Konkurrenz für Symantec, McAfee und Co.

Sicherheit: Microsoft will Virenscanner bringen

Sicherheit: Microsoft will Virenscanner bringen Microsoft arbeitet offenbar an einem kostenlosen Antiviren-Programm. Das berichtet der Nachrichtendienst Reuters. Derzeit testet Microsoft die Software, Codename: Morro, noch mit den eigenen Mitarbeitern. Eine Trial-Version oder Betaversion werde bald auf der Website für Kunden zur Verfügung stehen.

Der Funktionsumfang der kostenlosen Software wird sich vermutlich auf die Basisfunktionen beschränken und vor Viren, Trojanern, Spyware oder Rootkits schützen. Damit bietet Morro so viel wie die Einsteigerprodukte von Herstellern wie Symantec, McAfee oder G Data. Darunter fallen etwa Norton Antivirus 2009 für 30 Euro oder G Datas Antivirus 2010, das in der Downloadversion 25 Euro kostet. In genau diesem Einsteigersegment könnte ein kostenloser Virenscanner von Microsoft den etablierten Playern durchaus Marktanteile abknöpfen. "Es ist auf lange Sicht eine Bedrohung", meint Daniel Ives, Analyst bei FBR Capital Markets gegenüber Reuters.

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Laut des Berichts von Reuters sind die Mitbewerber aber keineswegs beunruhigt. Das kostenlose Produkt sei nur eine abgespeckte Version von Microsofts Programmpaket OneCare, sagt Symantec-Manager Janice Chaffin.

Microsoft Live OneCare blieb erfolglos

Den Virenscanner in OneCare hatte Microsoft bereits im Mai 2005 angekündigt und die fertige Version im August 2006 online gestellt. Die Security-Software ist Bestandteil von Live OneCare, einer Programmsuite, mit der Anwender ihre Heim-PC-Umgebung verwalten können. Dazu gehören auch Funktionen wie die Verwaltung des Heimnetzwerks oder die Einbindung eines Druckers.

Eine zentrale Datensicherung ist ebenfalls mit dabei. Das Paket für drei Rechner kostete 50 Euro pro Jahr. Trotz der nahtlosen Integration in Windows und der einfachen Bedienung konnte sich die Software nicht durchsetzen. Was zum Teil an den negativen Testberichten liegen mag, die der Virenscanner wegen der schlechten Malware-Erkennung erntete. Inzwischen ist OneCare auf den Webseiten Microsofts kaum mehr zu finden, dem Vernehmen nach soll der Service eingestellt werden.

Aber Microsoft ist bekannt dafür, nicht aufzugeben und es beim zweiten oder dritten Anlauf besser zu machen. Beispiele hierfür sind Windows CE für Mobilgeräte, das erst nach mehreren Versionen Erfolg hatte. Heute spielt Windows Mobile als Betriebssystem für Smartphones in der ersten Reihe mit. Auch Microsofts Suchtechnologie konnte anfangs nicht punkten. Mit der neuen Suchmaschine Bing ist Google aber ein ernst zu nehmender Konkurrent erwachsen. So könnte es auch mit dem Virenscanner sein. Der Microsoft Virenscanner hätte für Windows-Nutzer durchaus Vorteile. So dürfte die Software nahtlos in das Betriebssystem integriert sein und die Bedienung in der Windows-Optik sollte auch ohne Eingewöhnung leichtfallen.

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