Der schnellere Zwilling: Apple iPhone 3G S im Test

Sprachsteuerung: Lost In Translation

Bereits der MP3-Player iPod Shuffle, ebenfalls von Apple, sagt Titel und Interpret auf Knopfdruck mit Hilfe einer Computer-Stimme an. Beim Shuffle macht diese Funktion durchaus Sinn, muss der MP3-Player doch völlig ohne Display auskommen. Auch das neue iPhone 3G S spricht auf Knopfdruck und soll seinem Besitzer aufs Wort gehorchen.

Dazu muss der Nutzer die einzige "echte" Taste des iPhones gedrückt halten. Etwa vier Sekunden später erscheint selbst bei aktivierter Tastensperre das Menü der Sprachsteuerung. Die möglichen Sprachbefehle wie "Spiel Album", "Wähl", "Ruf" oder "Pause" zeigt ein Menü an. Nicht nur die wichtigsten iPod-Funktionen, sondern auch Telefonbucheinträge lassen sich auf diese Art und Weise in der Theorie aufrufen. In der Praxis sieht dies leider anders aus.

Apple iPhone 3G S Sprachsteuerung
Die Spracherkennung funktionierte im Test nicht zufriedenstellend. Bessere Ergebnisse liefert das iPhone, wenn man die Systemsprache auf Englisch stellt.
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Die Trefferquote liegt bei unter 50 Prozent und ist zudem stark von der Umgebungslautstärke abhängig. Bevor man also mehrmals laut und deutlich "Ruf netzwelt an" sagt, wählt man besser den klassischen Weg über das Menü. Das geht schneller und ist treffsicherer. Etwas bessere Ergebnisse erzielt man, wenn man im Menü Englisch statt Deutsch als Systemsprache wählt.

Der eigentliche Star: iPhone OS 3.0

Zusammen mit dem iPhone 3G S präsentierte Apple auch das neue Betriebssystem OS 3.0 für ältere iPhone-Modelle sowie für den iPod Touch. Auf dem iPhone 3G S ist die Software bereits von Anfang an installiert. Über einhundert neue Funktionen sind in der über 200 Megabyte großen Datei enthalten, die alle iPhone-Besitzer kostenlos erhalten. Nutzer eines iPod Touch werden hingegen zur Kasse gebeten: Acht Euro kostet das neue Betriebssystem für sie.

Es klingt skurril, aber das Highlight des iPhone OS 3.0 ist eine simple Copy-Paste-Funktion. Damit ist es endlich auch iPhone-Nutzern möglich, bestimmte Textpassagen in Applikationen wie Mail, SMS oder Kalender zu kopieren, auszuschneiden oder einzufügen. Die Art und Weise wie Apple diese Funktion umgesetzt hat, ist hingegen alles andere als skurril, sondern einfach gelungen: Selten war das Kopieren und Einfügen von Text auf einem Handy so einfach, wie dies seit kurzem mit den Smartphones aus Cupertino möglich ist. Auch das Kopieren und Einsetzen von Bildern funktioniert.

Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung betrifft die virtuelle Tastatur. Diese lässt sich nach dem erfolgreichen Aufspielen der neuen Firmware nun in vielen Anwendungen in das Querformat drehen. Besonders beim Schreiben von Kurzmitteilungen verringert dies die Fehlerquote erheblich. Ein Ersatz für eine Hardware-Tastatur ist aber auch diese Lösung nicht.

Apple iPhone 3G S Tastatur im Querformat
Echte Hilfe für Vielschreiber: Die Tastatur lässt sich nun in wichtigen Anwendungen ins Querformat drehen.

Gut ist die Möglichkeit der systemweiten Suche. Apple-Nutzer kennen die Funktion Spotlight bereits von ihren Mac-Rechnern. Im Startmenü genügt ein kleiner Wisch mit dem Finger von links nach rechts um das Suchfenster zu öffnen. Alternativ führt ein verlangsamter Doppelklick auf den Home-Button zum gleichen Ziel. Es erscheint ein Suchschlitz und die virtuelle Tastatur. Anschließend genügt die Eingabe eines Stichwortes und das iPhone oder der iPod Touch durchsucht Programme wie Kalender, Kontakte, Nachrichten oder Programm-Namen nach diesem Stichwort. Weitere Funktionen der neuen iPhone- und iPod-Firmware hat netzwelt in diesem Artikel zusammengefasst .

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 5 Beiträge

Ahh, der Hund in dem Video ist ja cool... Für den tausche ich mein 3GS! :)

Na das würde ich zu gern mal sehen, wie du einen Redakteur mit einer virtuellen Tastatur schlägst. Da nimmst du dir doch ein wenig zu viel vor ;) grüße

Wer seit fast 2 Jahren jeden Tag auf der virtuellen tippt, dem machste nix vor.

Hast du mal einen direkten Vergleich gewagt? Jede Wette das ich mit einer echten Tastatur schneller tippe als du mit einer virtuellen ;-) Viele Grüße

Ich kann nicht sehen warum jemand, der von unterwegs viele E-Mails verschickt pauschal besser mit einer Hardware-Tastatur zurechtkommt. Das kann man in meinen Augen nicht als Fakt darstellen.

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