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D-Link DIR-685: WLAN-Router mit Touchscreen im Test
Solides Netzwerkgerät mit verspielter Anzeige

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Der DIR-685 von D-Link ist ein Router der besonderen Art: Das Gerät regelt den heimischen Netzwerkverkehr, bietet Zugriff auf NAS-Speicher und obendrein einen Touchscreen. Das berührungsempfindliche Bedienteil fungiert auf Wunsch auch als elektronischer Bilderrahmen - ein Mehrwert, den sich der Hersteller entsprechend bezahlen lässt.

Der DIR-685 von D-Link ist ein Router der besonderen Art: Das Gerät regelt den heimischen Netzwerkverkehr, bietet Zugriff auf NAS-Speicher und obendrein einen Touchscreen. Das berührungsempfindliche Bedienteil fungiert auf Wunsch auch als elektronischer Bilderrahmen - ein Mehrwert, den sich der Hersteller des Routers entsprechend bezahlen lässt.

Router sind in der Regel recht langweilige graue Kästen. Schließlich dienten die Netzwerkgeräte ihrem Anwender lange Zeit lediglich dazu, den Internetverkehr in den eigenen vier Wänden zu regeln. Der Aufgabenbereich der Router hat sich in den letzten Jahren allerdings geändert: Dank VoIP-Funktion und zahlreichen Anschlussstellen für andere Geräte verwandeln sich die Geräte zu regelrechten Schaltzentralen. Nur optisch konnten die Geräte immer noch nicht überzeugen.

Optik und Technik

Mit dem DIR-685 erscheint nun ein Router mit Hingucker-Qualitäten. Dafür sorgt vor allem der berührungsempfindliche Bildschirm: Über fünf Tasten steuert und kontrolliert der Anwender die Menüs auf dem acht Zentimeter großen Display. Dazu zählen etwa Routereinstellungen, Uhrzeit, Datum, Internetdienste oder Diashows. Die Tasten lassen sich flüssig bedienen, bisweilen sind aber mehrmalige Tippversuche nötig, um eine Funktion auf dem Bildschirm aufzurufen.

Dank des Displays ist der DIR-685 einfach zu schade, um unter dem Flurregal zu verschwinden wie viele seiner Konkurrenten. Das hat sich auch D-Link gedacht - und den Bildschirm in einem aufrecht stehenden Gehäuse verbaut. So wird der Router zum Einrichtungsgegenstand - etwa auf dem Sideboard oder Büchertisch.

Dank Einschubfach für Festplatten ist der D-Link auch als Netzwerkspeicher einsetzbar.

Festplatte nicht inbegriffen

Auf der Rückseite des DIR-685 nimmt ein WAN-Port ankommende Internet-Signale entgegen und verteilt sie über vier Gigabit-Ports auf die Rechner, Hubs und Switches im Netzwerk. Alternativ greifen die Computer in den eigenen vier Wändern per WLAN mit flottem N-Standard mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde auf die Internet-Leitung zu.

Peripherie-Geräte wie Scanner oder Drucker lassen sich über die beiden USB-2.0-Schnittstellen als Netzwerkgeräte freigeben. Diese Printserver-Funktion haben wir im Test nicht überprüft. Laut D-Link können Anwender unterschiedliche Geräte zur gleichen Zeit nutzen; lediglich der gleichzeitige Zugriff auf ein und dieselbe USB-Hardware sei nicht möglich.

Am Gehäuserand befindet sich ein Festplatteneinschub, der eine 2,5"-Zoll SATA-Festplatte aufnimmt. So fungiert der DIR-685 nicht nur als Router, elektronischer Bilderrahmen und Printserver, sondern auch als Netzwerkspeicher. Diese NAS-Funktion haben wir nicht getestet. Schade aber, dass eine Festplatte nicht zum Lieferumfang gehört. Auch ein Internet-Modem ist leider nicht im Router integriert. Für satte 349 Euro gibt es den DIR-685 mitsamt Stromadapter, Netzteil, Ethernetkabel, Untersatz und Bedienungsanleitung.

Konfiguration

Bevor der DIR-685 die Internet-Verbindung den Rechnern im Netzwerk zur Verfügung stellt, muss das Gerät konfiguriert werden. Anfänger in Sachen Netzwerkverwaltung dürften die beigelegte Setup-Software bevorzugen, Profis dagegen die Steuerung über das Web-Interface. Zu empfehlen ist, sich sofort mit der browser-basierten Oberfläche vertraut zu machen – denn für fortgeschrittene Einstellungen führt kein Weg daran vorbei.

