Anrufbeantworter wimmelt Anrufer ab
Link-Wink: Frank geht ran
Hinter der Webseite frank-geht-ran.de verbirgt sich Steffen Persiel. Den Lüneburger BWL-Studenten nervten die zahlreichen Werbeanrufe so sehr, dass er eine Idee zum Abwimmeln der lästigen Anrufe entwicklte - und auch gleich in die Tat umsetzte: Mit einer kostenlos erhaltenen Handynummer, einem nicht mehr genutzten Handy und einer kleinen Webseite rief er im Oktober des Jahres 2006 "Frank" ins Leben. Kaum mehr als 40 Euro investierte er in den uneigennützigen Dienst.

In Anmeldungen vieler Internetportale, auf Gewinnspielformularen, Infocoupons oder Zeitschriftenabos muss der Nutzer häufig seine eigene Telefonnummer angeben. Wer das Kleingedruckte dabei übersieht und nicht einer Weitergabe der Daten widerspricht, erhält immer häufiger Anrufe von Lottogesellschaften und Callcentermitarbeitern. "Frank" weiß Abhilfe - der virtuelle Anrufbeantworter wimmelt kostenlos unliebsame Anrufer ab.
Eine Handynummer zum Weitergeben
Auf seiner Webseite bietet Persiel Franks Rufnummer zur Weitergabe an. Wo immer Anrufe nicht gewünscht sind, kann die Nummer verwendet werden. Neben dem Einsatz gegen unerwünschte Werbeanrufer bietet sich Frank auch zur Lösung privater Probleme an: Eine Bekanntschaft, die man nicht mehr wiedersehen möchte? Kein Problem für Frank.
Franks Handynummer lässt sich dabei auch um eine beliebige Ziffer erweitern, sollte sie einmal nicht akzeptiert werden. Auch auf Visitenkarten darf sie gedruckt werden. Anrufer empfängt der Dienst mit dem Phantasienamen "Frank" automatisch mit einer Ansage, die der Betreiber vom professionellen Sprecher Michael Höfele aufnehmen ließ.
"Guten Tag liebe Anruferin, lieber Anrufer. Ich bin Frank und nehme im Auftrag Ihres erhofften Gesprächspartners diesen Anruf entgegen. Ich darf Ihnen ausrichten, dass eine telefonische Kommunikation nicht gewünscht ist. Daher bedaure ich sehr, die Verbindung nun trennen zu müssen.", wimmelt Frank die Gesprächspartner höflich ab.
Auch Kurznachrichten nimmt der Dienst an. Viele Absender haben Franks Nummer von einer Flirtbekanntschaft erhalten. Ihre Liebesgrüße bleiben leider unbeantwortet und werden nach 48 Stunden einfach gelöscht.
Nach anfänglich täglich über 10.000 Besuchern auf der Webseite pendelte sich die Masse bereits Anfang 2007 bei etwa 500 Abrufen pro Tag an. Da keine Anrufstatistiken geführt werden, ist nicht ersichtlich, wieviele Besucher den Dienst letztendlich nutzen. Inzwischen hat die pfiffige Idee bereits einige Nachahmer gefunden.
