Das verbirgt sich hinter MP4, H.264 und MKV

Netzwelt-Wissen: Videoformate

Netzwelt-Wissen: Videoformate Wer am PC Videos aus dem Internet herunterlädt, Camcorder-Aufnahmen schneidet oder Party-Clips vom Handy auf YouTube veröffentlicht, kommt um den Videoformat-Dschungel nicht herum. Schnell tummelt sich auf der Festplatte ein Schwarm von Videodateien mit Dateiendungen wie ".mp4", ".ogv", ".mov“ oder ".mkv". Ob das Abspielprogramm der Wahl damit zurechtkommt, wird zum Glücksspiel. Die Formate dienen zum Teil unterschiedlichen Anwendungszwecken, oft sind sie aber auch einfach nur Konkurrenzprodukte.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Inhalt
  2. 2MPEG-1 und MPEG-2: Standard für Video-CD und -DVD
  3. 3MPEG-4 und H.264: Universeller Medienstandard
  4. 4AVI: Microsoft-Standard mit zahlreichen Einschränkungen
  5. 5QuickTime: Standard für Medienprofis
  6. 6DivX und Matroska: 100 Millionen Abspielgeräte

Inhalt

MPEG-1 und MPEG-2: Standard für Video-CD und -DVD

Eines der ältesten und früher eines der gängigsten Videoformat ist das ISO-genormte MPEG-1 der Motion Picture Expert Group (MPEG). Der Standard wurde in den Achtzigern entwickelt und 1991 erstmals vorgestellt. Ziel der Entwicklung war es, Videomaterial so zu komprimieren, dass es von von einem CD-Player abgespielt werden kann. Daraus ging die Video-CD hervor. MPEG-1 ist auch heute noch eines der wenigen Videoformate, die nahezu alle Systemen verarbeiten können. Der Hauptnachteil dieses alten Standards ist die vergleichsweise niedrige Kompressionsleistung.

Als Nachfolger für MPEG-1 wurde 1994 MPEG-2 eingeführt. Es dient als Grundlage für DVD-Video und bietet deutlich höhere Effizienz als der Vorgänger. Da für MPEG-2 Lizenzgebühren anfallen, liefern viele Betriebssysteme und Abspielprogramme keinen Decoder für dieses Format mit. Häufig sind daher zusätzliche, teils kostenpflichtige, Decoder-Plugins nötig. Dateien im MPEG-1 oder MPEG-2-Standard tauchen üblicherweise mit der Dateiendungen ".mpg" oder ".mpeg" auf. Fernseh- und Camcorder-Aufnahmen in MPEG-2 liegen häufig in einem Transport-Stream-Container vor und nutzen daher die Dateiendung ".ts". Entsprechende Dateien im DVD-Video-Standard sind an der Endung ".vob" zu erkennen.

MPEG-4 und H.264: Universeller Medienstandard

Der MPEG-4-Standard umfasst eine Vielzahl an Audio- und Videocodecs, einen Dateicontainer, Untertitel- sowie Bild- und 3D-Grafikformate. Der ursprüngliche MPEG-4-Videocodec heißt Simple Profile (SP) und wurde dafür entwickelt, Videoübertragungen bei besonders geringen Bandbreiten zu ermöglichen. Der modernste MPEG-4-Codec H.264 alias AVC wird heute jedoch auch für hochauflösendes Fernsehen oder für HD-Filme auf Blu-ray-Discs genutzt.

Im Internet beliebt geworden ist das MPEG-4-Format besonders durch Apple. Der Mac-Hersteller nutzt es als Standard-Videoformat auf dem Mac, in iTunes und auf dem iPod. Neben Apples QuickTime-Codec sind beispielsweise Xvid, x264 und Nero Digital verbreitete MPEG-4-Implementierungen.

Die offizielle Dateiendung von MPEG-4 ist ".mp4". Gerade Videomaterial aus der Apple-Produktwelt erscheint häufig auch mit der Endung ".m4v". Obwohl der MPEG-4-Standard einen einheitlichen Dateicontainer definiert, wird MPEG-4-Material häufig auch in Containern von Fremdformaten genutzt. Beispiele dafür sind der QuickTime-Container, der als Grundlage für den MPEG-4-Standard diente, AVI und neuere Versionen von Flash Video und DivX.

AVI: Microsoft-Standard mit zahlreichen Einschränkungen

Audio Video Interleave (AVI) ist ein vom Windows-Hersteller Microsoft geschaffenes Containerformat für Audio- und Videodaten. Unter Windows erscheint es auch unter dem Begriff "Video für Windows". Unterschiedliche Codecs wie MPEG-2 und MPEG-4, Motion JPEG, Digital Video (DV), WAVE oder Dolby Digital können darin gespeichert werden, zudem untertsützt eine Vielzahl an Abspielprogrammen der Container. Das Format gilt allerdings als wenig flexibel: Es unterstützt keine Menüs oder Kapitelfunktionen, Untertitel nur schlecht. Zudem ist AVI nicht für Streaming geeignet. AVI-Dateien nutzen die Dateiendung ".avi".

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