Spieletest: Fuel
Langatmige Erkundungsfahrten
Im Karrieremodus schalten erfolgreiche Piloten auf einer riesigen Karte immer neue Schauplätze, so genannte Camps, frei. Neben klassischen Rennen, jedes in drei Schwierigkeitsstufen unterteilt, bieten diese Zonen auch einmalige Herausforderungen wie Zeitfahren, das Rammen gegnerischer Wagen oder das Boden-/Luft-Duell gegen Helikopter.
Mit jedem Sieg verdient sich der Spieler zusätzlichen Treibstoff, auf Englisch "Fuel" genannt. Damit werden wiederum neue und bessere Fahrzeuge finanziert. Upgrades des bestehenden Fuhrparks sind nicht möglich. Einsteiger, die gegen menschliche oder computergesteuerte Kontrahenten zunächst keinen Stich machen, haben über Umwege dennoch die Möglichkeit, an den Titel gebenden Rohstoff zu gelangen.
Über Umwege deshalb, weil die lange Erkundung der ausgedehnten Flächen im optionalen Freeride-Modus unter anderem mit dem Aufstöbern von Benzinvorräten belohnt wird. Die Streifzüge durch von Umweltkatastrophen entvölkerte Landstriche verheißen für motoriserte Touristen nicht das pralle Leben.
Entsprechend sind diese Ausflüge ins Niemandsland vor allem eines: langamtig. Auf der Suche nach außerplanmäßigen Rennen, Fahrzeugteilen oder Treibstoff ist der Spieler mitunter so lange in verwaisten Gebieten unterwegs, bis er irgendwann den Sonnenuntergang erlebt und Sekunden später einsam durch die Nacht kurvt.

Ansprechende Technik, uninspirierte Umgebung
Immerhin weiß der dynamische Wechsel der Tageszeiten technisch zu gefallen. Das gilt auch für die restliche Inszenierung des Rennspiels: Weiche Animationen, fantasievoll designte Fahrzeugmodelle und eine gelungene Darstellung von Rauch, Wasser und Dreck liefern tolles Motorsportflair. Darüber hinaus vermittelt die fantastische Weitsicht bei guten Wetterverhältnissen den Eindruck einer riesigen, offenen Welt. Zwiegespalten wirkt hingegen die Qualität der Umgebungsgrafik.
Hinterlassen sporadische Wirbelstürme, brennende Wälder und ähnliche Umweltkapriolen einen guten Eindruck, so wirken viele Landstriche schlicht leer und uninspiriert. Hier drängt sich der Verdacht auf, den Machern des Spiesl sei die Größe der Spielwelt wichtiger gewesen als deren Inhalt. Nach mehreren Minuten ereignisloser Fahrt stellt sich beim Freeriden das Gefühl ein, als würde man durch ein riesiges Vakuum rasen.

Fazit: Verloren in der riesigen Spielwelt
"Fuel" ist ein wahrlich großer Titel, zumindest was die Ausmaße der Spielfläche und die Auswahl an Fahrzeugen angeht. Um auch großartig zu sein, dazu fehlen dem ambitionierten Rennspiel jedoch einige PS. Eine holzschnitzartige Fahrphysik, gepaart mit wankelmütigen Computergegnern, dazu eine mittelprächtige Geräuschkulisse das alles ist einigen vergnüglichen Offroad-Stunden zwar nicht hinderlich, bremst aber das Spielvergnügen jener Rennspielfans, die sich insgesamt mehr erhofft haben. Zum Beispiel eine in Anbetracht der riesigen Spielewelt angemessene Langzeitmotiviation.
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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Sony Playstation und Sony Playstation 3.