Immerhin: Dank eines Einrichtungsassistenten richten auch unerfahrene Anwender ihren Internetzugang schnell per Web-Interface ein. Auch für die WLAN-Einstellungen steht ein entsprechendes Assistenzprogramm zur Verfügung. Mit wenigen Mausklicks ist die Funkbrücke eingerichtet, und Notebooks im Netzwerk können die Internet-Verbindung nutzen.

Über einen Internet-Service holt der Router auch aktuelle Wettervorhersagen aufs Display.

Firewall gegen Hacker-Attacken

WPA, DHCP, PPPoE, WPS, NAT – bei der Einrichtung von Netzwerken scheitern ungeübte Anwender schon am Hightech-Bezeichnungswirrwarr. Auch in den Menüs des DIR-685 wird der Einsteiger mit einer Fülle von Fachbegriffen konfrontiert. Der Hersteller greift dem Anwender allerdings an vielen Stellen unter die Arme, erklärt im Web-Interface Konfigurationsmethoden und gibt am rechten Seitenrand nützliche Tipps.

Zu den Standard-Funktionen eines Routers gehört mittlerweile eine Firewall gegen Angriffe aus dem Netz. Um das heimische Netzwerk vor unerwünschtem Zugriff abzuschirmen, stellt der D-Link DIR-685 eine Tabelle zur Verfügung, in die zulässige und unzulässige Verbindungen eingetragen werden können. Absolute Sicherheit gewährleistet auch eine Router-Firewall allerdings nicht. Anwender sollten die auf den Rechnern installierte Antiviren-Software also auch weiterhin auf dem aktuellen Stand halten.

WPS erleichtert Internet-Zugang mit mobilen Geräten

Der DIR-685 bietet eine Fülle an Konfigurationsmethoden. Dazu zählt beispielsweise die Einrichtung eines gesicherten Gastzuganges ins WLAN. Das ist beispieslweise nützlich, wenn die Kinder ab und an auf der schnellen Internetleitung mitsurfen möchten. Damit der Gast keinen Zugriff auf alle Netzwerk-Speicher erhält, sollte der Router-Anwender das LAN vom Gast-Zugang per Web-Interface trennen.

Das "Wi-Fi Protected Setup", kurz WPS, gehört ebenso zum Repertoire des D-Link-Routers. Ist die Funktion aktiviert, muss sich der Anwender nicht mehr den komplizierten Sicherheitsschlüssel für das WLAN merken. Stattdessen genügt ein Knopfdruck oder die Eingabe einer PIN-Nummer, um die Verbindung zwischen Notebook und Netzwerkzentrale herzustellen.

D-Link DIR-685

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Der D-Link DIR-685 ist Router, elektronischer Bilderrahmen, Printserver und Netzwerkspeicher in einem Gerät.

Elektronischer Bilderrahmen und Internet-Funktionen

Das äußerlich markanteste Merkmal des DIR-685 ist der integrierte elektronische Bilderrahmen. Über diesen holt sich der Anwender auf Wunsch Diashows, RSS-Feeds, Internet-Nachrichten oder Wettervorhersagen auf das Router-Display. Zur Nutzung der Internet-Anzeige ist - neben einem zusätzlichen DSL-Modem - die Registrierung auf Framechannel notwendig. Der kostenlose Online-Sevice erstellt und verwaltet die Informationsdienste. Dafür benötigt der Anwender einen Aktivierungsschlüssel, der nach dem Aufrufen der Framechannel-Funktion auf der Anzeigetafel des Routers bereitgestellt wird.

Im Test klappte die Registrierung und Einrichtung von Kanälen über die Webseite problemlos. Nachrichten der New York Times oder der BBC, Wettervorhersagen, Fotos aus sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, auch der RSS-Feed von Netzwelt erscheinen fortan auf dem Router-Display. Wer seine eigenen Bilder publizieren möchte, kann einen entsprechenden Kanal einrichten und öffentlich zur Verfügung stellen. Andere Framechannel-Nutzer holen sich dessen Inhalte dann auf Wunsch aufs Display ihres Routers.

Praktisch: Auf der Framechannel-Webseite stellt der Nutzer die Anzeigedauer und die -häufigkeit für die einzelnen Kanäle ein. Auch Zufallswiedergabe und die Abspielzeit – morgens, mittags, abends, ganze Woche, wochentags, am Wochenende – stehen zur Auswahl.

