Microsoft begrüßt Urteil und Strafmaß
China: Harte Strafen für Windows-XP-Piraten
Ein chinesisches Gericht hat zwei Raubkopierer zu einer mehrjährigen Haftstrafe und einer hohen Geldbuße verurteilt. Diese hatten jahrelang eine manipulierte Version von Windows XP kostenlos angeboten. Ihr Geld verdienten sie ganz legal mit Werbeeinnahmen.
Wenn Politiker oder Manager der IT-Branche in den letzten Jahren China besuchten, dann kam immer wieder ein Thema auf den Tisch: Produktpiraterie und insbesondere Software-Piraterie in China. Nach einer Statistik der Business Software Alliance (BSA) hat China immer noch eine Raubkopierrate von 80 Prozent, angeblich sind der Software-Industrie 2008 so fast 6,7 Milliarden Euro entgangen. In Deutschland beträgt die Raubkopierrate im Jahr 2008 laut BSA 27 Prozent, das entspricht angeblich einem Umsatzausfall von 1,55 Milliarden Euro
Nun hat die chinesische Justiz offenbar auf eine härtere Gangart gegenüber dem Software-Klau umgeschaltet und zwei kommerzielle Raubkopierer vor Gericht gestellt, wie das Online-Magazin "China View" berichtet. Hong Lei, der Windows XP im Web kostenlos angeboten hatte, wurde von einem Gericht in Suzhou zu dreieinhalb Jahren Gefängnis und umgerechnet 146.400 US-Dollar Geldstrafe verurteilt.
Kostenloses Windows XP für zehn Millionen Kunden
Hong hatte Windows XP so manipuliert, dass Aktivierung und Authentisierung des Betriebssystems abgeschaltet waren und diese Version anschließend als "Tomato Garden Windows XP" angeboten. Dabei war das Windows aus dem virtuellen Tomatengarten für die geschätzten zehn Millionen "Kunden" kostenlos.
Geld verdient haben Hong und seine Partner mit Werbeeinnahmen für die Webseite. Der Geschäftspartner Sun Xianzhong bekam die gleiche Strafe wie Hong. Zwei weitere Helfer müssen jeweils für zwei Jahre ins Gefängnis und wurden mit 100.000 Yuan Geldstrafe belegt, das entspricht etwas mehr als 10.000 Euro.
Auch der Betreiber der entsprechenden Internetseite "The Chengdu Gongruan Networking Technology" kam nicht ungeschoren davon. Dessen Einnahmen von umgerechnet 299.000 Euro wurde von den Behörden konfisziert. Hinzu kam eine satte Geldstrafe von 8,77 Millionen Yuan, das entspricht knapp 900.000 Euro.
Piraterieseite verdient Geld mit Werbung
Microsoft und die Business Software Alliance begrüßten das von der chinesischen Justiz verhängte Strafmaß. Liu Fengming, als Vice President zuständig für Microsofts China-Geschäft, kommentierte nach Angaben von "China View" das Urteil mit den Worten, es zeige "Chinas Entschlossenheit im Kampf gegen Piraterie und beim Schutz der Urheberrechte".
Allerdings hatten die chinesischen Behörden dem illegalen Treiben wohl schon ziemlich lange zugesehen. Hong hatte dem "China View"-Bericht zufolge seine Seite schon im Jahr 2004 eingerichtet und seine manipulierte Version von Windows XP zu einer der am häufigsten benutzten Raubkopien von Windows XP gemacht.
Da Hong und seine Partner ihr Geld mit Werbeeinahmen für die Webseite verdienten, war diese vermutlich keineswegs so geheim wie etwa Warez-Server. Festgenommen wurden er und seine Partner erst zwischen August und Dezember 2008.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 5 Beiträge
Merkwürdig, aber wenn Plastikschuhe unter falschem Label produziert werden und ins Ausland verschifft werden machen die Chinesen kein Fass auf oder? Aber in dem Land ist Hopfen und Malz sowieso verloren.
wer genau wissen will kann bei google nach 100000 yuan in Euro suchen ;)
100000Yen ist mit Sicherheit nicht mehr als 10.000. Im Gegenteil: 100,000 Japanese Yen = 737.550 Euro!
Zitat: Ich glaube ihr meintet das Richtige bei der Geldstrafe, habt aber das Falsche hingeschrieben: Nicht "100 000 Yen" sondern "100 000 Yuan", Yen gibts nur in Japan, und das...
Ich glaube ihr meintet das Richtige bei der Geldstrafe, habt aber das Falsche hingeschrieben: Nicht "100 000 Yen" sondern "100 000 Yuan", Yen gibts nur in Japan, und das wären auch mehr als 10 000...