Der Nachrichtenfluss von den Protesten im Iran soll nicht abbrechen
Twitter und Iran: US-Regierung verschiebt Wartungsarbeiten
Internet & Netzwelt
Jared Cohen, ein Mitarbeiter des amerikanischen Außenministeriums, bat der Mikroblogging-Dienst Twitter angekündigte Wartungsarbeiten zu verzögern. Grund seien die massiven Proteste im Iran und die stark eingeschränkte Berichterstattung. Ursprüngliche waren die Wartungsarbeiten für Montag 21:00 Uhr pazifischer Zeit angesetzt. Diese Zeit wäre aber im Iran in die Morgenstunden gefallen, was letztendlich zu großen Protesten in der Twitter-Gemeinde geführt hat. Die Wartungsarbeiten wurden nun auf Mittwochnachmittag iranischer Zeit verschoben.
Twitter & Facebook
Momentan sind Facebook, Orkut und Twitter die einzigen wirklich funktionierenden Quellen, um die Geschehnisse im Iran zu verfolgen. Die wenigen offiziellen Nachrichten werden alle vorher von der iranischen Regierung zensiert und sind daher nur mit Vorsicht zu genießen. Die oppositionelle iranische Jugend kriegt von der Twitter-Gemeinde viel Unterstützung.
So ändern viele Twitter-User ihren Standort im Twitter-Profil auf Teheran und passen dazu die Zeitzone an, um die iranischen Behörden zu verwirren. Frische Proxy-Server werden regelmäßig zur Verfügung gestellt, um die Anonymität der Oppositionellen zu gewährleisten. In Facebook haben sich mittlerweile einige Gruppen gegründet, um aktuelle Informationen auszutauschen. Trotz der Bemühungen der iranischen Regierung, den Informationsfluss zu stoppen, ist die Masse an Nachrichten enorm. Am Montag zählte Twitter alleine zu dieser Thematik 30 Meldungen in der Minute.
Twitter als Berichterstatter
Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter sich als zuverlässiger ''Nachrichtendienst'' herausstellt. Bei der Notlandung im Hudson River waren schon wenige Minuten nach der Landung erste Bilder über Twitter verfügbar. Mittlerweile tauchen jedoch viele Fehlinformationen unter dem Schlagwort ''#IranElection'' auf. Dabei werfen Anhänger von Ahmadinedschad Israel und den USA Manipulation vor. Jared Cohen vom amerikanischen Außenministerium behauptet, den ersten Kontakt mit den Twitter-Mitarbeitern erst drei Tage nach der Wahl gehabt zu haben.
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