Administrator droht mit Löschen des Office-Pakets
OpenOffice: Schule beschwert sich über verstecktes Spiel
Eine deutsche Realschule beschwerte sich beim Team des OpenOffice-Projekts wegen eines versteckten Spiels in der Tabellenkalkulation des Office-Pakets. Für die Schule stelle das Programm ein "unerträgliches Risiko" dar. Ein Systemadministrator der Lehranstalt fordert nun die Entfernung der Zusatzsoftware, da sich die Schule sonst gezwungen sähe, OpenOffice nicht mehr einzusetzen.

Klein aber oho: Dieses versteckte Spiel soll die Schüler einer Realschule vom Lernen abhalten.
Stefan Weigel, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Marketing und Support des deutschsprachigen Projekts von OpenOffice.org, erhielt am Mittwoch, dem 29. Juli, die E-Mail eines erzürnten Systemadministrators. An dessen Schule hatten Kinder ein so genanntes "Easter Egg" in OpenOffice Calc entdeckt. In der Tabellenkalkulation versteckt sich ein kleines Spiel, das sich mit dem Befehl "=GAME("StarWars")" aufrufen lässt. Im Spielverlauf macht der Spieler mit einem Raumschiff Jagd auf gegnerische Ufos.
"Für eine Schule unerträgliches Risiko"
In der E-Mail hieß es: "Das ist für eine Schule ein unerträgliches Risiko, da unsere Schüler an den örtlichen Geräten auch unbeaufsichtigt arbeiten können. Ein Internetzugang ist dabei nicht möglich. Wir hatten geglaubt, dass an unseren Geräten keine Spiele möglich sind, schon gar nicht in einem Tabellenkalkulationsprogramm." Außerdem kündigte der Administrator an, dass er das OpenOffice-Paket von den Rechnern der Schule entfernen wolle.
Die Antwort Weigels auf die Beschwerde, die er in der OpenOffice.org-Mailingliste vorab veröffentlicht, fällt sachlich aus: "In meiner Antwort werde ich die Schule generell über Easter Eggs informieren und darüber, dass jedes Release von OOo natürlich einem QA-Prozess unterliegt, dass es sich bei der GAME-Funktion um Calc aber nicht um eine unerwünschte Eigenschaft handelt. Ich werde auch darauf hinweisen, dass viele gängige Programme über solche Easter Eggs verfügen und dabei andere prominente Beispiele, (auch MS Excel) nennen."
Spiel in Programmbibliothek versteckt
Bei Easter Eggs handelt es sich um in Programmen versteckte Nachrichten oder Funktionen. Diese lassen sich meist mit einem Befehl über Tastatur oder Maus aufrufen. Inhalt solcher Easter Eggs können beispielsweise die Namen der Softwareentwickler, Danksagungen oder kleine Spiele sein. Solche Fundstücke tauchen auch in bekannten Programme auf - so findet sich zum Beispiel ein Flipper in Microsoft Word 97 oder ein einfacher Flugsimulator in Excel 97.
Die Recherche einiger Mitarbeiter von OpenOffice.org zeigt allerdings, dass Entwickler aktueller Programme nur noch selten Spiele in der Software verstecken. Außerdem weist das Open-Office-Team darauf hin, dass Anwender Easter Eggs aus quelloffenen Programmen wie OpenOffice jederzeit problemlos entfernen können. Um etwa das Ufo-Spiel aus OpenOffice zu entfernen genüge es, eine Bibliotheks-Datei namens "tfumi.dll" zu löschen. Diese wurde urpsprünglich als Programmierübung geschieben, und kommt nur noch gelegentlich für die Portierung neuer Funktionen für OpenOffice zum Einsatz.
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Kommentare: OpenOffice: Schule beschwert sich über verstecktes Spiel (4)
Im Forum diskutieren: News - OpenOffice: Schule beschwert sich über verstecktes Spiel
Thema: News - OpenOffice: Schule beschwert sich über verstecktes Spiel
04.08.09 12:44
Der Systemadministrator dieser Schule ist ja ein ganz ein schneller, dieses Osterei ist doch ein alter Hut (easter eggs - Versteckte Spielereien der Programmierer - OpenOffice.org 2 (Calc) - GAME()). Aber man muss eben alles tun um die Schüler vor solchen brutalen Ballerspielen schützen zu können. :rolleyes:
Alternative: Er verzichtet künftig auf kostenlose Software, es gibt ja in diesem Bereich gute und richtig teure Programme, sein Haushälter wirds ihm danken. :rolleyes:
04.08.09 13:13
Als bei uns im Dienst die Einzelplätze mit Win 3.11 und DOS eingeführt wurden, waren auch die damals schon enthaltenen tools wie minesweeper etc. nicht aufrufbar, und das, obgleich die Programmierer bzw. Administratoren nicht mehr Ahnung von und über windows hatten als wir selbst. Also, so schwer kann es doch wohl nicht sein, die Rechner entsprechend nachzubereiten.
Wie sieht es denn in dieser Realschule mit den systemeigenen Spielen aus? Darüber wird ja nichts gesagt, oder hab ich das übersehen?
04.08.09 13:21
Da hab ich auch nix drüber gelesen, aber die kann man ja bei der installation rauslassen.
05.08.09 22:40
Wenn man natürlich die Realschüler bewusst vom Internet fern hält, dann stellt so ein kleines Spiel schon eine ernte Gefahr dar ;D
Das kann doch nur aus einer gegend kommen, wo eben Laptop und Lederhose doch nicht zusammen passen.