Kunden können Skype und Co uneingeschränkt auf dem Handy nutzen
VoIP: O2 öffnet Mobilfunknetz für Internettelefonie
Das Mobilfunkunternehmen O2 öffnet sein Netz für Voice over IP. Alle O2-Kunden können damit ab sofort Internettelefonie-Dienste wie Skype auf dem Handy nutzen. Voraussetzung ist lediglich ein UMTS-Datentarif des Anbieters, den O2 unter dem Namen "Internet Pack" mit verschiedenen Datenvolumen zur Verfügung stellt.
Was der Marktführer T-Mobile bislang blockiert, erlaubt Konkurrent O2 seinen Kunden nun ausdrücklich. "Das gilt mit sofortiger Wirkung für alle bestehenden Verträge und alle Neukunden", heißt es aus dem Unternehmen. Zuvor hatten dies die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Datenverträge von O2 ausgeschlossen.
Um Voice over IP (VoIP) im O2-Netz zu nutzen, benötigt der Kunde eines der verschiedenen "Internet Packs" des Unternehmens. Für zehn Euro im Monat erhält er beispielsweise ein Volumen von 200 Megabyte mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde. Bei Überschreitung drosselt O2 die Übertragung auf ISDN-Geschwindigkeit. Für 25 Euro im Monat steht die volle Geschwindigkeit bis zu einem Volumen von fünf Gigabyte zur Verfügung.
Kostenlose Internettelefonie statt Blockade
"Wir haben eines der modernsten und schnellsten mobilen Datennetze in Europa und das sollen unsere Kunden ohne Einschränkungen erleben, egal ob Surfen, E-Mailen, Instant Messaging oder eben auch Telefonieren", erläutert Lutz Schüler, Geschäftsführer Marketing & Sales Telefónica O2 Germany. "Mit der Öffnung unseres mobilen Highspeednetzes für VoIP-Dienste setzen wir neue Maßstäbe im Bereich mobiles Internet."
T-Mobile hatte im März VoIP-Dienste wie Skype oder Fring auf dem iPhone und Blackberry gesperrt. Der Mobilfunkriese begründete dies damit, dass die Nutzung von VoIP-Diensten die Netzstabilität gefährden könne. Zudem böten VoIP-Anbieter ihren Kunden vielfach eine unzureichende Sprachqualität. Das Vorgehen hatte zu scharfer Kritik seitens Skype und der EU-Kommission geführt. Später hatte die Telekom-Tochter bekannt gegeben, die Nutzung von Internettelefonie nur gegen eine Gebühr von mindestens zehn Euro im Monat zu erlauben. Interessierte hätten diesen Aufschlag zu bezahlen, um die dafür nötigen Investitionen in das Mobilfunknetz zu finanzieren.
