Netzwelt-Wissen: Audioformate

AAC-Varianten: HE-AAC, LD-AAC und HD-AAC

Zu den Weiterentwicklungen von AAC zählt MPEG-4 High Efficiency Advanced Audio Coding (HE-AAC), auch "aacPlus" genannt. Der Codec ist für sehr niedrige Datenraten optimiert und bietet bei Bitraten unter 100 Kilobit pro Sekunde einen deutlich besseren Klang als das herkömmliche AAC (LC-AAC) oder MP3-Format. Um den Codec zu nutzen, sind aber spezielle Programme nötig, die nicht sehr verbreitet sind. Beliebt ist HE-AAC im Mobilfunk und bei Internet-Radios. Auch Klingeltöne werden häufig in diesem Format angeboten. Zu den weiteren Varianten von AAC zählen der MPEG-4 Low Delay Audio Codec (LD-AAC) für Sprachübertragungen und das Format MPEG-4 Scalable to Lossless (MPEG-4 SLS) alias HD-AAC für verlustlose Kompression. Diese Weiterentwicklungen sind bisher jedoch nur wenig verbreitet.

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WMA: Windows-Format von Microsoft

Windows-Anwender stoßen häufig auf Microsofts Eigenentwicklung Windows Media Audio (WMA), meist mit der Dateiendung ".wma". Das Format bietet ähnliche Funktionen wie AAC und ebenfalls die Möglichkeit, Inhalte durch ein DRM-System zu schützen. Das hat WMA zu einem verbreiteten Format in Download-Shops gemacht, das auch viele Abspielgeräte unterstützen. Da die meisten Anbieter derzeit auf ungeschützte MP3-Dateien setzen, nimmt die Verbreitung von WMA jedoch wieder ab.

Ogg Vorbis: Der freie Alternativ-Codec

Einen Nischenmarkt bedient das freie Ogg-Vorbis-Format. Das Open-Source-Format stammt von der Xiph.Org Foundation und kann kostenlos verwendet werden. Das hat Ogg Vorbis besonders in der Internet-Gemeinde beliebt gemacht. Das Format bietet eine höhere Effizienz und mehr Funktionen als MP3.

Inzwischen unterstützen auch die Webbrowser Mozilla Firefox und Google Chrome Ogg Vorbis. Unter Abspielgeräten ist die Unterstützung jedoch vergleichsweise gering. Von den gleichen Entwicklern wie Ogg Vorbis stammen auch der Kompressionscodec FLAC und der Sprachcodec Speex. Die entsprechenden Audiodateien sind an der Endung ".ogg" zu erkennen.

FLAC, WMA Lossless und Apple Lossless: Verlustfreie Kompression

Komprimierte Dateien in Formaten wie MP3, AAC oder WMA können nicht wieder in ihren Originalzustand zurückversetzt werden. Eine Bearbeitung oder Umwandlung verringert jedes Mal die Klangqualität. Abhilfe schaffen verlustfreie - auf Englisch "lossless" - Kompressionsverfahren. Diese Formate können untereinander umgewandelt werden, ohne dass die Tonqualität leidet. Sie eignen sich besonders zur Archivierung, ein Nachteil ist jedoch der große Speicherverbrauch. Üblicherweise erreichen die Dateien eine Größe von etwa der Hälfte des Ausgangsmaterials.

Beliebt ist der "Free Lossless Audio Codec" (FLAC) der Xiph.Org Foundation. Aufmerksamkeit erlangte das Format im Jahr 2004, als die Metal-Band "Metallica" ankündigte, Konzertmitschnitte auch als FLAC-Dateien zum Herunterladen anzubieten. Obwohl eine Reihe von Programmen FLAC-Tracks wiedergibt, ist die Verbreitung auf Abspielgeräten eher gering.

Microsofts Lossless-Technik heißt WMA Lossless. Das Format bietet die gleichen Funktionen wie WMA, komprimiert jedoch verlustfrei. Auch der Mac-Hersteller hat mit Apple Lossless einen eigenen, nicht offengelegten Codec im Angebot. Das Format ist entgegen weit verbreiteter Meinung nicht mit AAC beziehungsweise AAC Lossless verwandt. Audiodateien in Apple Lossless lassen sich nur von Apple-Produkten und quicktime-basierter Software abspielen.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Audio-Bearbeitung, MP3-Player und Musikdienst.

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