Gegner von Internetsperren lassen Kinderpornografie löschen
Es funktioniert: Kinderpornos löschen statt verstecken
Ihre Kritik an den von der Bundesregierung geplanten Internetsperren gegen die Verbreitung von kinderpornographischen Inhalten untermauern die Zensurgegner mit einem in ihren Augen erfolgreichen Versuch. Sie werteten die bekannt gewordenen Sperrlisten anderer europäischer Länder aus und schrieben die Provider der gelisteten Inhalte an. Innerhalb von zwölf Stunden löschten diese 61 kinderpornographische Internetangebote. Damit solle die Behauptung der Netzsperren-Befürworter, dass eine Löschung nicht oder nur unter erheblichen Aufwand möglich sei, widerlegt werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1Hinweis per E-Mail reicht für Löschung
- 2Sicherheitslücken werden für die Verbreitung von Kinderpornographie ausgenutzt
- 3Pläne der Bundesregierung in der Kritik
Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) analysierte mit automatischen Verfahren diverse europäische Sperrlisten und schrieb Provider an, auf deren Servern sich laut den Listen kinderpornographisches Material befinden soll. Insgesamt gingen Nachrichten an 348 Provider in 46 Ländern, die der AK Zensur über rund 1.940 gesperrte, vorgeblich illegale Webseiten informierte. Eine Überprüfung der Seiten fand vorab nicht statt.
Die ersten Reaktionen beziehungsweise Löschungen seien bereits nach wenigen Minuten erfolgt und kamen unter anderem aus den USA, Holland, Dänemark, Russland sowie Deutschland. Drei der jetzt vom Netz genommenen Webauftritte befanden sich auf Servern in Deutschland. Insgesamt haben 250 Provider auf die Anfrage geantwortet. Sie fanden bei ihren Überprüfungen aber hauptsächlich legale Inhalte und keine Kinderpornografie auf den genannten Internetseiten. Diese Angaben bestätigt der AK Zensur nach der Überprüfung von Stichproben.
Hinweis per E-Mail reicht für Löschung
Problematisch bewertet der AK Zensur, dass die Provider nicht über die bei ihnen hinterlegten Inhalten auf den Sperrlisten informiert wurden. Denn auf seine Anfragen hin hätten zehn Provider angegeben, insgesamt 61 illegale Inhalte entfernt zu haben. Für den AK Zensur legt dieses Ergebnis nahe, dass "man mit einer einfachen E-Mail schon viel erreichen kann". Provider seien nach Hinweisen zur Kooperation bereit und würden illegale Inhalte umgehend entfernen.
Die Überprüfung habe laut dem AK Zensur aber auch gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Internetseiten, darunter auch einige aus Deutschland, kein kinderpornographisches und teils überhaupt kein irgendwie beanstandbares Material enthielten. Folglich seien die Webauftritte zu Unrecht gesperrt gewesen. In Finnland würden zudem auch mehrere inländische Webseiten blockiert, die sich kritisch mit den dortigen Internetsperren auseinandersetzen.
Sicherheitslücken werden für die Verbreitung von Kinderpornographie ausgenutzt
Teilweise habe es sich bei den auf den Sperrlisten aufgeführten Internetseiten dem AK Zensur zufolge um "gecrackte" Webauftritte gehandelt. Diese seien unter Ausnutzung von Sicherheitslücken in der Software zur Verbreitung fremden Materials missbraucht worden. Auch in diesen Fällen hätten sich die Provider sehr dankbar für die Hinweise gezeigt.
Der AK Zensur kommt zu dem Schluss, dass die Abschaltung von Webauftritten mit kinderpornographischen Inhalten nicht länger dauert als die Übermittlung einer Sperrliste. Dies würde das Befürworten des Sperrens ad absurdum führen. Es gebe keinen sachlichen Grund, strafbare Inhalte im Netz zu belassen und sie für alle einschlägig Interessierten mit minimalem Aufwand weiterhin zugänglich zu halten. Zudem sollte es für die deutschen Strafverfolgungsbehörden ein Leichtes sein, die vom AK Zensur erzielten Ergebnisse deutlich zu übertreffen.
Pläne der Bundesregierung in der Kritik
Die von der Bundesregierung geplanten Internetsperren gegen Kinderpornografie sind umstritten. Während Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sie als unverzichtbares Mittel im Kampf gegen den Kindesmissbrauch betrachtet, halten Kritiker sie für unwirksam und sehen die Gefahr einer staatlicher Zensur, die auch andere Themen umfassen kann.

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Zitat: Ja wie dumm ist denn das?? CareChild hat das schon vor längerer Zeit bewiesen und auch das mit AK Zensur ist schon vorige Woche oder so passiert! Kommt diese Meldung nicht...
Ja wie dumm ist denn das?? CareChild hat das schon vor längerer Zeit bewiesen und auch das mit AK Zensur ist schon vorige Woche oder so passiert! Kommt diese Meldung nicht etwas spät?? ...
die kritik wird an zensursula abperlen wie schmutzwasser an einer lotusblume. unbeirrbar, unbelehrbar schreitet sie voran. getreu dem motto, wir müssen etwas tun, also tun wir etwas. ob...