Symantec und Gdata veröffentlichen Sicherheits-Studien

Online-Spiele: Trojaner schreibt Zugangsdaten mit

Zugangsdaten für Online-Spiele zählen zur beliebten Beute von Internet-Kriminellen. Das ist die Schlussfolgerung aus zwei Studien, die die Gdata und Symantec unabhängig voneinander vorgelegt haben. Aktueller Anlass ist die Gamescom in Köln. Auch wenn die beiden Sicherheits-Unternehmen die Studien nutzen, um auf ihre Virenscanner, Firewalls und Anti-Phishing-Lösungen hinzuweisen, wirken die Ergebnisse plausibel.

Gestohlene Spieler-Accounts
Gestohlene Accounts für "World of Warcraft" werden in illegalen Foren ab fünf Euro gehandelt. (Bild: Gdata)

So hat Gdata zwei Monate lang mehrere hundert illegale Internet-Foren untersucht, in denen gestohlene Spielerdaten von Online-Games gehandelt werden. Ergebnis: "Bereits für weniger als zwei Euro sind dort für fast jedes gängige Online-Spiel Zugangsdaten erhältlich. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage, Qualität der Accounts, Mengenabnahme und Verhandlungsgeschick des Interessenten", schreibt Gdata-Sprecher Thorsten Urbanski.

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Spitzenreiter in den Foren sind Konten für "World of Warcraft" (WoW) und "Steam". WoW-Accounts werden beispielsweise zu Preisen zwischen zwei und 50 Euro gehandelt. Die Opfer, denen die Daten für ihren Spiele-Account gestohlen werden, merken erst einmal nichts von dem Diebstahl. Denn meist arbeitet auf ihrem Rechner unerkannt ein so genannter "Trojaner". Die Schadsoftware protokolliert Eingaben wie Passwörter und Usernamen und leitet sie anschließend an den Datendieb weiter.

Fette Beute mit Counterstrike und Co.

Aber auch andere Titel sorgen in den illegalen Foren nach Angaben von Gdata für Umsätze: "Call of Duty", "Counter-Strike: Source", "Day of Defeat", "Eve Online", "Half-Life: Opposing Force", "Left 4 Dead", "Team Fortress", "Unreal Tournament 3" und "Warhammer 40.000: Dawn Of War II".

Zu ähnlichen Ergebnissen wie der Gdata-Report kommt ein Bericht von Symantec. Das Unternehmen hat Fakten und Zahlen zum Thema Videospiele und Kriminalität zusammengestellt. Diese stammen zum Teil noch aus Symantecs Underground Economy Report vom November 2008. Demanch gehören gestohlene Gaming-Accounts zu den "Top Ten der angebotenen Waren auf Untergrundservern".

Häufig nutzen die Datendiebe den Trojaner "Gampass" und den Wurm "Gamminma". Beide zielen auf den Diebstahl der Gaming-Accounts ab, wie Symantecs Internetsicherheitsbericht vom April 2009 meldet.

Auch der Handel mit Spielen floriert

Doch auch Konsolen- und PC-Spiele werden in den Untergrundforen gerne gehandelt. Insgesamt beziffert Symantec den Wert der illegal gehandelten Spiele auf 6,5 Millionen Euro. PC-Spiele sind laut besagtem Underground Economy Report die am häufigsten angebotene Ware. Sie haben einen Anteil von 49 Prozent am "gesamt beobachteten Datenvolumen". Verkauft werden sie zu Preisen ab 35 Euro, ein Konsolenspiel ist schon ab 24 Euro zu haben.

Dass Kriminelle früher oder später den Markt für Online-Spiele entdecken würden, ist nicht weiter verwunderlich. Schließlich spielen laut Bitkom schon zehn Millionen Deutsche im Internet. Gdata beklagt, dass viele Gamer Firewall und Virenscanner bei Spielen abschalten, um die Leistung des Rechners nicht auszubremsen. Dem widerspricht Symantec teilweise: "70 Prozent schalten ihre Sicherheitssoftware beim Spielen nicht ab", heißt es im Bericht des Mitbewerbers. Wie dem auch sein: Immerhin 16 Prozent der Online-Spieler geben an, dass ihnen die Zugangsdaten schon einmal geklaut worden seien.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Virenschutz hier.

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