World Wide Web zwischen Meinungsfreiheit und Kontrolle

Sonntagsfrage: Braucht das Internet neue Regeln?

Sonntagsfrage: Braucht das Internet neue Regeln? Stellen Sie sich vor, dass sich bei Ihrem nächsten Internet-Besuch ein Nachrichtenfenster öffnet, und ein Polizist Sie um Führerschein und Fahrzeugpapiere bittet. Wahrscheinlich ist das zwar nicht, aber diese Woche hat der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, 2.000 so gennante "Cyber-Cops" gefordert. Nach seiner Vorstellung gehen die im Internet Streife und melden Unregelmäßigkeiten.

Braucht das Internet neue Regeln?

1. Unverbindliche Etikette-Regeln genügen nicht - die Inhalte im Internet müssen kontrolliert werden. Dazu benötigen wir entsprechende Gesetze. 2. Gesetzliche Vorschriften für das Internet sind in Ordnung - solange sie auf den Netiquette-Regeln aufbauen und die Meinungsfreiheit nicht einschränken. 3. Die Frage nach neuen Internetgesetzen stellt sich nicht, solange die bestehenden nicht durchgesetzt werden. Es gibt immer technische Mittel, um im Netz anonym zu bleiben. 4. Die Internet-Gemeinschaft funktioniert auch ohne staatliche Aufsicht. Neue Gesetze sind nicht nötig. 5. Dazu habe ich keine Meinung.

Die Diskussion um Regeln und Gesetze im Internet reißt also nicht ab. Das Titelthema des Nachrichtenmagazins "Spiegel" lautete in diese Woche "Netz ohne Gesetze". Auch die "Spiegel"-Praktikantin Kerstin Kullmann sorgte mit ihrem Auftritt im ZDF-Morgenmagazin für Aufsehen. "Kinderpornografie, Gewaltdarstellung: All das, was im echten Leben nicht möglich ist, scheint im Netz zu gehen", sagte Kullmann.

Immer mehr Politiker und Institutionen stellen die Anonymität, die die virtuelle Welt vielfach bietet, in Frage. So tritt demnächst ein Gesetz für Internetsperren in Kraft. Doch es gibt Gegenstimmen: Während Familienministerin Ursula von der Leyen sich für besagtes Gesetz einsetzte, unterzeichneten 134.000 Bürger eine Petition gegen den Gesetzentwurf. Inzwischen forden einige Politiker - darunter von der Leyen und Thomas de Maiziere - sogar einen Internet-Verhaltenskodex.

Andere Ansichten vertritt unter anderem die Piratenpartei, die darauf verweist, dass bereits seit über zwanzig Jahren ein Regelwerk für Internetverhalten besteht. Die so genannte "Netiquette" wurde bereits in den Achtzigerjahren von Usenet-Veteranen geprägt und hält Internetnutzer dazu an, anderen Anwendern im Netz mit Respekt zu begegnen. Auch zahlreiche Internetforen verfügen über eigene Verhaltensregeln - wer gegen diese vertößt, wird beispielsweise aus dem Forum verbannt.

Braucht das Internet neue Regeln und Gesetze - oder soll die Online-Gemeinschaft ihre Probleme ohne staatlichen Einfluss klären? Uns interessiert Ihre Meinung. Nutzen Sie die Antwortmöglichkeiten auf der rechten Seite, um an der Umfrage teilzunehmen. Das Ergebnis wird Ihnen direkt angezeigt. Da wir nicht alle Antwortmöglichkeiten vorgeben möchten, können Sie zusätzlich auch das Forum nutzen, um mit anderen Lesern oder der Redaktion in Kontakt zu treten.

Beiträgeinsgesamt 12 Beiträge

Zitat: Der Spiegel-Journalist Gabor Steingart bekennt sich zum Nichtwählen: Tabubruch eines Demokraten - Kieler Nachrichten - Buch-Tipps der Kieler Nachrichten Ein...

Zitat: scardanelli1685;672975]Welche prominenten Vertreter sollen das sein? Für mich (und auch für die etablierten Parteien sind Nichtwähler einfach politisch Desinteressierte, denn ein anderes...

Zitat: die inzwischen teils sogar prominenten Vertreter der "Nichtwahlthese", die sich auch öffentlich dazu bekennen, Welche prominenten Vertreter sollen das sein? Für mich...

Zitat: Zur Erinnerung: Wir sind schon einmal nach Strich und Faden belogen worden. Die Lockerung des Bankgeheimnisses wurde mit dem Argument begründet und letztendlich durchgesetzt, daß man damit...

Zitat: Zitat von antiTank: Auch in dieser Hinsicht wurde schon diskutiert, die Volksvertretungen nach der Höhe dem Prozentanteil der Wählerstimmen anzupassen, Auch das würde unsere...

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