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Verkehrte Netzwelt: Was sich auf HDTV reimt Die Verkehrte Netzwelt lässt Dampf zum HDTV-Testlauf ab

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Hochauflösendes Fernsehen, da träumen wir schon lange von. Heute, pünktlich zur Leichtathletik-WM in Berlin, geht es endlich los mit HDTV. Bis zum heutigen Tag hat sich ganz schön viel Frust angestaut. Die Verkehrte Netzwelt lässt Dampf in Reimform ab.

Hochauflösendes Fernsehen, da träumen wir schon lange von. Pünktlich zur Leichtathletik-WM in Berlin geht es endlich los mit HDTV. Bis zum heutigen Tag hat sich ganz schön viel Frust angestaut: Immerhin seit dem Jahr 1978 wird an dem Standard gearbeitet. Die Verkehrte Netzwelt lässt Dampf in Reimform ab.

Nimmt man es ganz genau, dann ist HDTV bereits stolze 73 Jahre alt. Im November 1936 präsentierte der BBC Television Service zum ersten Mal ein 405-Zeilen-System für Fernsehbilder. Der Begriff HDTV, High Definition Television, wurde eingeführt, um sich vom damals etablierten 120-Zeilen-System abzugrenzen. 405 Zeilen sind deutlich mehr als 120 Zeilen und galten damals also automatisch als "High Definition".

Erst heute, am 15. August 2009, kommen deutsche Fernsehzuschauer endlich in den Genuss, über die öffentlich rechtlichen Sender hochauflösendes Fernsehen mit mindestens 720 Zeilen zu empfangen. Dazwischen lag eine so lange Zeitspanne, dass sich bei der Verkehrten Netzwelt einiges an Frust angestaut hat, ähnlich wie damals, als Pro Sieben und Sat1 ihre HDTV-Übertragung nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wieder abstellten. Dieser Frust will in vernünftigen Bahnen gelenkt werden, am besten in Reimform:

Was sich auf HahDehTehVau (HDTV) reimt:

Für lau: So haben wir Innovationen doch am liebsten, wenn sie nichts kosten. Die HDTV-Ausstrahlungen von ARD und ZDF sind prinzipiell kostenlos. Für den Empfang ist allerdings mal wieder extra Hardware in Form eines speziellen Receivers erforderlich. Abseits von sportlichen Großereignissen laufen hochauflösende Programme nur bei kostenpflichtigen Sendern wie Sky oder T-Home.

Radau: Wieso geht eigentlich niemand auf die Barrikaden, zum Beispiel bei der Bundesnetzagentur? Da könnte man sich ruhig mal beschweren, dass Kabel Deutschland, mit über neun Millionen Kunden der größte Kabelnetzbetreiber Deutschlands, die HD-Sender von ARD und ZDF erst gar nicht in das eigene Netz einspeist. Begründung: Das liebe Geld. Kabel Deutschland will von den Öffentlich-Rechtlichen Geld für das Durchschleifen der Sendungen sehen. Übrigens: Deutschland liegt im Digitalisierungs- und HDTV-Ranking hinter Malta. Vielleicht sollte man sich dort einmal einen Rat einholen.

Sportschau: Auch zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war HDTV in aller Munde, jetzt ist die Leichtathletik-WM das Zugpferd für das Hochauflösende Fernsehen. Schon bemerkenswert, dass der Sport in Sachen Fernsehen oft als Technologieträger herhalten muss. Wieso nicht mal ein schöner Blockbuster, "Wetten das..." oder gleich die kommenden Bundestagswahlen? Dann könnte man die schwindenden Prozentpunkte der Parteien endlich an den Schweißtropfen auf der Stirn der jeweiligen Spitzenpolitiker ablesen, hochaufgelöst auf dem 100-Zoll-TV.

EssDehTehVau (SDTV)

: Die vier Buchstaben stehen für Standard Definition Television. Die Alternative zu HDTV - falls alle Stricke reißen, bleibt halt alles beim Alten. ARD und ZDF bezeichnen die Übertragung der Leichtathletik-WM nämlich lediglich als Testlauf für die HDTV-Übertragung. Testlauf? Kommt es zu Pannen, wird dann das Thema HDTV erneut um zehn Jahre oder länger verschoben? Gilt bereits als Panne, wenn ein Kameramann über ein Übertragungskabel stolpert? Wir werden sehen, hoffentlich scharf in HD. Sonst zieht die Verkehrte Netzwelt halt nach Malta. Das reimt sich zwar nicht auf HDTV, aber immerhin scheint dort öfters die Sonne - und die Menschen können mehr hochauflösendes Fernsehen genießen.

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Michael Knott
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