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PDF-Import: Fünf Lösungen um PDFs zu bearbeiten
Spezielle Programme ermöglichen, PDF-Dateien nachträglich zu bearbeiten

von Axel Hahne Uhr veröffentlicht

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Dokumente als PDF zu speichern und mit Leseprogrammen anzuzeigen, ist heute kein Problem mehr. Wer ein PDF nachträglich noch bearbeiten möchte und die Quelldatei fehlt, steht jedoch vor einem Problem. Nur wenige Programme ermöglichen es, Änderungen vorzunehmen. Und noch weniger liefern brauchbare Ergebnisse. Netzwelt zeigt, welche Lösungen überzeugen.

Texte, Tabellen und Grafiken aus Office-Programmen ins PDF-Format zu exportieren, stellt heute kaum noch ein Problem dar. OpenOffice.org kann das von Hause aus, das Betriebssystem Mac OS X bietet systemweite Unterstützung und für Microsoft Office ist ein Export-Plugin erhältlich. Das PDF-Format ist dadurch inzwischen sehr beliebt und besonders im Internet weit verbreitet.

Anzeigen lassen sich die Dateien nicht nur mit dem Adobe Reader, sondern auch mit einer Vielzahl weiterer kostenloser Programme. Doch was ist, wenn in einer PDF-Datei ein Fehler steckt, den man korrigieren muss und das ursprüngliche Office-Dokument nicht mehr vorhanden ist? Um PDF-Dokumente nachträglich zu bearbeiten, ist teure Profisoftware wie Adobe Acrobat oder Illustrator heutzutage nicht mehr erforderlich. Es gibt eine Reihe - teilweise kostenloser - Alternativen, die unterschiedlich brauchbare Ergebnisse liefern.

Warum PDF?

Das Portable Document Format (PDF) ist ein ISO-Standard zur Archivierung von elektronischen Dokumenten aller Art. Es ist im Gegesatz zu Office-Formaten wie OpenXML oder OpenDocument eigentlich nicht dazu gedacht, bearbeitet zu werden. Stattdessen soll das Format garantieren, dass Dokumente in jedem Programm auf jedem Computer exakt so dargestellt werden, wie es der Autor vorgesehen hat. Mit den Werkzeugen eines PDF-Viewers ist es normalerweise nur möglich, Textstellen zu markieren und in die Zwischenablage zu kopieren, um sie in einem anderen Programm einzufügen.

Vektorgrafiken bleiben in einem PDF-Dokument gespeichert weiterhin ohne Qualitätsverlust skalierbar. Daher eignet sich das Format besonders für umfangreiche Grafiken und Tabellen, aber auch aufwändige Layouts. (Mehr Informationen zum PDF-Format erfahren Sie in diesem Artikel.)

PDFs bearbeiten: Zwei Wege

Um PDF-Dokumente weiter zu verarbeiten, muss man grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Wegen unterscheiden. Zum einen gibt es die Möglichkeit, ein PDF-Dokument in eine normale Textdatei mit Bildern umzuwandeln. Bei den getesteten Programmen wurden als Exportformate das Rich Text Formt (RTF) und Word angeboten. Auf diesem Weg kann man Texte gut bearbeiten. Formatierungen, Layout und Vektorgrafiken gehen aber stellenweise verloren.

Zum anderen gibt es Programme, die versuchen, das Layout des Dokuments mit ihren Grafiken möglichst genau zu erhalten. Im optimalen Fall kann der Benutzer selbst die Vektorgrafiken noch bearbeiten. Der Nachteil dieser Lösung ist aber, dass die Bearbeitungsmöglichkeiten für Texte sehr eingeschränkt werden. Die getesteten Programme dieser Art wandeln jede Textzeile in ein einzelnes Textobjekt um. Innerhalb dieses Objektes lässt sich der Text einwandfrei bearbeiten. Der zusammenhängende Fließtext geht aber verloren. Gespeichert werden die Dokumente wieder als PDF oder, im Falle der OpenOffice-Lösung, als OpenDocument-Bild (.odg).

Die beiden Ausgangs-PDFs, an denen sich die Programme messen lassen müssen.

Als Ausgangsdateien für den Test dienen zwei PDF-Dokumente. Die erste enthält einen dreiseitigen Text mit eingebundenen Bildern, die zweite eine Vektorgrafik mit umfließenden Text.

