Metro Paris Subway führt zu den nächsten U-Bahn-Stationen
Augmented Reality: Erste App für das iPhone erschienen
Nachdem die erweiterte Realität bereits mit einigen Programmen auf Android-Telefonen und der PlayStation 3 Einzug gehalten hat, wurde nun auch die erste App für das iPhone freigegeben. "Metro Paris Subway" zeigt neben dem aktuellen U-Bahn-Streckennetz über die Kamera des iPhone 3GS Zusatzinformationen wie Stationen, Sehenswürdigkeiten und gastronomische Einrichtungen in der Umgebung direkt im Bild an. Weitere Apps sollen mit der Veröffentlichung des iPhone OS 3.1 folgen.
Apple hat am Dienstag, dem 25. August, im AppStore mit der Aktualisierung des Programms "Metro Paris Subway" die erste App mit "Augmented Reality"-Funktionalität freigegeben. Das für 79 Cent erhältliche Programm zeigt das aktuelle Streckennetz und die nächsten Stationen der Pariser Metro mithilfe von Google Maps an. Bei ausgefallenen Verbindungen sendet das Programm zudem über den Push-Service sofort eine Nachricht zu den sich in der Nähe befindenden Nutzern.
Navigation für die Realität
Mit dem Update zeigt das Programm nun über die Kamera des iPhones ein Livebild an. In dieses Bild werden kleine Avatare zu den nächsten U-Bahn-Stationen hinein projiziert. Mithilfe des GPS-Signals und dem in das iPhone 3GS integrierten Kompass verändern die Bilder ihre Position, wenn der Nutzer die Blickrichtung des iPhones ändert. Nach Auswahl eines Ziels zeigt die App die Richtung auf dem "virtuellen Fußboden" an.
Im Video wird die AR-Anwendung "Metro Paris Subway" vorgeführt. (Französisch)
In der App können Anwender zusätzliche Datenpakete für je 79 Cent kaufen. Diese enthalten Daten zu Pariser Buslinien, Restaurants, Coffeeshops, Fast-Food-Ketten, Hotels und Erholungsorten. Auch diese Örtlichkeiten lassen sich mit der "Augmented Reality"-Funktion im Umkreis von einem Kilometer anzeigen. "Metro Paris Subway" ist durch die Mehrsprachigkeit nicht nur für Einheimische geeignet, auch Touristen hilft das Programm durch die Stadt.
Mit der bald erscheinenden neuen Version 3.1 des iPhone OS sollen weitere Programme mit der neuen Technik erscheinen. Einige Firmen haben bereits entsprechende Anwendungen angekündigt. So werden beispielsweise das auf der Android-Plattform veröffentlichte Programm "Layar" und die App "Nearest Tube" von Acrossair ähnliche erweiterte Realitäten anbieten. Das sich noch in der Entwicklung befindende Twitter-Programm "TwittARound" wird auf diese Art ebenfalls die neuesten Tweets aus der Umgebung anzeigen.
Erweiterte Wirklichkeit
Bereits 1992 tauchte der Begriff "Augmented Reality" (AR) erstmals auf. Der Ausdruck beschreibt die Erweiterung der eigenen Wahrnehmung durch virtuelle Elemente aus dem Computer. Heute gibt es schon zahlreiche Anwendungsbeispiele dieser Technik. So sind Head-Up-Displays in Kampfflugzeugen eine der ersten AR-Anwendungen. Sie zeigen Informationen direkt im Sichtfeld des Piloten an.
Auch bei der Konstruktion, Wartung und Medizin helfen schon heute Zusatzinformationen im Sichtfeld der Anwender bei komplexen Aufgaben. Einige Navigationssysteme für das Auto zeigen Daten direkt auf der Windschutzscheibe an oder blenden im Bild der Heckkamera die Entfernung zum nächsten Fahrzeug ein.
Mithilfe eines Computers mit Webcam können aus realen Objekten neue dreidimensionale Objekte entstehen. Mehrere Firmen setzten diese Technik bereits als Werbegag ein. So erwachen auf Baseballkarten dreidimensionale Spieler zum Leben. Eine deutsche Firma entwickelte ein ganzes Buch, das neue Objekte im Computer entstehen lässt. Ähnliche AR-Effekte stellte netzwelt bereits anlässlich eines Kurzfilms der Woche vor.

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