Fotos von Parkanlagen, Zoos, Universitäten, Fußgängerzonen oder Stadien
Street View: Google setzt Dreiräder mit Kameras ein
In Deutschland sollen die Google-Autos mit Kameras auf dem Dach im Mai und Juni in vielen Großstädten unterwegs sein, um von öffentlichen Straßen aus Fotos für Street View aufzunehmen. In den USA, Großbritannien und Japan erschließt Google für sein 3D-Foto-Angebot inzwischen sogar Wege, die für Autos zu klein sind - mit speziellen Dreirädern.
In Japan fertigt Google alle Aufnahmen für Street View noch einmal an. Dafür werden die Kameras auf dem Autodach um 40 Zentimeter abgesenkt, damit sie über weniger Zäune hinweg fotografieren als bisher. Im Land der aufgehenden Sonne kommt auch schon Googles neueste Entwicklung zum Einsatz. Ein Dreirad mit aufgebautem Kameraturm.
Mit den Dreirädern will Google Orte für Street View erschließen, die für Autos nicht zu erreichen sind. In Japan sind dies zum Beispiel Tempelanlagen:
Google Japan nimmt mit dem Dreirad zum Beispiel Tempelanlagen auf. Der Hoheprieser des Kodaiji Tempel spricht über die Zusammenarbeit seines Tempels mit Google.
Die Dreiräder kommen aber nicht nur in Japan zum Einsatz. Blogs und Online-Medien aus den USA und Großbritannien berichten ebenfalls über die Google-Trikes. Während ein Leser dem Techblog Gizmodo Fotos zusendete, die er in einem Fahrradladen in San Diego machte, weiß der britische Telegraph, welche Lokalitäten Google per Pedalkraft erschließen will.
Die Dreiräder eigneten sich dafür, Parkanlagen, Wanderwege oder Zoos in Street View aufzunehmen, heißt es in der britischen Zeitung. Sie glaubt sogar, dass Sportfans mit Street View die Sitzplätze im Stadion begutachten könnten, bevor sie Tickets bestellen. Um Privatbesitz wie Tierparks, Sportarenen oder den einen oder anderen Park abzulichten, bräuchte Google natürlich die Erlaubnis der Eigentümer.
In Deutschland ist der Einsatz der Fahrräder vorerst nicht geplant. In den nächsten zwei Monaten sollen erst einmal die Straßen in ausgewählten Großstädten fotografiert werden. Vorausgesetzt der Datenschutz macht Google keinen Strich durch die Rechnung.
Am vergangenen Freitag stellte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar Google ein Ultimatum. Er fordert von dem Internetkonzern bis zum kommenden Mittwoch, den 20. Mai 2009, um 10 Uhr eine schriftliche Garantie für den Datenschutz. Sollte diese ausbleiben, dürfe Google aus seiner Sicht das Projekt Street View in Hamburg nicht mehr fortsetzen.
Caspar erklärte mit Blick auf den Datenschutz: "Das betrifft insbesondere eine wirksame Unkenntlichmachung der Gesichter der Passanten bereits in den aufgenommenen Rohdaten. Darüber hinaus ist die Löschung von Häuseransichten nach Widerspruch - auch in den Rohdaten - erforderlich." Bis heute lägen zu diesen und weiteren Fragen keine verbindlichen Zusagen durch Google vor.
Links zum Thema
- Asiajin (Quelle)
- Ultimatum des Hamburger Datenschutzbeauftragten
- Telegraph (Quelle)
- Gizmodo (Quelle)
- Google Streetview Widerspruch
- Google Streetview Einspruch