Some PDF to Word Converter

Der "Some PDF to Word Converter" ist kostenlos erhältlich. Die Benutzung des Windows-Programms ist denkbar einfach. Der Nutzer wählt eine PDF-Datei aus und gibt den Befehl zum Konvertieren. Daraufhin startet das Programm automatisch Microsofts-Texteditor WordPad, in dem die exportierte RTF-Datei angezeigt wird. Dort lässt sich der Text ganz normal bearbeiten. Im Test werden allerdings einige Bilder nicht angezeigt. Besser funktioniert es in OpenOffice.org Writer. Die Formatierungen bleiben hier größtenteils erhalten. An einigen Stellen, besonders bei Absätzen, muss man jedoch noch manuell nachbessern. In der Datei mit der Vektorgrafik bleibt nach der Konvertierung nur der Text übrig.

VeryPDF: PDF to Word

Die Shareware "VeryPDF: PDF to Word" kostet 40 US-Dollar. Die ersten 100 Konvertierungen sind jedoch kostenlos möglich. Dieses Programm liefert etwas bessere Ergebnisse als "Some PDF to Word Converter". Statt in RTF speichert VeryPDF nämlich im Word-Format (.doc), wodurch die Formatierungen vollständig erhalten bleiben. Im Test sieht das Layout genauso aus wie im Original. Allerdings sind die Bilder nicht mehr editierbar, sondern fest in der Seite verankert. Die Vektorgrafik kann leider auch "VeryPDF: PDF to Word" nicht retten.

Sun PDF Import Extension für OpenOffice.org

Das kostenlose Plugin von Sun bringt dem Präsentationseditor Impress und dem Zeichenprogramm Draw von OpenOffice.org den PDF-Import bei. Für die Textverarbeitung Writer gibt es diese Funktion bisher nicht. Die Import-Funktion erstellt, wie oben beschrieben, keinen Fließtext, sondern einzelne Textfelder und Bildobjekte. Die importierten Dokumente bleiben dadurch sehr gut erhalten. Bilder können skaliert und einzelne Textfelder noch bearbeitet werden. Draw zeigt sogar die Vektorgrafik an und bietet auch hier die Möglichkeit, sie zu bearbeiten. Allerdings stimmen einige Farben der Vektorgrafik nicht mit dem Original überein. Hier muss der Benutzer einige Korrekturen vornehmen, wenn es auf Farbtreue ankommt.

OpenOffice.org: Suns PDF-Importer zeigt leichte Fehler bei der Vektorgrafik.

Foxit PDF Editor

Nicht ganz billig ist der Foxit PDF Editor mit einem Preis von 100 Euro. Die Testversion enthält den vollen Funktionsumfang der Vollversion. Allerdings werden den exportierten Dateien in der Testversion ein auffälliges Wasserzeichen hinzugefügt. Das Programm speichert die bearbeiteten Bilder wieder als PDF-Dokument. Andere Dateiformate stehen nicht zur Verfügung. Foxit PDF Editor arbeitet auf die gleiche Weise wie Suns PDF-Import für OpenOffice.org. Für das Geld bekommt der Benutzer der Windows-Software allerdings eine noch höhere Qualität.

PDF to Word: Die Online-Lösung

Als Besonderheit gibt es noch den kostenlosen Online-Dienst "PDF to Word". Die Website ist unter der Adresse pdftoword.com erreichbar. Der Benutzer kann hier eine PDF-Datei hochladen und sich das Dokument als Word-Dokument oder RTF an eine E-Mail-Adresse schicken lassen. Der Anbieter NitroPDF Software verspricht den "exaktesten PDF-zu-Word-Konvertierer". Was sich einfach und vielversprechend anhört, entpuppt sich im Test als harte Geduldsprobe: Die zwei E-Mails mit den konvertierten Dateien ließen über zehn Stunden auf sich waren. Sie trafen erst lange nach Feierabend, zwischen 21 und 24 Uhr ein. Eigentlich sollte das Grund genug sein, diese Lösung zu disqualifizieren. Die Qualität der umgewandelten Word-Dateien entschädigen jedoch für die Wartezeit.

PDFs online umwandeln: Wer diese Lösung nutzt, muss Zeit mitbringen. Die Ergebnisse überzeugen.

Beide Dokumente sind von den Originalen kaum zu unterscheiden. Alle Texte, Bilder und auch die Vektorgrafik bleiben mit den meisten Formatierungen erhalten. Besonders erfreulich: Alle Texte bleiben als vollständiger Fließtext erhalten, sodass nachträgliche Bearbeitungen ohne Probleme möglich sind. Allein die Vektorgrafik ist fest und unveränderlich in das Dokument "eingebrannt". Skalierbar bleibt sie trotzdem.

Zusammenfassung

Jede der getesteten Lösungen hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Eine klare Empfehlung kann man daher nicht aussprechen. Wer das nötige Geld investieren kann oder möchte, bekommt mit dem "Foxit PDF Editor" die exaktesten Ergebnisse. Leider kann das Programm Dokumente nur wieder als PDF abspeichern, sodass die Inhalte nicht einfach an Office-Programme übergeben werden können.

