Kostenfalle Roaming: Handy und Notebook im Urlaubseinsatz

Hohe Roaming-Gebühren in Nicht-EU-Ländern

"Die Verbraucher sollten wissen, dass die neuen Regelungen nur fürs EU-Ausland gelten", sagt Anneke Voß, Telekommunikationsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Wer in Ländern wie Norwegen, Kroatien, Island und die Schweiz nach Hause telefoniert, zahlt höhere Roaming-Gebühren sowohl für ein- und abgehende Gespräche als auch für die Datennutzung. Unter Umständen werden so für ein Fünf-Minuten-Gespräch fünf Euro und mehr fällig.

Günstiger kommt der Urlauber mit Prepaid-Lösungen ausländischer Handy-Betreiber davon. Wer sein Handy im Urlaub häufig nutzt, kann mit letzterer Variante auch in EU-Ländern viel Geld sparen. Ein weiterer Vorteil: Eingehende Anrufe sind kostenlos. Der Nachteil: Der Verbraucher erhält eine neue SIM-Karte und damit auch eine neue Telefonnummer, die er Freunden und Bekannten erst mitteilen muss. Zudem sind einige Handys für Fremdanbieter gesperrt. Eine Recherche beim deutschen Handy-Betreiber schafft Abhilfe.

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Unterwegs an der Grenze

Wer im Urlaub im Grenzgebiet unterwegs ist, sollte darauf achten, dass die automatische Netzauswahl deaktiviert ist. Andernfalls bucht sich das Mobilfunktelefon gerne in das ausländische Netz ein – für eingehende und abgehende Gespräche sowie für die Datennutzung zahlt der Verbraucher dann wesentlich mehr als für die Inlandsnutzung.

Vorsicht ist für Deutschlandreisende geboten, die etwa an der Schweizer Grenze, im Schwarzwald oder Bayerischen Wald Urlaub machen. Aber auch wer einen Tarif im Ausland gebucht hat, sollte an der Grenze auf die Deaktivierung der automatischen Netzsperre achten.

Mobile Datennutzung

Zwar hat die EU auch die Transferkosten für die Datennutzung gedeckelt - wer aber im Urlaub regelmäßig seine Mails lesen und im Internet surfen möchte, wird trotzdem schnell viel Geld los. Die Nutzung am Notebook ist leider keine Alternative, da die mobilen Flatrates deutscher Provider in erster Linie für die Inlandsnutzung gedacht sind. Bei der Nutzung im Ausland werden Kunden kräftig zur Kasse gebeten.

Wer im Ausland jedoch nicht auf sein Notebook verzichten kann, sollte sich die Angebote von Vodafone oder auch von T-Mobile anschauen. Mit den Vodafone Web Sessions oder dem web'n'walk Roaming DayPass von T-Mobile stehen dem Kunden für 14,95 Euro ein Transfervolumen von 50 Megabyte zur Verfügung, dass er innerhalb von 24 Stunden verbrauchen kann. Eine Alternative für die Nutzung per Notebook, aber auch via Handy können WLAN-Hotspots im Hotel oder Cafe sein. Allerdings werden dafür teils auch horrende Preise fällig. Wer ein festes Hotel im Urlaub gebucht hat, sollte sich auf der Webseite, per E-Mail oder via Telefon beim Besitzer vorab über die Preise informieren.

Fazit

Die EU sorgt mit der Roaming-Deckelung für klare Verhältnisse. Verbraucher, die wenig im Urlaub telefonieren oder SMS schreiben, fahren mit den neuen Preisen recht gut. Wer auf der Reise häufig Gespräche führt, sollte über einen Sondertarif bei seinem Handy-Betreiber nachdenken. Alternativ bieten sich ausländische Prepaid-Karten an.

Für den Einsatz in Grenzgebieten gilt es, die automatische Netzeinwahl zu deaktivieren. Wer sein Notebook im Urlaub einsetzen will oder muss, informiert sich am besten über kostenlose WLAN-Netze am Urlaubsort. Die mobilen Flatrate-Angebote der deutschen Handy-Betreiber sind für die Auslandsnutzung einfach zu teuer.

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