Siegeszug begann mit einem Rechtschreibfehler

Jubiläum: E-Mail wird 25 Jahre alt

Jubiläum: E-Mail wird 25 Jahre alt Revolution mit einem "Pling!": Vor 25 Jahren erreichte die erste elektronische Nachricht einen deutschen Server und startete ihren Siegeszug. Mittlerweile hat die E-Mail starke Konkurrenz bekommen - Twitter und Instant Messaging bedrohen ihre Zukunft.

Es begann alles mit einem Rechtsschreibfehler. "Wilkommen in CSNET!" lautete die Betreffzeile der ersten E-Mail, die einen deutschen Computerserver erreichte. Vor 25 Jahren, genauer am 3. August 1984, erreichte die Nachricht den Rechner des Karlsruher Informatikers Michael Rotert.

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Sie stammte von einer Kollegin an der US-amerikanischen Universität Wisconsin. Im so genannten "Computer Science Network", kurz CSNET, hatten sich einige amerikanische Universitäten zusammengeschlossen. Die deutschen Forscher hatten den Auftrag die US-amerikanische Technologie mit dem Deutschen Forschungsnetz, kurz DFN, zu verknüpfen.

Zusätzlicher Schub durch das World Wide Web

Die Wissenschaftler nutzten damals das Übertragungsprotokoll X.25 zur Kommunikation, das auch von der deutschen Bundespost eingesetzt wurde. Heute dagegen basiert die E-Mail auf einer Reihe an Internet-Protokollen. Zum Versand elektronischer Post wird etwa Simple Mail Transfer Protocol, kurz SMTP, genutzt. Den Zugriff auf E-Mails erlaubt dagegen das Post Office Protocol POP3 und das Instant Message Access Protokoll IMAP. Netzwelt hat kostenlose E-Mail-Programme, die den Abruf und Versand elektronischer Post ermöglichen, miteinander verglichen.

Nach der Pionierleistung der Forscher Anfang der achtziger Jahre trat die E-Mail weltweit ihren Siegeszug an. Einen Schub erfuhr die elektronische Post durch eine neue Technologie zur Übermittlung von Internet-Inhalten: Anfang der 90er Jahre erfolgte die Freigabe des World Wide Web zur öffentlichen Nutzung.

E-Mail bekommt Konkurrenz durch Echtzeit-Dienste

Heute verschicken nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom rund 60 Prozent aller Deutschen im Alter von über 14 Jahren elektronische Post. Die Befragten sehen den Einzug der E-Mail in den Alltag positiv: Für einen Großteil erhöht die E-Mail die Lebensqualität, bedeut mehr Flexibilität, steigert die Arbeitsproduktivität, spart Zeit. "E-Mails haben die Kommunikation schneller und einfacher gemacht – fast niemand möchte auf sie verzichten", sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Viele junge Nutzer sind aber schon auf schnellere Wege umgestiegen, um Informationen auszutauschen. Nach Angaben des Bitkom nutzen 45 Prozent der 14- bis 29-Jährigen Chat-Software zur Kommunikation. Gar 94 Prozent der Mädchen und 86 Prozent der Jungen zwischen zehn und 17 Jahren verschicken Sofortnachrichten per Instant Messaging. Durchaus möglich also dass die E-Mail irgendwann im Papierkorb der Geschichte landet.

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