Facebook scheitert mit seiner Klage vor dem Kölner Landgericht

Urteil: StudiVZ ist kein Plagiat von Facebook

Urteil: StudiVZ ist kein Plagiat von Facebook Das Kölner Landgericht hat die Plagiatsklage des aus den USA stammenden Sozialen Netzwerks Facebook gegen den deutschen Konkurrenten StudiVZ abgelehnt. Das Gericht teilte am Dienstag mit, dass "nach Auffassung der zuständigen Richter trotz nicht zu übersehender Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der beiden Internetseiten keine unlautere Nachahmung vorliegt". Facebook hatte die Unterlassungsklage im November 2008 eingereicht.

Das deutsche Online-Netzwerk habe mit seinem Logo, den Funktionen und dem Service geistiges Eigentum von Facebook kopiert, lautete der Vorwurf. Außerdem sollen dessen Entwickler illegal auf das Rechnersystem von Facebook zugegriffen und den Quelltext der Seite gestohlen haben.

Werbung

Eindeutige Ähnlichkeiten und Vermutungen reichen nicht aus

Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass das amerikanische Netzwerk beim Start von StudiVZ in Deutschland im November 2005 hierzulande noch völlig unbekannt war. Zu diesem Zeitpunkt war es nur US-amerikanischen Studenten möglich, sich bei Facebook zu registrieren. "Herkunftstäuschung" sei daher als Tatbestand ausgeschlossen.

Auch den Vorwurf, dass die StudiVZ-Entwickler Quelltext von Facebook gestohlen hätten, konnte nicht bewiesen werden. "Vermutungen" von Facebook würden nicht ausreichen, so die Richter. Deshalb lehnten sie auch eine Überprüfung auf Übereinstimmungen der Quelltexte beider Webseiten ab.

Fall ist mit Urteil noch nicht entschieden

Facebook bleibt nun noch die Möglichkeit, vor dem Oberlandesgericht Berufung einzulegen. Ansonsten ist mit dem Urteil außerdem erst einer von insgesamt drei Prozessen zu diesem Fall entschieden. Facebook hatte die Betreiber von StudiVZ am 18. Juli 2008 bereits mit ähnlichen Vorwürfen vor dem US-Bezirksgericht im kalifornischen San Jose verklagt. Am selben Tag konterte StudiVZ mit einer Feststellungsklage vor dem Landgericht Stuttgart, um feststellen zu lassen, dass die von Facebook erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen.

Die Webseiten der beiden Sozialen Netzwerke sahen sich bis zur vollständigen Umgestaltung von Facebook im Juli 2008 tatsächlich verblüffend ähnlich. Hauptunterschied waren die verschiedenen Farbgebungen: Während die Facebook-Seite in Blautönen gehalten war, setzte StudiVZ auf Rot. Mit einiger Verzögerung tauchten Funktionen von Facebook in ähnlicher Art unter anderen Namen auch im StudiVZ auf. Während Facebook mit über 200 Millionen registrierten Nutzern weltweit die Nummer eins unter den Sozialen Netzwerken ist, führt in Deutschland das StudiVZ mit den Schwesterseiten SchülerVZ und MeinVZ mit insgesamt rund 13 Millionen Nutzern. Facebook kommt hierzulande auf gut zwei Millionen Nutzer.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Echt? Nachahmen ist jetzt doch erlaubt? :rolleyes: ==> Da klingelt doch was....

Eigenen Kommentar schreiben