"Weg vom Öl" statt Abwrackprämie
Bundesregierung: Förderplan für Elektroautos
Die Bundesregierung setzt das Elektroauto auf die Agenda und verkündet einen nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität. Bis 2020 sollen eine Million Batteriefahrzeuge unterwegs sein. Gleichzeitig hat Umweltminister Sigmar Gabriel den Startschuss für einen "Flottenversuch zur Elektromobilität" in Berlin gegeben.

Wer sich für das Thema Elektroauto interessiert und dazu etwa die Webseite Hybrid-Autos.info darauf durchstöbert, welche Konzepte es schon gibt, wird eines schnell feststellen: US-Marken wie Cadillac, Ford oder Dodge mischen ganz vorne mit. Die US-Autobauer haben offenbar aus der Absatzkrise gelernt und sind drauf und dran, die deutschen Autobauer beim Thema Elektroantrieb zu überholen. Auch Mitsubishi, Nissan oder Renault basteln eifrig an Prototypen.
Deutschland, sonst so stolz auf seine Umwelttechnik, könnte seine Führungsposition leicht einbüßen. Das befürchtet die Bundesregierung und will deshalb mit dem "nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" gegensteuern. Vor Wochen noch hatten die Politiker mit der Abwrackprämie den Absatz von Autos mit Verbrennungsmotor massiv gefördert, nun schwenkt sie ein auf Kurs "Weg vom Öl": Die Regierung will die "Forschung und Entwicklung, die Marktvorbereitung und die Markteinführung von batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland voranbringen", wie es in einer offiziellen Erklärung heißt.
Gleichzeitig hat Umweltminister Sigmar Gabriel den Startschuss für einen "Flottenversuch zur Elektromobilität" in Berlin gegeben. Dabei wurden 50 Elektro-Minis von BMW an ausgewählte Teilnehmer übergeben. Diese sollen die schicken E-Minis sechs Monate lang ausprobieren. Der Energiekonzern Vattenfall sorgt dabei für den Strom aus erneuerbaren Energien.
Studie: 36 Prozent der Deutschen würden Elektroautos kaufen
Auf der Agenda des nationalen Entwicklungsplans steht, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Der Plan klingt ehrgeizig, ist es aber von den Zulassungszahlen her nicht unbedingt. So wurden allein im ersten Halbjahr 2009 dank Abwrackprämie 2,06 Millionen PKWs neu angemeldet. Im ersten Halbjahr 2008 waren es immerhin rund 1,5 Millionen.
Zumal die Bereitschaft zum Kauf eines E-Mobils bei den deutschen Autofahrern durchaus vorhanden ist. Laut einer Studie von Aral können sich immerhin schon 36 Prozent der Deutschen vorstellen, ein Elektroauto anzuschaffen. 77 Prozent würden dafür sogar einen Aufpreis bis zu 2.000 Euro bezahlen.
Ehrgeizige Ziele
Bis das Projekt der Regierung tatsächlich alltagsreife E-Autos und ein entsprechendes Netz von Ladestationen hervorbringt, sind allerdings noch einige technische Hürden zu nehmen. Diese sind es, die den Plan dann doch ehrgeizig erscheinen lassen.
Die größte technische Herausforderung des Projekts dürften nicht einmal das Netz von Ladestationen, sondern die Batterietechnik sein. Das Ziel: Eine Akkutechnik zu entwickeln, bei der eine dem Verbrennungsmotor vergleichbare Reichweite von mindestens 300 Kilometern möglich wird. Gleichzeitig soll Gewicht und Größe der Akku-Packs sinken.
Außerdem sollten die Akkus auch nach nach dem tausendsten Ladevorgang die volle Kapazität haben und keine zehn Stunden fürs Aufladen benötigen. Nicht zu vergessen die Sicherheit: Niemand, der an einem heißen Sommertag auf der Autobahn unterwegs ist, möchte das Gefühl haben, dass die hochdichten Lithium-Ionen-Akkus unter seinem Fahrersitz explodieren könnten.
An der Fahrleistung wird die Technik immerhin nicht scheitern: Der Sportwagen Mercedes SLS AMG beispielsweise ist mit einer Lithium-Ionen-Batterie des Industriekonzerns Evonik ausgestattet und beschleunigt von 0 auf 100 km/h in vier Sekunden.

@P.G. Da präsentierst Du aber eine tolle Milchmädchen-Rechnung. Die Gesamtverluste eines Elektroautos bei Befeuerung über z.B. ein Kohlekraftwerk setzen sich leider aus sehr viel mehr Einzelverlusten...
Umweltfreundlich ist die ganze Lösung nur, wenn die Fahrzeuge ausschließlich mit Ökostrom geladen würden. Dies ist natürlich NICHT das Ziel der Großkonzerne, die jetzt auf einmal dieses Projekt angestoßen...
@butti Falsch das Kraftwerk hat seine Verluste bei der Verbrennung der Kohle nicht beim Generator (dieser hat einen wirkungsgrad von fast 1). Und Trotz der Verluste bei der Verbrennung ist der Wirkungsgrad...
Zitat: 1. Zum Thema Elektroheizung: hier wird elektr. Energie in Konvektion also Wärme umgewandeln dieser Prozess ist deßhalb sehr ineffizient da nicht nur Wärme sondern auch Licht bei der...
Und wieder ein Logistik Streich höchster Polit-Intelligenz. Öl wird knapp, aber Strom gibt es überall. Der kommt einfach aus der Steckdose. Oh, ihr Mächtigen in den Energiekonzernen. Wir, die Politiker Kaste,...