Ansturm der Verbotsgegner zwingt Bundestags-Server in die Knie
Onlinepetition: Spieler wehren sich gegen Killerspiel-Verbot (Update)
Mit einer Onlinepetition auf der Website des Deutschen Bundestages versuchen Computerspieler, das geplante "Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Action-Computerspielen" zu verhindern. Der Initiator Peter Schleußer bittet den Bundestag außerdem, den nach seiner Meinung irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" aus der "politischen Diskussion zu nehmen".
Hinweis: Das Update finden Sie am Ende des Artikels.
Als Reaktion auf den Amoklauf eines 17-jährigen Schülers in Winnenden hatten die Innenminister der Länder sich im Juni darauf geeinigt, Spiele, in denen wirklichkeitsnahes Töten wesentlicher Teil der Handung ist, "so schnell wie möglich" zu verbieten. Im Begründungstext der Petition kritisiert Schleußer, dass "(vor-)schnelle Verbotsforderungen den vielschichtigen Aspekten solcher Ereignisse nicht gerecht" würden. Stattdessen würden sie eine gründliche Aufarbeitung verhindern. Er wirft den Politikern vor, "die Debatte von Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen geprägt", zu führen.
Zwar halte er gewaltverherrlichende Medien aus gutem Grund für verboten. Ein prinzipielles Herstellungs- und Vertriebsverbot von Filmen und Computerspielen für Erwachsene stehe aber im Widerspruch zu Artikel 5 des Grundgesetzes, nach dem eine Zensur nicht stattfindet.
Update vom 09. Juli: Inzwischen mehr als 20.000 Unterschriften
Die Onlinepetition läuft seit Dienstag, dem 9. Juni, und endet am 19. August. Bis zum Nachmittag des 8. Juli hatten 8.000 Unterzeichner ihre digitale Unterschrift abgegeben. Einen Tag später finden sich am Abend des heutigen Donnerstags mehr als 22.000 Einträge auf der Bundestags-Webseite. Wegen Serverüberlastung auf Grund des großen Ansturms war die Petitionsseite des Bundestages im Laufe des Mittwochs mehrmals für kurze Zeit nicht zu erreichen.
Bei der letzten großen Onlinepetition "Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten" hatten 130.000 Personen ihre Stimme abgegeben. Die hohe Anzahl an Unterzeichnern hatte ein großes Medienecho hervorgerufen. An dem Beschluss des Bundestags konnte sie jedoch nichts ändern.



Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 19 Beiträge
Zitat: Ich warte immernoch auf die 20-30 jährigen "Neuzeitpolitiker", welche wenigstens aus Erfahrung sprechen werden! Auf die müssen wir sicher noch eine Weile warten...
In diesem Sinne sollte man vielleicht auch die Militärs abschaffen, weil.. da wird man auch auf das unmenschliche trainiert ;) .. und Autos sollte man ebenfalls abschaffen. Verpesten ja nur die Luft und...
Leute leute, das Thema ist so sinnfrei. Wie kann man alles schlechte bzw Amokläufe etc auf Spiele schieben ?! Die Politiker sind einfach Blind. 90 Prozent der Amokläufer habe das...
Also wer die geistige Reife nicht mitbringt sich einem tyrannsichen Spielleiter oder Administrator zu widersetzen hat auch nichts in solchen Spielen verloren. Es ist ein leichtes selbst ein Spiel zu eröffnen und fair...
Killerspiele mit einer strategischen Komponente sind in sich nicht gefährlich, denn jeder Jugendliche ist sich der Tatsache bewusst, dass die "getöteten" Gestalten: Aliens, Monster oder auch Menschen als Zielscheibe...