Von guten Ausgängen und verpassten Gelegenheiten
Kurzfilm: Happy-End dank Handy
Die besten Geschichten schreibt Hollywood dann, wenn die Spielfilmhelden Kommunikationsprobleme haben: Sobald Missverständnisse nicht früh genug aus der Welt geschafft werden, nimmt die Handlung unwiderruflich ihren tragischen Verlauf. Doch was wäre, wenn sich die Protagonisten per Mobiltelefon mitteilen könnten?
Gehören auch Sie zu den Lesern, die bereits nach wenigen Seiten der Lektüre das Buchende aufschlagen, um die Auflösung der Geschichte zu erfahren? Oder verlassen Sie bei spannenden Filmszenen den Raum, weil Sie den Nervenkitzel nicht ertragen?
Wünschen Sie den Helden in brenzligen Situationen ein Mobiltelefon in die Hand, um ihr tragisches Schicksal vielleicht doch noch abzuwenden? Dann könnte die Idee zum Kurzfilm der Woche von Ihnen stammen. Der Streifen zeigt, wie Filmklassiker ausgegangen wären, wenn die Hauptfiguren ein Mobiltelefon zur Hand gehabt hätten.
Das Handy-Experiment beginnt mit einer Szene aus "Forrest Gump". Der liebenswerte, etwas dümmliche Forrest wartet auf den Bus, der ihn zu seiner großen Liebe Jenny bringen soll. Als er gerade zum Erzählen seiner Lebensgeschichte ansetzt, kommt ein Anruf der Angebeten, die ihn zu einem Treffen bestellt. So gelangt Forrest zwar ohne Umwege zu seinem Glück, doch der Zuschauer ist um eine bewegende Hollywood-Geschichte ärmer.
Im Fantasy-Abenteuer "Die Reise ins Labyrinth" hätte sich die Protagonistin beim Durchschreiten des Irrgartens eine Menge Zeit sparen können, wäre sie im Besitz eines Handys. Dank der Routenplanung von Google Maps wäre sie nicht auf Wegbeschreibungen angewiesen und müsste sich nicht unnötig mit zeitraubenden Rätseln aufhalten.
Auch manche verfilmte Liebestragödie hätte einen anderen Ausgang gefunden, wäre ein Mobiltelefon im Spiel. So hätte beispielsweise Julia ihren geliebten Romeo vom vorgetäuschten Selbstmord informieren können. Eine kurze Nachricht auf die Mailbox hätte ausgereicht - und die beiden blieben bis an ihr Lebensende vereint.
Zum Nachteil wäre ein Mobiltelefon im Falle des Unruhestifters Kevin McCallister aus "Kevin allein zu Haus", den seine Eltern versehentlich zu Hause vergessen haben. Ihm wäre vermutlich das Abenteuer seines Lebens durch die Lappen gegangen, wenn seine Eltern ihn telefonisch erreicht hätten.
