Das Pirate-Bay-Team arbeitet an einem eigenen Videoportal

Video Bay: YouTube-Alternative auf Piratenart

Video Bay: YouTube-Alternative auf Piratenart Die schwedischen Betreiber des Filesharing-Portals Pirate Bay arbeiten an einem eigenen Audio- und Videoportal. Sie haben am Sonntag eine frühe Version der "Video Bay" genannten Seite online gestellt. Ähnlich wie auf YouTube sollen dort Benutzer in Zukunft Audio- und Videodateien anhören beziehungsweise ansehen und eigenes Material hochladen können. Dabei kann es sich auch um urheberrechtlich geschütztes Material handeln. Nach Angaben der Entwickler müssten sich die Benutzer keine Sorgen darum machen, dass Videos aus Urheberrechtsgründen von der Seite verschwinden.

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Das Projekt ist bereits seit zwei Jahren in Arbeit. Bei der aktuellen Version handelt es sich um eine so genannten "Beta Extreme". Wer die Startseite des Portals ansurft, wird mit dem Hinweis "Don't expect anything to work at all" (Erwartet nicht, dass überhaupt etwas funktioniert) begrüßt. Derzeit kann man nur zwei Beispieldateien abspielen. Für weitere Inhalte muss sich der Benutzer auf der Website registrieren. Laut dem Entwickler Peter Sunde ist die Seite ein experimenteller Spielplatz. Da an ihm im "Live-Betrieb und im betrunkenen Zustand" programmiert werde, bittet Sunde, "nicht zu sehr zu nerven, falls die Seite nicht richtig funktioniert".

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HTML 5 statt Adobe Flash

Neue Wege gehen die Entwickler bei der eingesetzten Technik. Statt wie YouTube, Vimeo und MyVideo verwendet Video Bay nicht das Flash-Plugin, um Videos abzuspielen, sondern den offenen Webstandard HTML 5. Der ermöglicht es, Audio- und Videodateien direkt in den Quelltext der Seite einzubinden, sodass der Benutzer kein zusätzliches Browser-Plugin installiert haben muss. Die Dateien auf Video Bay werden in den freien Medienformaten Ogg Vorbis und Ogg Theora gespeichert. Bisher können nur Firefox 3.5 Beta, Opera 9.52, Google Chrome 3 und Safari ab der Version 3.4 die Inhalte abspielen. Der Internet Explorer 8 unterstützt die Technik nicht.

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Nach Angaben von Sunde kann es bis zum offiziellen Start von Video Bay noch "ein bis fünf Jahre" dauern. Die Kosten für den Betrieb des Portals könnten dem Projekt allerding noch Steine in den Weg legen: Das Videoportal YouTube bereitet dem Besitzer Google nach Medienberichten dieses Jahr Verluste in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro.

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