Nützliche und kostenlose Erweiterungen für die beliebte Büro-Software

OpenOffice.org: Gratis-Büropaket mit Extensions aufmotzen



03.06.2009 17:23 Uhr

OpenOffice.org: Gratis-Büropaket mit Extensions aufmotzen Das kostenlose Bürosoftware-Paket OpenOffice.org bietet schon in der Grundausstattung viel - und dennoch reicht dies etlichen Nutzern nicht, um ihre Büroarbeit komfortabel zu erledigen. Mit vielen meist gratis erhältlichen Software-Erweiterungen - "Extensions" genannt - können sie die Basisversion aufpeppen und den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Richtiger schreiben
  2. 2Einfacher rechnen, präsentieren und zeichnen
  3. 3Hilfe für Wikipedianer, Weblogger und Workaholics

Das Bürosoftware-Paket von Microsoft stellt zwar weltweit den Standard dar. Doch Gründe, dafür Geld auszugeben, anstatt auf die kostenlose Alternative zurückzugreifen, gibt es immer weniger. Das kürzlich in der Version 3.1 erschienene OpenOffice.org holt auf, wird mächtiger und besser. "Es gibt kaum etwas, was die OpenOffice.org-Basisvariante im Vergleich zu anderer kommerzieller Software nicht kann. Was fehlt, lässt sich mit Erweiterungen unkompliziert nachrüsten", erklärt Mario Zaleski, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters CC GmbH in Wiesbaden, das auf Open-Source-Software spezialisiert ist.

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Von Webbrowsern wie Firefox und Opera sind Anwender es gewohnt, weitere Fähigkeiten durch kleine Extraprogramme zu integrieren. Wie bei OpenOffice.org handelt es sich um freie Software mit allgemein zugänglichem Programmiercode, für die enthusiastische Entwickler regelmäßig neue Helferlein veröffentlichen.

"Das Spektrum der Extensions reicht von kleineren Detailverbesserungen bis hin zu umfangreichen Ergänzungen", erklärt Florian Effenberger, deutscher Sprecher des freien Bürosoftware-Projekts OpenOffice.org in Kaufbeuren. Inzwischen existieren hunderte Zusatzprogramme, viele sind in der zentralen englischsprachigen Anlaufstelle "Extension Repository" verzeichnet. Mitunter muss aber auch an anderer Stelle im Netz nach ihnen gesucht werden.

Richtiger schreiben

Dadurch kann manch Nützliches im Büroalltag nachgerüstet werden, was in der Basisvariante fehlt, etwa Dokumentenvorlagen. Inzwischen sind verschiedene Vorlagenpakete in deutscher und anderen Sprachen im Netz erhältlich. Auch über eine Grammatik-Prüfung verfügt OpenOffice.org regulär noch nicht. Die Erweiterung "LanguageTool" behebt dies in mehreren Sprachen, darunter Deutsch. Eine der wenigen kostenpflichtigen Erweiterungen ist der "Duden Korrektor für OpenOffice und StarOffice", die in Version 5 für knapp 20 Euro eine Rechtschreib-, Stil- und Grammatikprüfung vornimmt. In solchen Fällen können Erweiterungen sehr nützlich sein. "Bei den Korrektur-Funktionen hinkt OpenOffice der Konkurrenz teilweise etwas hinterher", erklärt Mario Zaleski.

Andere Extensions tragen zum Komfort bei. Einige bekannte Erweiterungen stammen vom kommerziellen Hersteller Sun, der die verwandte Bürosuite "StarOffice" entwickelt. Dennoch sind die Zusatzprogramme gratis. Populär ist zum Beispiel die "Sun PDF Import Extension", die es erlaubt, PDF-Dateien nachträglich zu bearbeiten. Von Haus aus kann OpenOffice zwar Dokumente in dieses weit verbreitete Format umwandeln. Besteht jedoch anschließend Korrekturbedarf, stößt die Basisversion an ihre Grenzen. Mit ihr lassen sich nur Original-Dateien verändern. Die Extension schafft Abhilfe, wenn diese Vorlage nicht mehr verfügbar ist.

Wer häufig fremdsprachige Texte schreibt und das Einfügen von Sonderzeichen über das Menü lästig findet, sollte das Zusatzprogramm "Compose Special Characters" ausprobieren. Mit ihm lassen sich Shortcuts definieren, sodass aus zwei, drei getippten Zeichen, etwa "e:", per Tastenkombination beispielsweise ein "ё" entsteht.

Hilfreich für Vielschreiber dürfte auch die Extension-Sammlung "Writer's Tools" sein, die verschiedene, für Autoren nützliche, Eigenschaften zusammenfasst, etwa eine Lexikon-Suche, eine Backup-Funktion, eine Übersetzungshilfe auf Basis von Google Translate und vieles mehr. Wer sich nur bei Übersetzungen unterstützen lassen möchte, kann zu "OOTranslator" greifen. Beide Varianten basieren auf dem Webdienst Google Translate.

