Geschäft mit vertraulichen Internet-Fundstücken geplant

Großbritannien: Ehemaliger Polizist sammelt 40 Millionen Datensätze

Großbritannien: Ehemaliger Polizist sammelt 40 Millionen Datensätze Ein ehemaliger britischer Polizist hat eine Datenbank mit 40 Millionen Datensätzen von Internet-Nutzern erstellt. Das berichtet die englische Zeitung "The Times". Der vormals im Betrugsdezernat tätige Beamte habe die Datensammlung mit Informationen aus Internetforen gefüllt.

Zum brisanten Inhalt der Bibliothek zählen angeblich Kreditkartennummern, Telefonnummern, Adressen, Geheimnummern, Benutzernamen, Kontonummern und Passwörter. Vier Millionen der Datensätze stammen von britischen Staatsbürgern.

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Geschäfte mit Daten aus dem Internet

Colin Holder, der Vater dieser illegalen Datenbank, behauptet rund 160.000 britische Pfund in die Erstellung der Informationssammlung investiert zu haben. Vier Jahre habe er daran gearbeitet. Als Quellen gibt er hauptsächlich staatliche Einrichtungen wie die britische Polizei oder das amerikanische FBI an. Diese Kosten will der ehemalige Polizist nun mit einem einfachen Geschäftskonzept wieder einspielen: Gegen Gebühr möchte Holder die Datenbank der Öffentlichkeit zugänglich machen.

So könne jeder Nutzer überprüfen, ob er Opfer eines Hacker-Angriffs war - und ob seine privaten Informationen in fremde Hände geraten sind. Der britische Datenschutzbeauftragte prüft nun, ob sich Holders sogenannte "Lucid Intelligence"-Datenbank mit den britischen Anforderungen des Datenschutzrechts in Einklang bringen lässt. In anderen Ländern haben sich die Datenschützer bisher noch nicht mit dem Thema beschäftigt.

Britische Polizei sieht nur geringes Risiko

Sicherheitsexperten und die britische Polizei schätzen das Risiko für einen Missbrauch der enthaltenen Daten als eher gering ein. Die in "Lucid Intelligence" enthaltenen E-Mail-Adressen seien jedoch für Spammer von hohem Interesse. Das letzte Mal, dass eine so große Datenmenge an persönlichen Informationen wiederrechtlich gesammelt wurde, war bei einem Angriff auf ein Geldinstitut in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei gelang Hackern der Zugriff auf das Rechensystem des Kreditkarten-Dienstleister CardSystems Solutions - und 40 Millionen Datensätze wurden entwendet.

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