Ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter vor Gericht

Anklage: US-Hacker soll 130 Millionen Datensätze gestohlen haben

Anklage: US-Hacker soll 130 Millionen Datensätze gestohlen haben US-Justizbehörden haben Anklage gegen einen 28-jährigen Mann aus Florida erhoben. Die zuständige Staatsanwaltschaft wirft dem angeblichen Hacker Albert Gonzalez vor, in die Rechensysteme verschiedener Einzelhandels- und Finanzunternehmen eingedrungen zu sein. Dabei soll Gonzales mehr als 130 Millionen Datensätze von Kredit- und Kundenkarten erbeutet haben. Das teilte das amerikanische Justizministerium am gestrigen Montag mit.

Der Fall gilt als der größte Kreditkartenbetrug in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Zusammen mit zwei Komplizen soll sich der Angeklagte nach Angaben der US-Justizbehörde Zugang zu den Datenbanken der betroffenen Unternehmen verschafft haben. Zu den Geschädigten zählen unter anderem das Kreditkarten-Dienstleistungsunternehmen Heartland Payment Systems aus New Jersey sowie die Supermarktkette Hannaford Brothers aus dem Bundesstaat Maine.

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Langjährige Vorbereitung

Gonzales soll unter anderem unter den Pseudonymen "segvec", "Soupnazi" und "j4guar17" aufgetreten sein. Die Anklage wirft ihm vor, sich seit Oktober des Jahres 2006 gezielt auf den Datendiebstahl vorbereitet zu haben. Die erbeuteten Daten soll der Angeklagte zusammen mit seinen beiden Komplizen unter anderem über Server in Nordamerika, den Niederlanden und der Ukraine verschickt haben.

Einem Bericht des amerikanischen Online-Magazins "Wired" zufolge wurde Gonzalez bereits im Jahr 2003 erstmals festgenommen, kurz darauf soll der amerikanische Geheimdienst Gonzalez als Informanten rekrutiert haben. Nach "Wired"-Angaben war Gonzalez noch bis ins Jahr 2004 als Informant für den US-Geheimdienst tätig, bevor er seine illegalen Aktivitäten wieder aufnahm.

Drei Anklagen in zwei Jahren

Derzeit befindet sich Gonzales in Haft, im Falle einer Verurteilung drohen dem 28-Jährigen bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und eine Geldbuße von bis zu 250.000 US-Dollar. Nach Angaben von "Wired" könnte sich das Strafmaß sogar auf über 30 Jahre Haft und mehr als eine Million US-Dollar belaufen.

Neben den aktuellen Vorwürfen liegt gegen Gonzales seit Mai des Jahres 2008 eine Anklage wegen illegalen Eindringens in das Computernetzwerk einer Restaurantkette vor. Im August des gleichen Jahres wurde dem angebliche Hacker außerdem vorgeworfen, 40 Millionen weitere Kreditkarten-Datensätze von acht Unternehmen gestohlen haben.

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