Branchenvertreter diskutierten über den Glasfaserausbau
Konferenz: Kooperationen für schnelles Internet auf dem Land
Bis 2014 will die Bundesregierung drei Viertel aller Haushalte mit Hochgeschwindigkeitsinternet versorgen. Allerdings sei die Wirtschaftlichkeit der Glasfasernetze noch nicht gelöst, sagte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges auf der Jahrestagung "Telekommarkt 2009" in Düsseldorf am Mittwoch. Die Branche favorisiert deshalb Kooperationen, um das Land flächendeckend mit schnellem Internet zu versorgen.
Für den Glasfaser-Ausbau auf dem Land kommt VDSL mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde in Frage. Bisher bietet die Telekom solche schnellen Leitungen in 50 deutschen Städten an. Allerdings gebe es Regionen, "wo man mit betriebswirtschaftlichen Überlegungen nicht weiterkommt", sagte Telekom-Pressesprecher Mark Nierwetberg gegenüber netzwelt.
Vodafone und Telekom kooperieren beim VDSL-Ausbau
Der rosa Riese setzt beim Hochgeschwindigkeits-Internet deshalb auf die Zusammenarbeit mit Providern wie Vodafone. Beide Unternehmen befinden sich derzeit in intensiven Verhandlungen über die Nutzung des VDSL-Netzes, wie Höttges auf der Düsseldorfer Konferenz mitteilte. Bisher verlegen die beiden Unternehmen lediglich bei einem Pilotprojekt in Würzburg und Heidelberg gemeinsam Glasfaserleitungen. Vodafone ist beim VDSL-Ausbau auch mit alternativen Providern im Gespräch.
Der Chef der Bundesnetzagentur Matthias Kurth begrüßt solche Kooperationen grundsätzlich. Allerdings ist die Zusammenarbeit zwischen Vodafone und der Telekom bisher die einzige, die über eine reine Absichtserklärung hinausgeht. Ein Vertrag über die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen liege beim Kartellamt vor, sagte Kurth auf der Konferenz.
Gefahr der digitalen Spaltung
Als Kooperationsmodell für den Breitband-Ausbau auf dem Land kommt etwa die Aufteilung von unterversorgten Gebieten unter den Providern in Frage. Demnach würde ein Telekomunternehmen den Ausbau in einer bestimmten Region jeweils alleine stemmen. Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbands VATM, sieht die Gefahr von regionalen Monopolen. "Der Wettbewerb müsse weiterhin gewährleistet werden", sagte Grützner in Düsseldorf.
Auch die Bundesnetzagentur favorisiert den Wettbewerb als Grundlage für künftige Investitionen in Breitband-Netze. Die Regulierungsbehörde hatte die Telekom bisher verpflichtet, Wettbewerbern Zugang zu den Kabelrohren zu ermöglichen, um den Glasfaser-Ausbau voranzutreiben. Die Telekom hofft einer weiteren Regulierung mit der Öffnung des VDSL-Netzes zu entgehen. Der rosa Riese hatte dies schon auf der CeBIT 2009 im Frühjahr angekündigt.
Für die Zukunft bremst Kurth allzu große Erwartungen an den Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Netzes. Kurth betonte, dass "keine Glasfaser bis auf die letzte Alm" gelegt werden könne. Für Nierwetberg ist allerdings Dringlichkeit geboten, sonst trete an die Stelle der digitalen Spaltung zwischen Menschen ohne und mit Breitband-Zugang "eine Spaltung zwischen Super-Breitband- und normalen Breitband-Nutzern", sagte der Telekom-Sprecher gegenüber netzwelt.

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Zitat: Ich finde das alles eine Unverschämtheit das in manchen Städten schon 50mbits/s möglich sind und hier auf dem Land kommen immer noch nur 45kbits/s an. Hier ist ein...
Ich finde das alles eine Unverschämtheit das in manchen Städten schon 50mbits/s möglich sind und hier auf dem Land kommen immer noch nur 45kbits/s an. Ich glaube sogar das es bis 2020 dauern wird bis wir hier mit...