Neuer Web-Dienst zum Mailen, Chatten, gemeinsamen Schreiben und Twittern
Google Wave: Die E-Mail der Zukunft ist eine bunte Mischung (Update)
Geht es nach Google, hat der Internetkonzern auf seiner alljährlichen Entwicklerkonferenz I/O mit Google Wave den Nachfolger der E-Mail vorgestellt. Der neue Web-Dienst vereint die Funktionen mehrerer Kommunikations- und Kollaborationsdienste und ist eine Mischung aus E-Mail-Programm, Instant Messenger, Twitter, Google Docs und einem Fotoportal. Die nötige Server-Software soll noch in diesem Jahr wie das Handy-Betriebssystem Android oder der Browser Chrome als quelloffenes Programm für jedermann zur Verfügung stehen.
Hinweis: Das Update vom 24. Juli finden Sie am Ende des Artikels.
Inhaltsverzeichnis
- 1Plug-ins und API: Erweiterungen und Kommunikation nach Draußen.
- 2Externe Programmierer können jegliche Bezüge zur "Datenkrake" entfernen
- 3Update vom 24. Juli 2009: Betatest ab Ende September
Google Wave soll nicht nur dazu dienen sich zu Unterhalten oder Nachrichten zu verschicken. Der Dienst ermöglicht auch die gemeinsame, sogar gleichzeitige Arbeit an Dokumenten. Diese müssen nicht nur Textdokumente sein. Die Einladung zum Grillen kann zum Beispiel um eine Wegbeschreibung auf Google Maps ergänzt werden und die eingeladenen Personen können mit einen Knopfdruck zu- oder absagen. Die Galerie mit Fotos und Videos vom Grillabend dürfen alle Besucher bearbeiten.
Die massive Ballung von schon existierenden Diensten in einer Plattform klingt komplex. Doch die Benutzeroberfläche sieht auf Screenshots und Videos übersichtlich aus. Wie intuitiv die Bedienung wirklich ist, können derzeit aber nur ausgewählte Programmierer testen.
Google behandelt die Kommunikation sowie Dokumente als zusammenhängende Objekte und bezeichnet sie als so genannte "Waves", zu Deutsch "Wellen". Aus einem kurzen Chat kann im Handumdrehen ein gemeinsam bearbeitetes Dokument entstehen. Änderungen an diesem zeigt das Programm allen Teilnehmern fast in Echtzeit an. Die Software zeigt aber nicht nur den aktuellen Stand eines Waves, sondern gibt bei Bedarf wie ein Wiki jeden Bearbeitungsschritt wieder - einzeln oder als fortlaufende Animation.
Ein Beispiel: Zwei Personen unterhalten sich per E-Mail und wollen eine dritte Person in ihre Diskussion einbinden. Bisher müssen sie dazu alle bisher gesendeten E-Mails weiterleiten. Bei Google Wave reicht ein Klick, um eine oder auch mehrere Personen zu einem Wave einzuladen. Sie können dann alle bisher verfassten Nachrichten lesen und auch gleich an Ort und Stelle kommentieren. Die Kommentare können die Gesprächspartner schon beim Verfassen lesen und nicht erst nach einem Klick auf einen "Senden"-Knopf. Antworten auf E-Mails von außerhalb sendet Wave auch an die externen Mail-Adressen weiter.
Plug-ins und API: Erweiterungen und Kommunikation nach Draußen.
Über eine Programmierschnittstelle, im Englischen als API abgekürzt, können unabhängige Programmierer Plugins in Google Wave einbinden. Als Beispiel zeigte Google ein Schachspiel. Wave selbst soll die APIs von anderen Diensten nutzen, um zum Beispiel die auf der Benutzer-Oberfläche von Wave verfassten Nachrichten in einem Blog, bei Facebook, im Twitterfeed oder auf der Homepages einzubinden und zu aktualisieren.
Google will Wave "später in diesem Jahr" für die Allgemeinheit frei geben. Ein Google-Account wird keine Zugangsvoraussetzung sein. Den Wave zugrunde liegenden kompletten Quellcode können interessierte Programmierer über die Homepage des "Google Wave Federation Protocol" erhalten, ohne Einschränkungen weiter bearbeiten und auf eigenen Servern laufen lassen. Rein theoretisch ließe sich Google Wave auch als Content-Management-System für die Verwaltung von Internetseiten nutzen.
Externe Programmierer können jegliche Bezüge zur "Datenkrake" entfernen
Google Wave soll kostenlos sein. Sollten viele Webseitenbetreiber den Dienst in ihre Angebote einbinden, würde der Web-Gigant noch enger mit dem Internet verwoben sein und mehr Werbeanzeigen verbreiten können. So würde sich auch ein kostenloses Angebot rechnen. Wie es bei Wave um den Datenschutz, Datensicherheit und Spam bestellt ist, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Da das Programm jedoch quelloffen sein soll, könnten Programmierer Versionen der Software erstellen, die keine Verbindung mehr zu Google aufweisen - ähnlich wie bei der Chrome-Variante Iron von SRWare.
Update vom 24. Juli 2009: Betatest ab Ende September
Google plant, am 30. September einen öffentlichen Betatest für Google Wave zu starten. Dan Peterson, zuständiger Produktmanager bei Google, verkündete diese Woche, dass an dem Test rund 100.000 Benutzer teilnehmen können. Bisher haben nur einige Tausend Entwickler Zugriff auf die Wave-Technik in einer isolierten Testumgebung.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Browser & Mailer hier.


Bin Google Wave User. Ich muss sagen das es sehr leicht ist. Und Ich finde jetzt schon nur wenige bugs oder fehler. Am besten ist das waves auch zwischischen Facebook, Twitter, usw. gehen. Das mit dem User System...
Ich freu mich schon drauf