Fazit: Viele Funktionen für viel Geld

Der D-Link DIR-685 ist eine echte Überraschung auf dem Router-Markt. Dank des aufrecht stehenden Gehäuses, des berührungsempfindlichen Displays und der Online-Anbindung avanciert er zum Entertainment-Talent. Allerdings dürften Display und Internet-Dienste für viele Anwender nur schmückendes Beiwerk sein. Schließlich lesen sich Nachrichten besser am Bildschirm als am Router, und viele Heimanwender werden nur bei der Ersteinrichtung ihres Heimnetzes in Kontakt mit der gelungenen Menüführung kommen.

Ob sich der Kauf des DIR-685 lohnt, hängt daher im Wesentlichen davon ab, ob der Nutzer einen Netzwerkspeicher benötigt und Peripheriegeräte wie Drucker und Scanner im LAN freigeben möchte. In ähnlicher Form bringen diese Funktionen allerdings auch günstigere Geräte mit. Unter dem Strich bietet der DIR-685 ein ansprechendes Bedienkonzept und solide Router-Funktionen, das Gerät ist mit einem Verkaufspreis von 349 Euro aber letzendlich zu teuer. Nutzern, die Wert auf die Internet- und NAS-Dienste legen, entstehen für die Anschaffung von NAS-Festplatte und gegebenenfalls DSL-Modem zusätzliche Kosten.

D-Link DIR-685
Abmessungen17 x 12 x 3 cm
Bildschirm3,2" Display
WLAN802.11a/b/g/n
VerschlüsselungWPA/WPA2/WPS
WAN/LAN1x 10/100/1000 Mbit/s WAN Port, 4x 10/100/1000 Mbit/s LAN Ports
Weitere Anschlüsse2 x USB 2.0, Festplatteneinschub für NAS-Speicher
Konfigurationsmöglichkeitenu.a. NAT- und SPI-Firewall, UPnP, VPN-Passthrough, Client Isolation für WLAN, Mac-Filter, Exposed Host
Preisca. 349 Euro
Kommentare zu diesem Artikel

Der DIR-685 von D-Link ist ein Router der besonderen Art: Das Gerät regelt den heimischen Netzwerkverkehr, bietet Zugriff auf NAS-Speicher und obendrein einen Touchscreen. Das berührungsempfindliche Bedienteil fungiert auf Wunsch auch als elektronischer Bilderrahmen - ein Mehrwert, den sich der Hersteller entsprechend bezahlen lässt.

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  • LANIX schrieb Uhr
    AW: News - D-Link DIR-685: WLAN-Router mit Touchscreen im Test

    Bei www.Geizhals.at gibt es das Teil ab ca. 230.-€. Eine passende 2,5" SATA Platte mit 500GB kostet rund 65.-€. Mit 500GB Platte rund 300.-€ klingt schon besser als 349.-€ UVP. Wenn mein 4 Jahre alter ASUS 500G die Grätsche macht hole ich mir das Teil.
  • sn00py603 schrieb Uhr
    AW: D-Link DIR-685: WLAN-Router mit Touchscreen im Test

    Komischer Test. Auf der ersten Seite steht 2x: >Diese ... Funktion haben wir nicht getestet. Wurde überhaupt was getestet oder ist das ein Verkaufsnews? Hast du ne passende Festplatte zur Hand? Na dann frag mal an, ob du die zum Testen hinschicken kannst.... Nicht schlecht das Gerät, aber 349€uronen dafür auf den Tisch zu legen? Nee, muss ich nicht unbedingt haben
  • KleinesA schrieb Uhr
    AW: D-Link DIR-685: WLAN-Router mit Touchscreen im Test

    Komischer Test. Auf der ersten Seite steht 2x: >Diese ... Funktion haben wir nicht getestet. Wurde überhaupt was getestet oder ist das ein Verkaufsnews?

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D-Link DIR-685: WLAN-Router mit Touchscreen im Test
D-Link DIR-685: WLAN-Router mit Touchscreen im Test
Der DIR-685 von D-Link ist ein Router der besonderen Art: Das Gerät regelt den heimischen Netzwerkverkehr, bietet Zugriff auf NAS-Speicher und obendrein einen Touchscreen. Das zeigt auch der stolze Preis des Routers.
http://www.netzwelt.de/news/80422-d-link-dir-685-wlan-router-touchscreen-test.html
2009-08-04 19:07:00
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D-Link DIR-685: WLAN-Router mit Touchscreen im Test