Die russische Polizei nimmt Betreiber eines großen BitTorrent-Trackers fest

Russland: Razzia gegen Filesharing-Piraten

Russland: Razzia gegen Filesharing-Piraten Der russischen Polizei ist ein Schlag gegen Betreiber eines großen Filesharing-Portals gelungen. Wie die russische Tageszeitung Kommersant berichtet, führten die Behörden am 26. Mai eine Razzia im Moskauer Büro des BitTorrent-Trackers "Interfilm" durch. Dabei sollen mehrere Personen festgenommen worden sein, darunter auch das Gründerehepaar der Site. Bei Interfilm handelt es sich um eine der größten Quellen für Kinofilme, die illegal von Kinoleinwänden abgefilmt wurden.

Falls die Betreiber wegen Verstöße gegen das Urheberrecht verurteilt werden sollten, drohen ihnen hohe Strafen: Bis zu sechs Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 500.000 Rubel (umgerechnet rund 11.500 Euro), spekulieren russische Medien. Das Vorgehen gegen das Portal soll die internationale Filmlobby "Motion Picture Association" (MPA) angestoßen haben.

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"Premium-Filesharing" gegen Bezahlung

Die Betreiber nutzten Interfilm, um Geld zu verdienen. Dazu wurden nicht nur Werbeanzeigen auf der Website geschaltet, sondern Nutzern auch ein kostenpflichtiger Premiumzugang angeboten, um schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten nutzen zu können.

Ähnlich wie im Pirate-Bay-Fall scheint der Schlag gegen Interfilm illegales Filesharing nicht eindämmen zu können. Wegen der Durchsuchungen war das Portal zwar einige Zeit nicht erreichbar. Nach einem Umzug der Server wird die Website jetzt aber aus den Niederlanden weiterbetrieben. Russische Filmproduzenten wollen nun Regelungen in Russland durchsetzen, die Internetprovider zwingt, Filesharing zu unterbinden.

In der Vergangenheit galt Russland als ein relativ sicheres Piratennest. Der umstrittene Musikanbieter Allofmp3 konnte beispielsweise jahrelang Musik verkaufen, die nach Ansicht der westlichen Musikindustrie nicht lizenziert war. In einem Prozess im Jahr 2007 wurden die Betreiber von Allofmp3 von einem Moskauer Gericht freigesprochen, nachdem große Musikkonzerne wegen Versoßes gegen das Urheberrecht geklagt hatten.

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