Daten anonym und sicher austauschen
Sicherheit: Neues Darknet-Konzept aus dem HP-Labor
Forscher von HP haben ein Darknet angekündigt, bei dem Internetnutzer ihre Daten anonym austauschen, ohne Spuren zu hinterlassen. Der Anwender benötigt praktisch kein technisches Know-how, lediglich einen aktuellen Browser.

In Zeiten, in denen Websurfer immer mehr um ihre Privatsphäre fürchten, werden Darknets immer interessanter. Das sind private Netzwerke, mit denen Internet-User ihre Daten anonym austauschen oder miteinander kommunizieren können.
Keine technischen Vorkenntnisse erforderlich
Billy Hoffman und Matt Wood, Sicherheitsspezialisten bei HP, haben jetzt ein besonders viel versprechendes Darknet-Konzept angekündigt: "Veiled". Bei "Veiled" benötigt der Anwender nur einen HTML-5-tauglichen Browser, mit dem er eine bestimmte Website aufruft. Diese lädt Javascript-Code in den Browser. Die auszutauschenden Dateien werden anschließend zerstückelt und verschlüsselt. Im Gegensatz zur normalen Webserver-Client-Architektur existiert keine ganze Datei, die auf dem Server oder auf einem PC liegt.
Seine stärksten Trümpfe spielt "Veiled" aber im Vergleich zu Peer-to-peer-Netzwerken wie Freenet oder Gnutella aus. Der Nutzer muss kein Software-Tool auf den PC laden und nichts konfigurieren oder einstellen. Er benötigt also kein besonderes technisches Know-how. Zudem liegt keine verräterische Software auf der Festplatte - wenn die Anwender die Webseite verlassen, bleibt also keine Spur zurück. Der Newsdienst Dark Reading zitiert Hoffman mit den Worten: "Das Coolste daran ist, das es die Hürden für die Teilnahme an Darknet senkt."
Vorstellung auf der Black Hat-Konferenz
Hofmann und Wood sind ausgewiesene Internet-Spezialisten. Hofmann ist Manager der HP Security Labs, Wood leitender Sicherheitsforscher. Ihre Darknet-Idee wollen sie am 29. Juli auf der Black Hat-Konferenz in Las Vegas präsentieren. Black Hat ist eine alljährlich stattfindende Sicherheitskonferenz. Dabei werden die HP-Spezialisten aber lediglich demonstrieren, wie das Konzept funktioniert.
Kritiker wenden ein, dass das Potenzial für Missbrauch bei Darknet-Anwendungen sehr hoch ist. Ein abgeschottetes privates Netzwerk könnte sich zum Tummelplatz für Cyberkriminelle oder Pädophile entwicklen. Den Experten geht es letzlich darum, die Grenzen der Internet-Technik auszuloten und zu zeigen, was mit einem Browser alles möglich ist.
Erst vor kurzem hatte der norwegische Browser-Hersteller Opera mit Unite eine andere Variante angekündigt, mit dem Internet-Surfer untereinander direkt Daten austauschen können. Dabei wird der Browser zeitweise zum Webserver umfunktioniert.

Wo liegt denn der Vorteil für Cyberkriminelle im Darknet. Da gibt es doch für die einfache Wege. Besser ist es doch so etwas, wie oben genannt für die breite Masse zu öffnen.
"Ein abgeschottetes privates Netzwerk könnte sich zum Tummelplatz für Cyberkriminelle oder Pädophile entwicklen." Was, Terroristen und Raubkopierer nicht? "Kritiker wenden ein..."