Starke Performance bei Notebooks
Prozessoren: Chiphersteller AMD gewinnt Marktanteile
Für den CPU-Hersteller AMD läuft es derzeit gut: Zuerst hatte die EU-Kommission dem Konkurrenten Intel wegen Missbrauchs seiner Marktmacht eine Geldstrafe von 1,06 Milliarden Euro aufgebrummt und damit die Beschwerden von AMD bestätigt. Heute beginnen die Arbeiten an der Chipfertigungsfabrik Fab 2 in US-amerikanischen Bundesstaat New York. Die Halbleiterprodukte werden dabei nicht von AMD selbst, sondern vom Joint-Venture-Partner Globalfoundries gefertigt, der für AMD auch die Fab 1 (vormals: Fab 30) in Dresden betreibt.
Nun hat das Marktforschungsunternehmen iSuppli eine weitere gute Nachricht für den CPU-Hersteller aus dem kalifornischen Sunnyvale. Dessen Marktanteile sind im ersten Quartal wieder gestiegen. Demnach hat der Halbleiterspezialist einen Anteil von 12,8 Prozent am weltweiten Mikroprozessormarkt erobert. Im Vergleich zum letzten Quartal 2008 ist das ein kleiner Anstieg um 2,3 Prozent. Der Marktanteil der Intel-Prozessoren ist im Vergleich dazu um 2,5 Prozent auf 79,1 Prozent gesunken.
Ähnliche Ergebnisse hatte erst vor kurzem das Marktforschungsunternehmen IDC veröffentlicht. Nach dessen Berechnungen hält Intel bei Prozessoren einen Marktanteil von 77,3 Prozent, ein Rückgang um 4,7 Prozent gegenüber dem Quartal zuvor. Dementsprechend stieg AMDs Anteil um 4,6 Prozent. Bei den Mobil-PC-Prozessoren konnte AMD laut IDC sogar um 4,7 Prozent auf 15,0 Prozent zulegen.
AMDs Turion-Modelle für Notebooks
Die Zahlen überraschen insofern, als Intel mit dem Atom-Prozessoren groß im Geschäft ist. Doch hier sind die PC-Hersteller offenbar gerade dabei, größere Lagerbestände abzubauen und haben Intel deshalb weniger Atom-Chips abgenommen. Bei den klassischen Notebooks dagegen ist AMD mit dem Mobilprozessoren der Turion-Familie erfolgreich.
Das bestätigt auch iSuppli-Analyst Matthew Wilkins: "AMD hat besonders im Notebook-Bereich eine starke Performance gezeigt".

IDC schätzt, dass in diesem Jahr weltweit 98,9 Millionen Desktop-PCs verkauft werden, aber 115,2 Millionen portable Geräte, darunter auch Netbooks. Insgesamt ist der PC-Markt aber auch von der Wirtschaftskrise betroffen und schreibt rückläufige Zahlen. Wenn die Fab 2 in New York die Fertigung aufnimmt, sollte die Krise aber vorbei sein.


Netbooks sind der jüngste Bereich des Notebooksegments und nebenbei auch noch der erfolgreichste. Bis zum Ende des laufenden Jahres sollen noch insgesamt 14 Millionen Stück den Besitzer wechseln. Insgesamt wächst auch der Notebookmarkt überdurchschnittlich laut der neuesten Studie von DisplaySearch.
Die EU-Kommission hat dem weltgrößten Chiphersteller Intel die höchste Strafzahlung in der Geschichte der EU aufgebrummt. Sie sieht es als erwiesen an, dass der Konzern Schmiergelder an Mediamarkt, Saturn und Co. gezahlt hat, um AMD klein zuhalten. Intel wehrt sich und kündigt Klage an.
Um fünf Prozent ist weltweit der Absatz von Personal Computern in den letzten Monaten zurückgegangen. Das Marktforschungsunternehmen Gartner sieht trotzdem erste Zeichen der Erholung - aber noch nicht in Europa.
In einer Pressemitteilung verkündete AMD die Beilegung der jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit dem Chiphersteller Intel. Das Abkommen lässt sich Intel 1,25 Milliarden US-Dollar kosten. Im Gegenzug stellt AMD sämtliche Klagen gegen Intel ein, unter anderem Verfahren in Japan und den USA.
Der PC-Absatz in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Rund 12,7 Millionen Geräte setzten die Hersteller ab - 4,2 Prozent mehr als noch im Jahr 2008, berichtete das IT- Marktforschungsunternehmen Gartner am gestrigen Mittwoch.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die PC-Auslieferungen im dritten Quartal in Westeuropa wieder einmal gesunken. Es gibt aber auch Hersteller, die sich über einen Gewinn freuen dürfen.




