Der Staat spart Geld und die Schüler sollen besser sowie leichter lernen

Kalifornien muss sparen: E-Books ersetzen Schulbücher

Kalifornien muss sparen: E-Books ersetzen Schulbücher Der US-Bundesstaat Kalifornien ersetzt Schulbücher durch Lesegeräte für Bücher in elektronischer Form. Dies kündigte Gouverneur Arnold Schwarzenegger in einem Zeitungsartikel und einer Pressekonferenz an. Mit den E-Books solle es den Schülern leichter fallen zu lernen. Der hoch verschuldete Staat will zudem hunderte Millionen Dollar einsparen und die heimische Wirtschaft fördern.

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Schwarzenegger sagte bei einer Rede vor Schülern in der Hauptstadt Sacramento, herkömmliche Schulbücher seien "veraltet, schwer und teuer". Als Beispiel nennt er die Erklärung der Funktionsweise von Fernsehern anhand von Modellen mit Leuchtröhren. Flachbildfernseher mit Flüssigkristalltechnik gebe es in kalifornischen Schulbüchern, die alle sechs Jahre erneuert werden, bisher nicht. Kalifornien müsse als "Weltmarktführer in Technologie und Innovation" bei der Einführung von elektronischen Büchern vorangehen. Die digitalen Lehrbücher sollen bis Ende des Jahres zuerst für Mathematik und die naturwissenschaftlichen Fächer einsatzbereit sein.

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Neben den Vorteilen für die Schüler und die Wirtschaft Kaliforniens, das mit rund 36 Millionen Einwohner größer als Kanada und etwas kleiner als Polen ist, begründete Schwarzenegger die Einführung von E-Books an den Schulen auch mit den Sparzwängen seines Bundesstaates. Ein Schulbuch koste den Staat, der den Anspruch hat, die Schulbildung seiner Einwohner komplett zu finanzieren, durchschnittlich zwischen 75 und 100 Dollar, umgerechnet derzeit etwa 53 bis 71 Euro.

Einsparungspotential von Hunderten Millionen Dollar

Mit der Umstellung auf elektronische Lesegeräte könnte Kalifornien in den nächsten Jahren 400 Millionen Dollar, rund 285 Millionen Euro, einsparen. 2008 gab der US-Bundesstaat circa 350 Millionen Dollar für Schulbücher und andere Lehrmaterialien aus. Die Ausweitung auf andere Schulfächer würde den Haushalt, dessen Defizit aktuellen Prognosen zufolge bis 2010 auf 24 Milliarden Dollar anwachsen könnte, um weitere Hunderte Millionen Dollar entlasten. Am Einsparungspotential ändere sich laut Schwarzenegger auch nichts, wenn einige der Materialen ausgedruckt werden müssten.

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Schwarzenegger sagte, er sei sich bewusst, dass seine Entscheidung für die Schüler einen "dramatischen Wandel" darstelle. Er halte sie allerdings für gut gerüstet: "Sie hören heute schon digitale Musik und schauen online Fernsehen, sie nutzen Twitter und Facebook." Bleibt nur zu hoffen, dass die Lehrer nicht den Anschluss ins digitale Zeitalter verpassen.

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