...oder gleich das ganze Netz
Verkehrte Netzwelt: So blocken Sie sämtliche Internet-Werbung
Diese Verkehrte Netzwelt kostet 1,59 Euro. Bitte überweisen Sie den Betrag umgehend. Der Webseiten-Betreiber bedankt sich und verspricht, keine Werbung mehr zu schalten. Das sehen Sie nicht ein? Die Verkehrte Netzwelt auch nicht.
-
- Mehr dazu »
WLAN: Europa soll kostenlose Hotspots bekommen
Kostenlos ins Internet, das ist bisher nur für wenige Menschen möglich. Das soll sich nach Willen des Unternehmens Free-Hotspot.com künftig ändern: Das britische Unternehmen will europaweit kostenlose WLAN-Hotspots zur Verfügung stellen. Gerade Bewohner von Ballungsgebieten könnten auf diese Weise an kostenloses Internet kommen.
"In fünf Jahren werden alle Browser von Haus aus Werbung blocken, weil dies eine Funktion ist, die die meisten Nutzer wünschen". Fluch oder Segen, wie klingt das in Ihren Ohren? Eher nach Segen wahrscheinlich, denn immerhin haben Sie sich von der Überschrift zum Klicken verleiten lassen.
Orin Thomas jedenfalls wählte diese Worte für die Überschrift eines Blog-Eintrages vom 6. August diesen Jahres. Dem Mann darf man Gehör schenken, immerhin arbeitet er für Microsoft als "Windows IT Professional". Zentrale Aussage seines Beitrags: "Der einzige Grund, warum der Großteil der Internet-Nutzer Werbung mit Hilfe von Programmen nicht ausblendet, ist, weil sie nicht wissen, wie das geht."
Die Rede ist von Browsern, die dem Nutzer das Installieren von Werbeblockern abnehmen und so einfach zwischen dem normalen und einem werbefreien Webseitenauftritt hin- und herschalten können, wie der Firefox zwischen Porno- und Normal-Modus.
Die Serverkosten zahlt Oma, Strom und Home-Office das Sozialamt
Niemand mag Werbung im Netz. Man muss schon sehr lange suchen, um jemanden zu finden, der von sich sagt: "Da steh ich voll drauf." Derjenige arbeitet dann entweder in einem Marketing-Unternehmen, ist Redakteur bei einer Webseite oder leidet an den Spätfolgen eines Sonnenstiches.
Fest steht aber auch: Ohne Bezahlung keine Inhalte. Nur die wenigsten Menschen verfügen über eine derart ausgeprägt soziale Ader, dass sie freiwillig ihren Job kündigen würden, um kostenlose Premium-Inhalte fürs Web zu produzieren. Einfach so, aus einer Laune heraus. Die Serverkosten zahlt dann die Oma, Strom und Home-Office stiftet das Sozialamt.
Die Diskussion um Werbung auf Webseiten ist fast so alt wie das Internet selbst. Relativ neu hingegen ist die Tatsache, dass aufwändig produzierte Werbevideoclips fleißig die Runde machen. Da schickt der eine dem anderen Nutzer ein klar als Werbung gekennzeichneten Kurzclip, virales Marketing nennen Fachleute das dann.
Der Unterschied zum nervigen Pop-up: Das Video ist mit großen Aufwand produziert, lustig oder auf die ein oder andere Art und Weise einzigartig. Das Pop-up-Fenster hingegen geht nur auf die Nerven. Muss Werbung daher einfach nur lustig, überraschend oder außergewöhnlich sein, um akzeptiert oder wenigstens nicht manipuliert zu werden?
Ein Klick kostet 50 Cent oder einen Bruchteil Ihrer Aufmerksamkeit
Im Prinzip bieten sich Webseitenbetreibern nur zwei Möglichkeiten, ihre Kosten für die Produktion von Webinhalten wieder auszugleichen. Die erste Möglichkeit lautet: Alle Artikel, alle Videos, die auf der Seite zur Verfügung gestellt werden, kosten Geld. Klick ins netzwelt-Forum: 50 Cent. Klick auf ein Unterforum: 50 Cent. Klick auf einen Artikel: 50 Cent. Am Ende einer langen Informations-Suche kommt da ein beachtlicher Beitrag zusammen. Medienmogul Rupert Murdoch etwa fordert solch ein Prinzip.
