Webstandards: Was in einem Web ohne Flash möglich ist
Multi Column Layout: Webseiten im Zeitungslayout
Gedruckte Zeitungen gelten heute immer noch als angenehmer lesbar als Webseiten auf dem Bildschirm. Das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist der, dass der Text in der Zeitung in schmalen Spalten gesetzt ist. Bei langen Zeilen, wie sie im Web üblich sind, hat der Leser schnell Probleme, beim Zeilenwechel mit den Augen die nächste richtige Zeile zu erwischen. Eine Zeile, die über die komplette Seitenbreite geht, wirken beim Lesen außerdem schnell ermüdend. Die Lösung ist ein Mehrspalten-Layout für Online-Magazine.
In CSS3 gibt es dazu das Modul "Multi-Coumn layout". Das ermöglicht, den Text in mehreren Spalten zu unterzeilen. Der Webdesigner kann die Formatierung nach Belieben anpassen. So lässt sich beispielsweise festlegen, dass sich die Spaltenbreite dynamisch an das Browserfenster anpasst, ab einer Breite die Spalte jedoch in zwei oder mehr geteilt wird. So kann der Besucher ein und dieselbe Webseite auf einem großen Monitor im Mehrspalten-Layout betrachten und dem kleinen Bildschirm seines Smartphones in einer schmalen Ein-Spalten-Ansicht mit großen Buchstaben. Wie das aussehen kann, demonstriert das Webblog von Robert O'Callahan eindrucksvoll. Zur Kompatibilität heißt es hier: Firefox 3.5, Safari 4 und Chrome 2 ja, Opera 10 und Internet Explorer 8 nein. (Demo: Robert O'Callahans Blog)

Microsoft bremst den Fortschritt
Viele Elemente der modernen Webstandards HTML 5, CSS3 und SVG können von den Browser bisher erst teilweise verarbeitet werden. Wie die neusten Browserversionen zeigen, geben sich die meisten Hersteller aber Mühe, daran einiges zu verbessern. Aus der Reihe fällt jedoch Microsoft mit seinem Marktführer Internet Explorer. Opera wirft dem Branchenriesen deswegen vor, Web-Standards zu untergraben, um seinen Einfluss auf das Web nicht zu verlieren. Die EU-Kommission versucht daher Microsoft zu zwingen, das nächsten Betriebssystems Windows 7 und den Internet Explorer zu entkoppeln. Um dem zuvorzukommen, hat der Software-Konzern gerade angekündigt, für Windows 7 eine europäische Version ohne integriertem Internet Explorer anzubieten.
Fazit
Je mehr Websites auf die Flash-Technik setzten, umso mehr macht sich die Internetwelt abhängig von einem einzigen Browser-Plugin eines Herstellers. Mit den modernen Webstandards könnten für viele Anwendungszwecke proprietäre Plugins wie Adobe Flash oder Silverlight überflüssig werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass alle großen Browserhersteller mitziehen und manche Formatstreitereien gelöst werden. Bis der Anwender sich keine Plugins mehr installieren muss, um Videos auf YouTube oder animierte Grafiken zur Bundestagswahl anzusehen, wird es daher wohl noch einige Jahre dauern.
Links zum Thema
- W3C: Entwurf der HTML-5-Spezifikation
- W3C: Multi-column-layout-Spezifikation im CSS3-Entwurf
- theora.org
- vorbis.com
- Dailymotion
- Dailymotion HTML5 Video Player Demos
- Demo: Video in SVG
- YouTube HTML 5 Demo
- Canvas in 3D
- Astroits
- ExplorerCanvas
- Google Latitude
- Robert O Callahan