Ähnliche Funktionalität bietet das OpenOffice-Plugin, allerdings mit leichten Fehlern bei Vektorgrafiken. Zudem ist es kostenlos erhältlich und kann auch unter Mac OS X und Linux verwendet werden. Wenn es nicht schnell gehen muss, bietet das Online-Tool "PDF to Word" den besten Kompromiss aus Genauigkeit und Bearbeitbarkeit. Wer auf Vektorgrafiken verzichten kann und bereit ist 40 Euro auszugeben, bekommt mit "VeryPDF: PDF to Word" eine interessante Lösung. Schade, dass die Bilder nicht mehr bearbeitet werden können.

Nicht ganz so gute Ergebnisse liefert "Some PDF to Word Converter". Zwar bleiben Text und Bilder editierbar, durch die Probleme bei der Formatierung muss der Benutzer aber noch nachträglich Hand anlegen. Dafür ist das Programm kostenlos. Bedenken sollte man, dass jedes Dokument unterschiedliche Ergebnisse liefern kann. Die Testergebnisse lassen sich daher nicht auf jede andere PDF-Datei übertragen. Auch sind die Ergebnisse der exportierten Word- oder RTF-Dateien je nach verwendetem Textprogramm unterschiedlich.

Kommentare zu diesem Artikel

Dokumente als PDF zu speichern und mit Leseprogrammen anzuzeigen, ist heute kein Problem mehr. Wer ein PDF nachträglich noch bearbeiten möchte und die Quelldatei fehlt, steht jedoch vor einem Problem. Nur wenige Programme ermöglichen es, Änderungen vorzunehmen. Und noch weniger liefern brauchbare Ergebnisse. Netzwelt zeigt, welche Lösungen überzeugen.

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  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: News - PDF-Import: Fünf Lösungen um PDFs zu bearbeiten

    Für Bewerbungen empfiehlt es sich die einzelnen Seiten über ein Office-Programm zu gestalten und diese dann in das PDF-Format zu exportieren. Hier bietet sich beispielsweise LibreOffice an www.netzwelt.de/download/14647-libreoffice.html Dort ist eine PDF-Export-Funktion standardmäßig ins Programm integriert. Zusätzlich bietet es die Möglichkeit das Dokument in einem editierbaren Format zu speichern und so schnell auf Änderungen reagieren zu können, ohne das komplette Dokument wieder neu aufsetzen zu müssen.
  • Daniela schrieb Uhr
    AW: News - PDF-Import: Fünf Lösungen um PDFs zu bearbeiten

    Es gitb im Netz mittlerweile so viele Möglichkeiten, pdf-Datein zu bearbeiten. Jedoch wenn es darum geht eine pdf Datei, beeinhaltet 15 Seiten, die aneinander gereiht sind, in einer Größe zu bekommen. Ich habe jetzt Seiten dazwischen, die mal dünner und mal breiter sind, nur wie um alles in der Welt bekomme ich dies in einer Größe? Hintergrund, oder eher das Ziel Bewerbungsmappe 2 MB in einer PDF Datei Jemand eine Idee
  • Finlay Ruckriegel schrieb Uhr
    AW: News - PDF-Import: Fünf Lösungen um PDFs zu bearbeiten

    PDF Dateien lassen sich mit dem CAD-KAS PDF Editor bearbeiten. Mich hat das Programm jedenfalls überzeugt.
  • Unregistrier schrieb Uhr
    AW: PDF-Import: Fünf Lösungen um PDFs zu bearbeiten

    zu der online lösung pdf to word: das mit den 10 stunden ist totaler blödsinn, ich habe soeben auch eine pdf datei mit teilweise sehr aufwändigen grafiken dort hochgeladen und meine antwort e-mail bereits nach 5 minuten erhalten; zwar nicht in ganz so perfekter umsetzung wie ihr geschrieben habt, aber dennoch beeindruckend gute qualität und-in sehr kurzer zeit!!!

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PDF-Import: Fünf Lösungen um PDFs zu bearbeiten
PDF-Import: Fünf Lösungen um PDFs zu bearbeiten
Dokumente als PDF zu speichern und mit Leseprogrammen anzuzeigen, ist heute kein Problem mehr. Wer ein PDF nachträglich noch bearbeiten möchte und die Quelldatei fehlt, steht jedoch vor einem Problem. Netzwelt kennt ein paar Lösungen.
http://www.netzwelt.de/news/80128-pdf-import-fuenf-loesungen-pdfs-bearbeiten.html
2009-06-25 18:37:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2009/original480-1245942708.png
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