Einfacher rechnen, präsentieren und zeichnen

Die Tabellenkalkulation "Calc" gilt als umständlich, was das Anpassen der Tabellengröße betrifft. Die "CalcEasyToolbar" soll dies erleichtern. Sie fügt dem Programm eine Symbolleiste hinzu, die das Einfügen und Löschen von Zeilen und Spalten eine Angelegenheit von wenigen Klicks werden lässt. Verschiedene zusätzliche Tabellenfunktionen und Zellformate für wissenschaftlich-mathematische Berechnungen, die standardmäßig nicht vorgesehen aber für Spezialisten unabdingbar sind, liefert die Extension "Measurements".

Eine nützliche Erinnerungshilfe für diejenigen, die Vorträge oft mit dem OpenOffice.org-Baustein "Impress" erstellten Präsentationen illustrieren, stellt die "Sun Presenter Console" dar. Gerade bei einer großen Folienanzahl hilft die Erweiterung den Überblick zu behalten. Sie zeigt - nur auf dem Bildschirm für den Referenten sichtbar - eine Vorschau der Folgefolie und bietet weitere Komfort-Merkmale. Präsentationen mit vielen Multimedia-Inhalten lassen sich nach einer Schrumpfkur mit dem "Sun Presentation Minimizer" leichter öffnen und per E-Mail verschicken. Das Programm verkleinert die Datei - je nach Komprimierungsgrad - mit oder ohne Qualitätsverlust.

Für das Zeichenmodul "Draw" gibt es einige buchstäblich ansehnliche Erweiterungen. "Kaleidoscope" ermöglicht das Einfügen farbiger Hintergründe sowie das Anordnen eigener Bilder in verschiedenen Mustern. Die Extension "CADOO.o" ergänzt einige Funktionen, die sonst nur in kommerzieller technischer Zeichensoftware zu finden sind.

Hilfe für Wikipedianer, Weblogger und Workaholics

Stößt man während des Schreibens eines Textes auf einen unklaren Begriff, weiß oft das Online-Nachschlagewerk Wikipedia Bescheid. Mittels der Erweiterung "OOoWikipedia" lässt sich direkt aus der Bürosoftware heraus dort Rat suchen, ohne den Browser zu öffnen. OOoWikipedia ist Bestandteil der OpenOffice.org PrOOo-Box, die viele weitere nützliche Programme und Extensions bündelt.

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Wer schon länger einmal selbst einen Artikel über sein Lieblingsthema in einem Mitmach-Lexikon erstellen wollte, aber die mitunter komplexe Syntax der Programmiersprache nicht beherrscht, kann sich mit dem "Sun Wiki Publisher" behelfen. Ein Assistent hilft dabei, im OpenOffice.org-Textprogramm "Writer" Verfasstes für die Web-Veröffentlichung aufzubereiten. Der "Sun Weblog Publisher" soll hingegen das Bearbeiten des eigenen Online-Tagebuchs aus OpenOffice.org heraus erleichtern.

Wer gerne mit vielen geöffneten Fenstern gleichzeitig hantiert, mag in der Extension "Last Session" ein nützliches Helferlein sehen. Es erlaubt, die URLs aller geöffneten OpenOffice.org-Dokumente in einer ini-Datei zu speichern und sie allesamt bei der nächsten Sitzung mit nur einem Mausklick wieder aufzurufen.

Team-Arbeit an Dokumenten ist mitunter unverzichtbar. Seine Dokumente mit Mitstudierenden oder Vereinsmitstreitern zu teilen, ermöglichen Webdienste wie "Microsoft Office Live", "Google Text & Tabellen" oder ein WebDAV-Laufwerk. Die Erweiterung "OpenOffice.org2GoogleDocs" erleichtert diesen Austauschprozess. Eine Alternative für die Gruppenarbeit im Büro ist "TeamDrive", das ab der seit kurzem erhältlichen Version 2.1 auch OpenOffice.org explizit unterstützt. Indem das Tool lokale Ordner via Netz spiegelt, sollen gemeinsam bearbeitete Daten stets verfügbar sein, offline können sie aber auch bearbeitet werden.

Als Datendeponie dienen entweder ein per WebDAV eingebundener Netzordner oder die Server des Herstellers. Es gibt eine Gratis- und eine Kauf-Variante mit mehr Webspeicher und Zusatzfunktionen für rund zehn Euro pro Monat.

Die Installation der Zusatzprogramme ist einfach zu bewerkstelligen. Eine Möglichkeit ist, die heruntergeladenen Erweiterungen mit der Dateiendung "oxt" per Doppelklick zu öffnen und den Anweisungen zu folgen. Alternativ hilft der "Extension-Manager", der in OpenOffice.org unter der Rubrik "Extras" zu finden ist. Darüber können Erweiterungen hinzugefügt, deaktiviert oder entfernt werden.

Nicht jede Erweiterung funktioniert mit jeder OpenOffice.org-Variante. Auf Nummer sicher gehen Anwender laut Sprecher Florian Effenberger mit der aktuellen OpenOffice.org-Version 3, die sich großzügig im Umgang mit den Extensions zeige.

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