Umweltschützer pochen auf Green-IT-Versprechen

Greenpeace-Rangliste: Dell, HP und Lenovo abgestürzt

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace stellte die neueste Ausgabe ihres Umweltrankings "Guide to Greener Electronics" vor. Darin stufen die Umweltschützer die Computerhersteller Dell, HP und Lenovo nach unten: Die drei Hersteller hätten Versprechen in Bezug auf die Verwendung von giftigen Stoffen in ihren Produkten zurück gezogen.

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greenpeace guide to greener electronics
Greenpeace-Ranking zu "grüner Elektronik", Ausgabe 12 vom Juli 2009.

Die Abwertung nahm Greenpeace vor, weil die drei Firmen von ihrem Versprechen Abstand genommen haben, ab Ende 2009 weder bromhaltige Flammschutzmittel noch den Kunststoff PVC bei der Herstellung von Elektronikprodukten zu verwenden. Nach Aussagen der Umweltschützer kündigte etwa HP an, erst 2011 auf die giftigen Substanzen zu verzichten.

PVC bildet das krebserregende Dioxin und stellt daher eine Gefahr bei Herstellung, Verwendung und Entsorgung dar. Das stark ätzende Brom aus Flammschutzmitteln kann bei der Nutzung von Computern, Druckern und Monitoren in den menschlichen Körper gelangen und sich dort ansammeln. Das kann zu Atemnot, Lungenentzündungen oder Lungenödemen führen.

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Lob für Apple, Nokia Klassenbester

Greenpeace ruft daher Internetnutzer auf, Twitter-Nachrichten an Dell, HP und Lenovo zu verschicken. Diese sollen die PC-Hersteller dazu auffordern, bei der Produtkion auf giftige Substanzen zu verzichten. Die Umweltorganisation stellt sogar einen vorgefertigten Text zur Verfügung.

Darin nennt Greenpeace Apple als positives Beispiel. Dessen neueste Geräte seien frei von bromierten Flammschutzmitteln und PVC. Trotzdem erreicht der Hersteller von iPhone, iPod und Mac-Computern nur Platz 11 von 18 im der Greenpeace-Bestenliste.

Als umweltfreundlichstes Unternehmen steht erneut Nokia auf dem ersten Platz des Rankings zu "grüner Elektronik". Neben dem Verzicht auf giftige Stoffe in Handys loben die Umweltschützer das Rücknahmeprogramm des finnischen Unternehmens für alte Mobiltelefone.

Dafür vergibt die Umweltorganisation 7,45 von 10 möglichen Punkten. Noch bessere Noten könnte Nokia nach Aussagen von Greenpeace sammeln, wenn recycelter Kunststoff nicht nur bei der Herstellung der Verpackungen, sondern auch bei der Produktion der Geräte Verwendung fände.

Nintendo auf dem letzten Platz

Abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt der japanische Spielekonsolen-Hersteller Nintendo mit einem von zehn möglichen Punkten. Greenpeace zufolge plant das Unternehmen zwar, in Zunkunft stärker auf Umweltsaspekte zu achten, doch das Ranking bewerte nur Ergebnisse.

Seit dem August 2006 veröffentlicht Greenpeace seine Aufstellung "Guide to Greener Electronics" in dreimonatlichen Abständen. Dabei vergleichen die Umweltschützer die 17 größten Hersteller von Computern, Handys, Fernsehern und Spielekonsolen anhand des Einsatzes von giftigen Substanzen, Recycling sowie ihren Auswirkungen auf den Klimawandel. Das Ranking soll Verbrauchern gestatten, Technik auch nach Umwelt-Aspekten auszuwählen. Details zur Bewertung jeder Firma stellt Greenpeace in PDF-Dokumenten zum Herunterladen bereit.

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