Von Standpauken und Thriller-Kopfhörern
Internetzzo: Die News-Highlights der Woche
Jeden Freitag zeigt netzwelt, was die Computerwelt während der Woche bewegt hat. Die attraktivsten Produkte, die aufregendsten Meldungen und die skurrilsten Ereignisse geben sich im "Internetzzo" ein Stelldichein.

Inhaltsverzeichnis
- 1Standpauke aus Wien
- 2Steve Jobs wieder am Platz
- 3Schlechte Laune in der Unterhaltungselektronik
- 4Deutsche lieben Firefox
- 5Skype 4.1 mit Desktop-Freigabe
- 6Das coolste Ding der Woche
- 7Kopfhörer für Thriller-Fans
Standpauke aus Wien
Die Woche begann mit einer Standpauke. Gehalten vom legendären Designer Luigi Colani bei einem Kongress in Wien, dem "IncrediblEurope Summit". Thema des Kongresses waren, frei formuliert, Innovation und Kreativität für die Zukunft Europas. In seinem Vortrag warf Colani den Europäern zu wenig Innovationskraft und kurzfristiges Denken vor.
In Europa würden "zu viele Bedenkenträger Innovation hemmen", sagte der deutsche Star-Designer später noch dem Newsdienst Pressetext gegenüber. China hingegen sei "hungrig, reich und optimistisch". Das geht auch die Verantwortlichen in der IT-Branche an, denn bekanntlich ist das schöne Wort "Innovation" zur Worthülse vieler Geschäftsführer und Produktmanager geworden.
Colanis Design-Entwürfe sind auf Anhieb erkennbar. Keine Kanten, keine rechteckigen Formen, stattdessen tropfenartige, fließend aerodynamische Formen. Der in Berlin geborene Designer hat schon ziemlich alles gebaut: Teekannen, Baby-Badewannen, Wohnmobile, Lastwagen, Flugzeuge, Rennwagen und auch schon mal ein PC-Gehäuse. Als nächstes wünschen wir uns ein aerodynamisches Notebook oder ein eiförmiges Smartphone. Oder wenigstens PC-Lautsprecher.
Steve Jobs wieder am Platz
Apple-Chef Steve Jobs gehört wohl zu den wenigen, die dem Europa-Kritiker Colani auf Augenhöhe begegnen können. Erstens ist er kein Europäer, und zweitens hat er schon fast so viele Innovation in die Welt gesetzt wie Colani Design-Entwürfe. Und zwar echte Produkte und keine Gips-Modelle. Jetzt ist Jobs nach längerer Krankheit wieder an seinen Arbeitsplatz im kalifornischen Cupertino zurückgekehrt.
Zeitungen und Newsdienste hatten sich in den letzten Wochen gegenseitig überboten mit mehr oder weniger spekulativen Berichten über Jobs' Gesundheitszustand und eine angebliche Lebertransplantation. Schwamm drüber, welcome back, Mr. Jobs. Vielleicht hat Steve Jobs ja von Colanis Wien-Rede gehört. Die beiden wären das Dream Team schlechthin. Möglicherweise gestaltet Professor Colani bald einen neuen iMac oder iPod für Steve Jobs. Auch eine Mac OS-Oberfläche im Tropfendesign wäre ein Knüller.

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