC), der leistungsstärker als 100.000 Standard-Rechner ist.

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Stromverbrauch wie 1.000 Einfamilienhäuser

Neben der Wettervorhersage dient der Superrechner auch dazu, die Auswirkungen des Klimawandels zu berechnen und geeignete Gegenmaßnahmen zu finden. Der Computer ist jedoch selbst einer der größten Klimasünder Englands: Mit seinen 15.000 Gigabyte Arbeitsspeicher verbraucht der Klimarechner 1,2 Megawatt pro Jahr - so viel wie 1.000 Einfamilienhäuser. Im gleichen Zeitraum verursacht er den Ausstoß von 12.000 Tonnen Kohlendioxid. Diese Zahlen stammen vom Department of Communities and Local Government, das den Verbrauch jeden öffentliche Gebäudes in Großbritannien ermittelte.

In der Auflistung der Umweltverschmutzer des Department of Communities and Local Government belegt das Hauptgebäude des Met Office den 103. von 28.259 Plätzen. Allerdings ist der Supercomputer für 75 Prozent des CO2-Fingerabdrucks des Gebäudes verantwortlich. Der Stromverbrauch des restlichen Gebäudes ist nach Angaben eines Sprechers der Behörde allerdings vorbildlich.

Hoher Verbrauch und schlechte Vorhersagen

Damit steht der britische Wetterdienst zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit in der Kritik. Ihre mit dem neuen Supercomputer errechnete Vorhersage eines Jahrhundertsommers im Jahr 2009 traf nicht ein: Die Sommermonate auf der Insel waren stattdessen durchwachsen bis nass.

Gegenüber der Online-Ausgabe der "Times" verteidigte der Sprecher des Met Office, Barry Gromett, den neuen Computer. Mit seinen Vorhersagen würden die Meteorologen Leben retten und Fluggesellschaften jährlich 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger verbrauchen.

Für Gromett bleiben Supercomputer unverzichtbar: "Ohne sie fallen wir in das Mittelalter der Wettervorhersage zurück." Umweltschützer zeigen Verständnis für die Meteorologen. Maurice Spurway, Sprecher der Umweltschutzorganisation Friends of the Earth, sagte in einer Pressemitteilung: "Das Leben ist voller Ironie und ich glaube, dies ist eine dieser Situationen."

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