Die neue HTML-Version legt keine Audio- und Videoformate fest

HTML 5: Keine Einigung auf einheitliche Medienstandards

HTML 5: Keine Einigung auf einheitliche Medienstandards Die kommende Spezifikation der Auszeichnungssprache HTML 5 wird keinen Audio- und Videostandard vorschreiben. Zwischen Internetgrößen wie Apple, Google, Mozilla und Opera hatte es jahrelang einen Streit gegeben, welche obligatorischen Codecs festgelegt werden sollten. Google-Mitarbeiter Ian Hickson, der für die Bearbeitung der Spezifikation verantwortlich ist, hat nun einen Schlussstrich unter die Diskussion gezogen. In einer E-Mail an die Arbeitsgruppe "Web Hypertext Application Technology Working Group" (WHATWG) begründet er diesen Schritt damit, dass zu diesem Zeitpunk keine Einigung zwischen den Parteien möglich sei.

Die Audio- und Video-Tags des neuen HTML-5-Standards ermöglichen, Videos und Töne direkt in den Quelltext einer Webseite einzufügen. Wenn der Browser das Medienformat untersützt, kann er die Inhalte ohne Plugin direkt wiedergeben. Für die meisten Videos im Internet wird heute noch der Adobe Flash Player verwendet.

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Ogg gegen MPEG-4

Ursprünglich war geplant, die freien Audio- und Videocodecs Ogg Vorbis und Ogg Theora für HTML-5 vorzuschreiben. Unterstützt wurde das Vorhaben vor allem von Mozilla und Opera. Apple und Nokia wendeten ein, dass die Patentlage der Formate noch ungeklärt sei und die Qualität von Theora nicht ausreiche. Apple weigert sich daher, die Ogg-Formate in QuickTime, auf das der hauseigene Browser Safari zurückgreift, zu integrieren. Apple und Nokia schlugen daher vor, die ISO-Standards MPEG-4 AAC und MPEG-4 AVC (H.264) zu nutzen. H.264 bietet im Gegensatz zu Ogg Theora zudem Hardwarebeschleunigung.

Für die MPEG-Formate werden allerdings Lizenzgebühren fällig, weshalb Mozilla und Opera sich weigern, die Codecs in ihren Browsern zu unterstützen. Googles Browser Chrome kann in der aktuellen Version mit beiden Formaten umgehen. Wegen der Lizenzgebühren kann Google den H.264-Codec mit Chrome-verwandten, offenen Projekten wie Chromium nicht zur Verfügung stellen. Die Qualität von Ogg Theora hält Google aber, wie Hickson schreibt, noch nicht für ausreichend genug, um das Format beispielsweise für das Videoportal YouTube zu verwenden.

Microsoft schwimmt gegen den Strom

Marktführer Microsoft unterstützt die Audio- und Video-Tags von HTML 5 als einziger großer Browserhersteller bisher gar nicht. Auch hat das Unternehmen bisher nicht einmal mitgeteilt, ob sich daran in Zukunft etwas ändern soll. Microsoft versucht mit Silverlight ein eigenes, proprietäres Browser-Plugin in Konkurrenz zu Adobe Flash durchzusetzen.

Für die Zukunft sieht Hickson zwei mögliche Szenarios: Wenn die Encoder für Ogg Theora verbessert und der Codec Hardware-Unterstützung erhalten würde, würde Theora zum De-Facto-Standard für das Web werden. Dann müssten aber Apples Sorgen vor so genannten "U-Boot-Patenten" reduziert werden, indem Google den Browser Chrome lange genug mit Theora-Unterstützung ausliefert, ohne verklagt zu werden, so Hickson.

In dem anderen für Hickson möglichen Szenario wird H.264 Quasi-Standard, nachdem die verbliebenen Patente des "Baseline-Profils" von H.264 ausgelaufen sind. Wenn einer der beiden Fälle eintritt, möchte Hickson die Spezifikation von HTML-5 entsprechend anpassen. Da die Medien-Tags von HTML-5 mehrere Quellen unterstützen, bleibt den Webentwicklern aber in jedem Fall noch die Möglichkeit, Audio- und Videodateien in verschiedenen Formaten anzubieten, sodass für jeden Browser eine passende Version dabei ist.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Und Microsoft setzt immernoch auf Silverlight. Lernfähigkeit is nich. Hach, ich freu mich richtig, mdas der broweserstreit jetzt auch noch so austgetragen wird

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