Amtsrichter fordert Handy-Erlaubnis für Autofahrer
Verkehrte Netzwelt: Sex erlaubt, Telefonieren verboten
Intensive Unterhaltungen, Programmieren von Navigationsgeräten, Rasieren - all das ist am Steuer während der Autofahrt erlaubt. Nur das Telefonieren mit einem Handy steht unter Strafe, bringt ein Bußgeld von mindestens 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. Ein Richter will das ändern und zieht vor das Verfassungsgericht in Karlsruhe.
"Bei diesem Richter haben Handy-Sünder freie Fahrt", titelt Bild.de einen Beitrag vom 20. August. Die Rede ist von Albert Bartz, Richter am Amtsgericht Gummersbach und 62 Jahre alt. Bartz sieht nicht ein, dass das Telefonieren am Steuer gegen das Gesetz verstoßen soll. Entsprechende Fälle, die ihm in der Vergangenheit vorlagen, hat er bereits an das Verfassungsgericht in Karlsruhe zur Prüfung weitergereicht.
Warum Bartz' Meinung nach das Telefonieren mit einem Mobiltelefon am Steuer eines Autos erlaubt werden sollte, erklärt der Rechtsgelehrte Bild.de gegenüber folgendermaßen: "Das Handy-Verbot am Steuer widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz, weil viele andere Dinge im Auto, die auch gefährlich sein können, nicht mit einem Bußgeld belegt werden." Entsprechendes hat der Richter auch dem Verfassungsgericht in Karlsruhe mitgeteilt, das zugehörige Aktenzeichen lautet 85 Owi 196/09. Den Link dorthin finden Sie am Ende dieses Artikels im Kasten "Links zum Artikel".
Nebentätigkeiten für Autofahrer: Sex ja, Telefonieren nein
Zu den gefährlichen - aber erlaubten - Dingen während der Autofahrt zählt auch Sex. Für die Ordnungshüter stellt es demnach kein Problem dar, wenn Männer im Auto "Während eines Gespräches mit einer einwilligungsfähigen Beifahrerin an dieser - mit ihrem Einverständnis - sexuelle Handlungen von einiger Erheblichkeit über oder unter ihrer Bekleidung vornehmen." Bevor die Frage aufkommt: Der umgekehrten Fall, also das Frauen an Männern sexuelle Handlungen vornehmen, bleibt unerwähnt, die Rechtslage in diesem Fall daher für den Autor verworren.
Aber auch freihändiges Fahren, einen elektrischen Rasierer zu benutzen oder ein der Größe eines Mobiltelefons entsprechendes Fernsehgerät zu bedienen ist im Auto erlaubt. Die Verkehrte Netzwelt ist ja ständig sich freihändig rasierend im Auto auf Brautschau unterwegs - und fragt sich dann natürlich auch, warum gerade das Telefonieren am Steuer besonders gefährlich sein soll. Wenn freihändig fahren anscheinend kein Problem für die blau gekleideten Herren der Streckenkontrolle darstellt, darf man dann auch während der Fahrt jonglieren, Papierflieger bauen oder Obstsalat zubereiten?
Wenn das Bundesverfassungsgericht Albert Bartz Recht gibt, wird dies mit Sicherheit zu einer regen öffentlichen Diskussion führen. Denn kaum ein Gesetz der Straßenverkehrsordnung wurde in der Vergangenheit so heftig kritisiert wie das Handy-Verbot am Steuer. Bartz rechnet mit einer Entscheidung der Karlsruher Richter im September. Bis dahin heißt es: Freihändige Fahrt für freizügige Fahrzeuglenker! Nur beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung sollten Sie sich nicht erwischen lassen.
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Ich kann nicht erkennen, was du an meinem Posting falsch findest. Deine und meine Aussage widersprechen sich in keinster Weise.
Zitat: Beim Gespräch im Wagen ist es dagegen besser möglich auf diesen Umstand, auch unbewusst, Rücksicht zu nehmen, s.d. es niemand auffallen würde, wenn z.B. der Fahrer etwas zögerlicher...
Sich beim Fahren ablenken zu lassen ist immer schlecht. Beim Telefonieren kommt aber noch dazu, dass das Gehirn dem Prozess "Telefonieren" eine höhere Priorität zuweisst als dem "Auto fahren", da der Mensch eben...
Zitat: Ich würde mich, hätte ich die Wahl, für Sex entscheiden :dickersc: Was würdet ihr denn davon halten, den guten alten CB-Funk wieder einzuführen bzw. mal...
Zitat: Es geht nicht nur um das Telefonieren am Steuer. Die Frage ist- wie oft greift man zum Handy und wie oft hat man Sex im Auto? Ich würde mich, hätte ich die Wahl, für...