Die andere Möglichkeit ist Internet-Nutzern wesentlich geläufiger: Als Gegenleistung für das Betrachten einer Seite schaltet der Webseitenbetreiber Werbung. Die Werbekunden wiederum vergüten ihm dies. Wenn die meisten Internetnutzer nun Werbeblocker einsetzen würden, oder, um auf das Szenario vom Windows-IT-Professional Orin Thomas zurückzukommen, Internet-Browser diese Aufgabe von Haus aus vornehmen, wie sieht dann das Internet in fünf Jahren aus?
Das Verfassen dieser Verkehrten Netzwelt hat vier Stunden gedauert. In besonders harten Fällen dauert es noch wesentlich länger. Wenn keine Werbung mehr geschaltet wird, sieht die Verkehrte Netzwelt demnächst vielleicht so aus. Ihre Entscheidung.
Wie stehen Sie zu Werbung im Internet? Wären Sie bereit für Inhalte zu bezahlen? Geben Sie ohne schlechtes Gewissen offen zu, dass Sie Programme zum Blocken von Werbung nutzen? Diskutieren Sie mit uns und unseren Lesern im Forum.

Werbung in Spielen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Agentur für In-Game-Werbung Massive Inc. vermarktet neue, dynamische Werbebanner in Spielen von EA Sports. Analysten schätzen, dass sich der Umsatz der Spielewerbung in diesem Jahr vervierfachen wird. Fünf neue EA-Sports-Spiele sollen über das Internet mit Werbung gefüttert werden.
YouTube, der Marktführer der Videoportale, startet ein neues Werbekonzept. Zukünftig sollen die Nutzer während eines Clips eingeblendete Werbung zu Gesicht bekommen. Tests hätten gezeigt, dass diese Form der Produktinformationen die größte Aufmerksamkeit bekommen, sagt ein Sprecher des Unternehmens.
LaaaaaaaaaaaccccccccccooooooOOOOOOOOOoooooooolaaaaaa: Klar, sich über Werbung im Sport aufzuregen ist dämlich. Im Falle EM-Berichterstattung aber doch nötig. Denn die Öffentlich-Rechtlichen dienen mit ihren Werbeunterbrechungen den privaten Sender fast schon als Negativbeispiel.
O2-Netzclub bietet kostenlose Basistarife, wenn die Kunden Werbung auf ihrem Handy akzeptieren. Damit würde mobiles Telefonieren wie Privatfernsehen und Internet finanziert. Wie käuflich sind Sie?
Ein Eintrag in die Brief-Robinsonliste ist nun auch online möglich. Damit lässt sich auf Wunsch einfach und unkompliziert persönlich adressierte Werbung im Briefkasten unterbinden.





Beiträge
insgesamt 10 BeiträgeFinde ich auch. Es gibt schlimmere Seiten - jede Menge sogar. Zwei Sachen nerven mich aber extrem: Einmal, wenn mit trickreicher Programmierung mein Pop-up Blocker ausgehebelt wird, indem der Code für...
Hast du schonmal Nervwerbung auf netzwelt gesehen? Ich finde die Werbung auf netzwelt ist human ;) Gruß
Ich hätte kein Problem mit Werbung, solange sie nocht vom eigentlichen Inhalt der Web-Site ablenkt. Eine schlichte Text-Werbung, meinetwegen auch eine einfache Animation. Schön. Aber...
Was genau meint ihr mit Java-Script-Werbung? Die meiste Werbung läuft über JavaScript, zumindest die Einbindung dieser.
Irgendwie müssen sich die Internetaufträge schon finanzieren. Ganz ohne Werbung geht es nur, wenn der Nutzer den Content bezahlt. Hier ist mal ein Beispiel. Der Artikel wird anmoderiert um dem Leser (m.E. in diesem...